Test Mehrweg-Getränkeflaschen

Greenpeace-Marktcheck Juni 2016

Newsartikel - 7 Juni, 2016
Anlässlich der bevorstehenden Fußball-EM in Frankreich hat der Greenpeace-Marktcheck das Angebot an Mehrweg-Flaschen in den österreichischen Supermärkten unter die Lupe genommen. Beurteilt wurden die Sortimente Bier, Mineralwasser, Wein sowie Saft, Nektar und Limonaden.

 

Test 6-2016, Test Mehrweg

Aus Umweltsicht bedenklich: Die Mehrweg-Flasche als ökologisch beste Verpackung verliert an Raum und wird von PET-Flaschen, Dosen und Glas-Einwegflaschen schwer bedrängt. Immer öfter ist auch die 0,33 l-Flasche im Bier-Regal zu finden, diese ist in den Supermärkten zumeist nur als Wegwerfflasche erhältlich.

Die Bestnoten "Ausgezeichnet" und "Sehr gut" beim Greenpeace-Marktcheck wurden auch diesmal nicht vergeben, denn das Angebot an Mehrwegflaschen ist bei allen Supermärkten bei weitem nicht ausreichend.

 

 Die Ergebnisse

Test 6-2016, Mehrweg-Flaschen

Zum Vergrößern und Ausdrucken einfach auf Tabelle oben klicken.

Die Tabelle macht deutlich: Nur Spar und das oberösterreichische Unternehmen Unimarkt erzielen die Note „Gut“, weil sie in den vier abgefragten Sortimentsbereichen zumindest ein regionales bzw. kleines Angebot haben. Billa und Merkur können noch in den Bereichen Bier und Mineral punkten und erhalten ein „Befriedigend“. Zu wenig Einsatz beim Thema Mehrweg zeigen die beiden im  Westen ansässigen Supermärkte Sutterlüty und MPreis und bekommen von Greenpeace ein „Genügend“. Am Ende der Tabelle liegen abgeschlagen die drei Diskonter Hofer, Lidl und PennyMarkt mit ausschließlich Getränken in Einweggebinden in ihren Regalen. Siehe auch deren Stellungnahmen in der  Übersicht der Ergebnisse 

Mehrweg ist am verlieren

„Umweltschonende Verpackungen dürfen nicht auf der Ersatzbank landen. Jetzt wo es auch bei der EM heiß wird, werden verstärkt Bier, Mineral, Säfte und Co. gekauft. Wegwerfflaschen legen zu, aber wenn die Mehrweg-Alternative fehlt, haben die Konsumenten und die Konsumentinnen auch keine Wahlfreiheit“, kritisiert Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace in Österreich. Das zeigt sich beispielsweise beim Bier: Im Osten Österreichs wird laut den Handelsunternehmen verstärkt zur Dose gegriffen. Gleichzeitig verkommt hier Mehrweg immer mehr zu einer Mangelware. In den westlichen Bundesländern sieht es etwas besser aus. In Vorarlberger wird traditionellerweise Bier aus Pfandflaschen getrunken. Die bei Bier immer beliebter werdende 0,33 l-Flasche ist als Mehrwegflasche nur bei Sutterlüty in Vorarlberg flächendeckend erhältlich. Diese Flasche wird zwar von vielen Brauereien als Mehrweg angeboten, aber hauptsächlich an die Gastronomie geliefert.

Auch bei Mineralwasser in der Mehrwegflasche ist das Angebot durchwegs unzureichend. Hier sind nur einige wenige Marken wie Römerquelle und Vöslauer flächendeckend erhältlich.

Absolut unbefriedigend ist die Situation bei Wein: die Pfandflasche steht immer öfter auf verlorenem Posten. Wurden bis vor kurzem zumindest noch 2 l- und einige 1 l-Flaschen im Mehrweggebinde bei den Marktführern angeboten, sind mittlerweile nur mehr einzelne Flaschen erhältlich.  

Fruchtsäfte in der Mehrweg-Flasche stammen mehrheitlich von kleineren Produzenten und sind daher nicht bundesweit erhältlich. Etliche kleinere Brauereien - vor allem in Oberösterreich und Salzburg, Steiermark und Niederösterreich - bieten auch Limonaden in der Pfandflasche an.

Zum Nachlesen: Informationen zum Mehrweg-Test, zu den Kriterien und zur Bewertung. 

Es braucht mehr Einsatz vom Handel

Der Handel argumentiert das schrumpfende Mehrweg-Angebot mit dem Kaufverhalten der KundInnen, setzt aber keine wesentlichen Akzente, um Mehrweg wieder ins Spiel zu bringen. Greenpeace fordert daher die Supermärkte auf, endlich aktiv zu werden und den KonsumentInnen die Wahlfreiheit quer durch alle Sortimente zu bieten. Neben einem größeren Angebot braucht es mehr Informationen über die Vorzüge der Mehrweg-Flasche, klare Kennzeichnung und attraktive Preisaktionen mit entsprechender Bewerbung durch den Handel.

Weitere Infos zum Thema Mehrweg

Nachhaltigkeit am Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Lebensmittelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang wird im Hinblick auf die Erfüllung von nachhaltigen Kriterien ein Ranking der großen konventionellen Supermarktketten mit einheitlichem Sortiment veröffentlicht. Das Abschneiden der Supermärkte, die zugrundeliegenden Kriterien und Gewichtungen sowie Produktinformationen werden immer unter greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test veröffentlicht.

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