Check Kaugummis 2013

Greenpeace kritisiert problematische Zusatzstoffe

Newsartikel - 13 September, 2013
Zum Schulbeginn hat marktcheck.at 15 Kaugummis näher angeschaut und ist dabei auf problematische Inhaltsstoffe gestoßen. Einer der kritisierten Stoffe, nämlich BHA oder E 320 ist in Produkten für Kleinkinder in der EU sogar verboten. Auch das häufig verwendete Süßungsmittel Aspartam oder E 951 kann unerwünschte Nebenwirkungen haben.

 Der Online-Einkaufsratgeber von Greenpeace hat beliebte Kaugummi-Produkte mit (Pfeffer)Minz-Geschmack unter die Lupe genommen.

Die Produkte wurden von Greenpeace nach den Kriterien Ökologie (Inhaltsstoffe, Transport, Verpackung) und Tierschutz (ein Produkt enthielt den tierischen Rohstoff Gelatine) beurteil 

Nur ein empfehlenswertes Produkt

"Gut" erhielt nur ein Produkt im Check: Der Bio Regenwald Regenwald Kaugummi Chicza. Der Bio-Kaugummi kommt ohne bedenkliche Zusatzstoffe aus und steht im Öko-Ranking an der Spitze. Die Rohstoffe für die Kaumasse werden im mexikanischen Regenwald händisch gewonnen. Die natürlichen Zutaten des Chicza-Kaugummis sind vollständig biologisch abbaubar - ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Produkten auf Erdölbasis.

„Den Weltbedarf an Kaugummi wird man mit diesem Rohstoff nicht decken können. Für Kaugummi-Hersteller sollte es jedoch ein Antrieb sein, diesem Beispiel zu folgen und eine Kaumasse aus regional produzierten, nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln", rät die Greenpeace Konsumentensprecherin Claudia Sprinz.

Produkte auf den hinteren Rängen

Besonders negativ aufgefallen, sind die Produkte von Wrigleys, aber auch ein hochpreisig in Apotheken verkauftes Produkt „Mundhygiene Kaugummi mit Grüntee und Teebaumöl“ der Marke Ralf Baders Gesundheit. Beide Marken enthalten sowohl BHA als auch das Süßungsmittel Aspartam.

Inhaltsstoff "Ungenügend"

Insgesamt enthalten sieben von 15 Produkten den Lebensmittelzusatzstoff BHA, Butylhydroxyanisol, der auch oft in Form der E-Nummer E 320 auf den Produkten angegeben wird. Es handelt sich dabei um ein Konservierungsmittel, das im Verdacht steht, unter anderem hormonelle und krebserregende Wirkung zu haben. marktcheck.at stuft diesen Stoff als "Ungenügend" ein:

 

Dass es sehr wohl möglich ist, herkömmliche Kaugummis ohne diesen bedenklichen Inhaltsstoff herzustellen, beweisen die Produkte auf den vorderen Plätzen im Check.

Süßstoffe, die leider nicht nur süßen

In allen Wrigleys Produkten fanden sich auch die Lebensmittelzusatzstoffe E 951 und E 962 mit den Namen "Aspartam" und "Aspartam-Acesulfamsalz". Diese können bei übermäßigen Konsum zu Störungen des Nervensystems führen und damit unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel oder Panikattacken auslösen. Auf marktcheck.at ist dieser Stoff "Kritisch" bewertet:

 

Stellungnahme von Wrigley

Greenpeace hat Wrigley über den Kaugummi-Check informiert und um Stellungnahme zu dem kritisierten Stoff BHA gebeten. Wrigley erklärt nur "Zutaten zu verwenden, die nationalen und internationalen lebensmittelrechtlichen Vorschriften entsprechen". Auf die gesundheitlichen Bedenken geht Wrigley nicht näher ein. Eine Änderung der Rezepturen der Wrigley Kaugummis scheint nicht geplant.

Tipps zum Konsum

Intensivnutzern, Schwangeren und Eltern empfiehlt Greenpeace auf das Kleingedruckte auf den Packungen zu achten. Jüngere Kinder sollten am besten überhaupt nicht an diese Produkte gewöhnt werden.  

„Wenn gesunde Erwachsene gelegentlich Kaugummi kauen, wird vermutlich nicht mit gesundheitlichen Nebenwirkungen zu rechnen sein. Wenn jedoch Kinder und Jugendliche solche Produkte in übermäßigen Mengen kauen, dann könnte beim Antioxidationsmittel BHA die erlaubte Tagesdosis von 0,5 Gramm pro kg Körpergewicht erreicht oder sogar überschritten werden“, so Claudia Sprinz.

Außerdem enthalten 14 von 15 Produkte den künstlichem Süßstoff Aspartam; bei diesen raten die Hersteller selbst von übermäßigem Verzehr mittels Hinweis auf der Verpackung ab.

Kaugummi - ein kosmetisches Produkt?

Bei zwei Produkten im Check waren die Inhaltsstoffe in englischer Sprache als Kosmetik-Inhaltsstoffe angegeben. Greenpeace hat die Firmen Hofer und Lidl auf diesen Umstand hingewiesen und sinngemäß die folgenden Auskunft erhalten. Die betroffenen Produkte sind als kosmetischer Zahnpflege-Kaugummi positioniert und sind daher gesetzeskonform nicht laut Lebensmittelverordnung deklariert. Nichtsdestotrotz haben beide angekündigt, die Zutaten in Zukunft auf Deutsch anzuführen.

Gekauft wurden die Produkte im Mai und Juni 2013 bei Billa, Denn's, Hofer, Lidl, Penny Markt und in der Apotheke. Im August wurden die Produkte und deren Inhaltsstoffe noch ein mal überprüft.

Quelle: Greenpeace

 

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