Test Plastik-Sackerl

Greenpeace-Marktcheck Novemer 2016

Newsartikel - 2 November, 2016

 

Test 11-2016, Plastik-Sackerl

Der Greenpeace-Marktcheck hat im November die Supermärkte beim „Sackerl-Test“ unter die Lupe genommen. Mittels Fragebögen und Testkäufen wurde bewertet, was der Handel unternimmt, um den Überfluss an Plastiksackerl und damit Plastikmüll zu vermeiden.

Testsieger ist Hofer mit der Note "Gut" - auch weil Hofer bei den Testkäufen am besten abgeschnitten hat. Ein "Ausgezeichnet" und "Sehr gut" konnte Greenpeace auch bei diesem Test nicht vergeben.

 Die Ergebnisse

Test 11-2016, Sackerl-Test

Zum Vergrößern und Ausdrucken einfach auf Tabelle oben klicken.

Die Tabelle mit dem Abschneiden der Supermärkte zeigt: Nur Hofer und Merkur erhalten die Bestnote in diesem Test, nämlich ein „Gut“. Sechs Mal hat Greenpeace ein "Befriedigend" vergeben. Schluss ist der Unimarkt mit Sitz in Oberösterreich mit einem "Genügend". Alle Ergebnisse und das Abschneiden der Supermärkte.

Freiwillige Vereinbarung der Supermärkte

Bereits im Mai 2016 haben sich alle Supermärkte freiwillig verpflichtet und die "Vereinbarung 2016 - 2025 zur Vermeidung von Tragetaschen" unterschrieben. Neben der Unterzeichnung selbst hat Greenpeace bewertet, welche Maßnahmen aus der Vereinbarung bereits umgesetzt wurden und was die Supermärkte in der Zukunft planen. Geprüft wurde auch das Angebot an wiederverwendbaren Taschen bzw. aus welchem Material diese hergestellt wurden, und zusätzlich, ob es Alternativen für die Obst- und Gemüsebeutel in den Geschäften gibt.  Die Bewertungskriterien des Greenpeace-Marktcheck Sackerl-Tests

Wie der Sackerl-Test zeigt, muss der Lebensmittelhandel bei seinen Bemühungen noch deutlich ambitionierter agieren. Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace: "Der Plastik-Flut muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Eine freiwillige Selbstverpflichtung ist gut, aber die Unterschrift allein ist nicht ausreichend.“

Mehr Taschen für mehrmalige Nutzung

Greenpeace fordert von den Supermärkten vor allem mehr wiederverwendbare Taschen, um das Plastik-Problem auch tatsächlich anzugehen. Diese gibt es in unterschiedlicher Qualität, was die ökologischen Kriterien betrifft: „Wir fordern von den Supermärkten, bei der Wahl der Mehrwegtaschen mehr auf umweltfreundliche Materialien zu setzen“, sagt Kaller.

So wird zum Beispiel Hofer ab Jänner 2017 eine neue, verbesserte Variante seiner wiederverwendbaren Tasche aus Bio-Folie anbieten: Sie wird aus Zuckerrohr, ohne Einsatz von Gentechnik und ohne fossile Anteile hergestellt und kompostierbar sein.

Teilweises Aus für Plastik-Sackerl ab 2017

Ein weiterer wichtiger Schritt, um Plastikmüll durch Sackerl zu vermeiden, wurde vom Handel bereits gesetzt: Ab 2017 wollen Hofer, Lidl und die REWE-Supermärkte (Billa, Merkur, PennyMarkt) ganz auf das Plastik-Sackerl verzichten.

Papiertragetaschen sollen allerdings weiterhin erhältlich sein, was aus Sicht von Greenpeace eine klare Fehlentscheidung ist. Denn auch diese werden meist nur ein Mal benutzt und haben durch den hohen Energieeinsatz bei der Produktion keine bessere Ökobilanz als klassische Plastiksackerl. Die umweltfreundlichere Lösung sind stabile Taschen, die erneut verwendet werden können.

Testkäufe in den Supermärkten

Um die Angaben der Supermärkte im Fragebogen zu kontrollieren, hat Greenpeace in 75 Filialen österreichweit Testkäufe für den Sackerl-Test durchgeführt. Es hat sich gezeigt, dass die Angaben der Supermärkte nicht immer mit der Realität übereinstimmen: Beispielsweise gaben mehrere Märkte an, die KundInnen mittels Broschüren und Plakaten über das Plastik-Problem zu informieren. In der Praxis sind diese kaum zu finden. Kein Problem haben die VerkäuferInnen allerdings, wenn die KundInnen bereits benutzte Obst und Gemüsebeutel beim nächsten Einkauf wieder verwenden.  

Weitere Branchen müssen folgen

Wie der Test zeigt, wird die Umsetzung der freiwilligen Vereinbarung durch den Lebensmittelhandel noch sehr zögerlich umgesetzt. Hier müssen sich die Supermärkte noch verbessern. Aber wesentlich, um die Flut an Plastiksackerl zu bekämpfen, ist, dass der restliche Handel endlich aktiv wird. „Um die Umweltbelastung durch Plastiksackerl zu verringern, müssen auch Branchen wie der Textil- und Elektronikhandel mit den Supermärkten gleichziehen und die freiwillige Selbstverpflichtung unterzeichnen", fordert Nunu Kaller.

Nachhaltigkeit im Test

Der Greenpeace-Marktcheck nimmt regelmäßig das Sortiment des österreichischen Lebensmittelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang wird im Hinblick auf die Erfüllung von nachhaltigen Kriterien ein Ranking der großen konventionellen Supermarktketten mit einheitlichem Sortiment veröffentlicht. Das Abschneiden der Supermärkte, die zugrundeliegenden Kriterien und Gewichtungen sowie die Informationen über die getesteten Produkte bzw. Sortimente werden immer unter greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test veröffentlicht.

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