Ostereier-Check 2013

Vorsicht bei lose verkauften Eiern

Newsartikel - 21 März, 2013
marktcheck.at hat auch heuer Ostereier und Eierfarben unter die Lupe genommen. Kritikpunkt sind wie im Vorjahr die lose verkaufte Ostereier: das Verkaufspersonal ist schlecht informiert und gesetzliche Vorschriften zur Kennzeichnung fehlen gänzlich! Lob gibt es diesmal für vorverpackten Eier, auch wenn auf einigen Verpackungen wesentliche Informationen fehlen. Die Hersteller von konventionellen Produkten zum Selberfärben setzen immer noch auf problemtische Farbstoffe.

 

Keine Kennzeichnungspflicht für lose Eier

Gesetzliche Regelungen fehlen

Auf die Anfrage im Jahr 2011 an das Bundesministerium für Gesundheit zum Verkauf von losen Ostereiern, erhielt Greenpeace die folgenden Auskunft: "Eier dürfen beim Bäcker oder Greißler durchaus lose verkauft werden, sofern der Händler/Verkäufer in der Lage ist, Angaben über Qualität und Herkunft des Eies zu machen."

Eine weitere Nachfrage im Gesundheitsministerium im März 2013 erbrachte eine abweichende Erkenntnis: Denn die Richtlinien für "lose" verkaufte Ostereier sind nicht nur ungenügend, sie sind gar nicht vorhanden! Laut Auskunft einer Mitarbeiterin des Gesundheitsministeriums gibt es "für unverpackte, gekochte und gefärbte Eier keine verpflichtenden Kennzeichnungsbestimmungen".

Greenpeace fordert klare Gesetzesvorgaben

„Das ist ein echter Skandal: Denn mit der derzeitigen Regelung könnten den KonsumentInnen auf diesem Wege ganz leicht weit gereiste Käfigeier untergejubelt werden, die von mit Gentech-Futter aufgezogenen Hennen stammen oder die mit problematischen Farbstoffen gefärbt wurden. Greenpeace fordert von Gesundheitsminister Stöger ein rasches Schließen dieser Kennzeichnungslücke zum Schutz der Konsumenten und KonsumentInnen ", so Claudia Sprinz.

Schlecht informiertes Personal

Bei diesen Produkten können die KonsumentInnen zumeist nur raten, was sich hinter der bunten Schale verbirgt. Das Verkaufspersonal konnte wesentliche Fragen nach Haltbarkeit, Herkunft, eingesetzte Farbstoffe und Haltungsform oft nicht beantworten.

Schönes Körberlgeld

Neben der Tatsache, dass das Verkaufspersonal nur schlecht informiert war, war auch die Preisdifferenz der lose verkauften Ostereier bei den Bäckerei-Filialen auffällig. Firma Anker verkauft österreichische Bodenhaltungseier um EUR 1,-; am billigsten gibt es ein solches Produkt um 43 Cent bei "Der Mann".

Lob für vorverpackt Ostereier

Ostereier aus dem Supermarkt

Insgesamt wurden 25 Produkte mit gefärbten Hühnereiern gemäß der marktcheck.at Bewertungskriterien auf Ökologie (Inhaltsstoffe, Gentechnik, Transport, Verpackung) und auf artgerechte Tierhaltung hin geprüft. Das Ergebnis ist durchaus erfreulich: Die getesteten Ostereier schneiden aus ökologischer Sicht „Hervorragend“ oder „Gut“ ab.
 

Verbesserungsbedarf bei den Verpackungs-Angaben

Manche Hersteller verabsäumen es leider, ihre empfehlenswerten Produkte auch entsprechend zu kennzeichnen. Es bedarf schon einer Nachfrage von Greenpeace bei den Herstellern, um relevante Informationen zu erhalten.

Schlögl-Ei konnte bestätigen, dass ihre Produkte im Check tatsächlich aus Österreich kommen und die Legehennen keine Gentechnik-Futter erhalten haben. Besonders negativ viel eine bei Ströck gekaufte 6er-Packung auf: Dass es sich um österreichische Eier aus Bodenhaltung handelt, erbrachte erst die Nachfrage in der Ströck-Zentrale.

Problematisch: Produkte zum Selberfärben

"Ungenügend" bis auf zwei Ausnahmen

Die in den letzten Jahren von marktcheck.at kritisierten bedenklichen Farbstoffen fanden sich heuer nur mehr in den Farben zum Selberfärben. Die Hersteller der Ostereier-Farben zeigten sich von der Kritik an den Zutaten ihrer Farben unbeeindruckt. Bis auf zwei im Bio-Supermarkt erhältliche Farben sind allen Produkten "Ungenügend" bewertet.


Kennzeichnungspflicht für Azofarbstoffe

Seit Juli 2010 müssen gemäß der EU-Verordnung 1333/2008 Lebensmittel, die die Azofarbstoffe enthalten, mit dem gesonderten Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet sein.

Ausnahme für Eierfarben

Davon ausgenommen sind jedoch ausgerechnet „Stempelaufdrucke und Farbverzierungen auf den Schalen von Eiern“.

Liste der problematischen Farbstoffen: Bewertung Rot = "ungenügend"

Azo-Farbstoffe:

  •    Tartrazin (E 102)
  •     Chinolingelb (E 104)
  •     Gelborange S (E 110)
  •     Azorubin (E 122)
  •     Cochenillerot A (E 124)

Weitere bedenkliche Farbstoffe:

  •     E 151 (Brillantschwarz BN , Schwarz PN)
  •     E 127, Erythrosin

Einsatz und (Nebenwirkung) der problematischen Farbstoffe in den Ostereiern sind bei den Infos zu problematischen Farbstoffen und in der Inhaltsstoffsuche der marktcheck.at-Datenbank näher erläuter.

Tipps für KonsumentInnen  

  • Beim Ostereinkauf an der Produktliste für Ostereier orientieren.
  • Ostereier aus biologischer Landwirtschaft sind die beste Wahl.
  • Nur Produkte kaufen, bei denen die wesentlichen Informationen eindeutig ersichtlich und eindeutig angeführt sind.
  • Ostereier - gemeinsam mit FreundInnen und Familie - selber färben!

Quelle: Greenpeace

Themen