Test Pestizid-Reduktion

Greenpeace-Marktcheck Mai 2016

Newsartikel - 3 Mai, 2016

 

Test 5-2016, Pestizid-Reduktion

Anlässlich des Saisonstarts von heimischem Obst und Gemüse hat der Greenpeace-Marktcheck im Mai die österreichischen Supermärkte wieder unter die Lupe genommen: Im Test „Pestizid-Reduktion“ wurden sowohl die Aktivitäten zur Reduzierung der Pestizid-Belastung der angebotenen Produkte als auch die Maßnahmen der Supermärkte zur Verringerung des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden am Feld beurteilt.

Während die REWE-Supermärkte Merkur, Billa und PennyMarkt sowie Sutterlüty sehr engagiert an dieses Thema herangehen, scheint bei einigen das Thema noch gar nicht angekommen zu sein. Die Noten für die Supermärkte liegen demzufolge zwischen einem "Sehr gut" für den Testsieger und zwei "Nicht genügend" für die letzten beiden in der Tabelle. 
Die Bestnote „Ausgezeichnet“ liegt bei keinem Supermarkt in Reichweite, denn weitere Maßnahmen zur Reduktion des Pestizideinsatzes sind bei allen Supermärkten erforderlich.

 

 Die Ergebnisse

Test 5-2016, Pestizid-Reduktion

Die Übersicht der Ergebnisse macht deutlich: Vorne liegen die Supermärkte Merkur, Billa, Sutterlüty und PennyMarkt, die mit einem umfassendsten Programm zur Pestizidreduktion überzeugen. Hofer folgt mit Respektabstand und punktete stark mit konkreten Schritten zum Schutz der Bienen. Greenpeace hat beim Check jedoch auch zahlreiche schlechte Noten vergeben: Vor allem bei Spar, Lidl, MPreis und Unimarkt sieht Greenpeace dringenden Handlungsbedarf.

Die Kriterien

Beim Test wurden im Rahmen eines Fragebogens die folgenden Punkte abgefragt:

  • die Reduktion von Pestiziden am Feld, 
  • Verbote besonders gefährlicher Pestizide,
  • eigene Rückstandsuntersuchungen,
  • interne Grenzwerte für einzelne Pestizide
  • Grenzwerte für die Gesamtbelastung
  • Veröffentlichung der Ergebnisse,
  • Bio-Anteil bei Obst & Gemüse,
  • konventionell hergestellte Pestizid-reduzierter Ware,
  • Nachhaltigkeitsprojekte mit Forschung und Landwirtschaft
  • sowie Maßnahmen zum Schutz der Bienen

Zusätzlich wurde bewertet, ob ambitionierte langfristige Ziele bestehen, und inwieweit die Supermärkte an einem grundlegenden Wandel hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft arbeiten. Die Maßnahmen, Fragen und Bewertung im Detail

Weniger Pestizide am Feld & Schutz der Bienen

Neben dem seit vielen Jahren bei REWE gemeinsam mit GLOBAL 2000 umgesetzten Pestizidreduktionsprogramm, waren vor allem die aktuellen Bemühungen zur Reduktion des Pestizideinsatzes am Feld für die gute Note ausschlaggebend. Rewe hat auch zahlreiche Pilotprojekte, die gemeinsam mit der österreichischen Landwirtschaft durchgeführt werden. Trotzdem darf REWE sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern muss den begonnenen Weg konsequent weitergehen. Gerade auf den Feldern, Plantagen und Gärten ist noch viel zu tun.

Hofer verdankt die Gesamtnote „Befriedigend“ vor allem seinem umfassenden Bienenschutz-Programm. Das Unternehmen wird ab 2017 für seine gesamte österreichische Obst- und Gemüse-Produktion auf acht für die Bienen besonders gefährlichen Pestizide verzichten. Kurzfristige Ausnahmen werden nur dort erlaubt sein, wo ansonsten andere giftige Pestizide eingesetzt werden müssten. Damit wird Hofer laut Greenpeace zum Vorreiter beim Bienenschutz in Österreich unter den Supermärkten. Neben Hofer konnte auch Rewe zahlreiche begrüßenswerte Bienenprojekte vorweisen.

Mehr Maßnahmen in der Produktionskette

REWE, Hofer, Spar und Lidl beauftragen insgesamt jährlich mehrere tausend Pestizidanalysen. „Analysen allein reichen jedoch nicht aus“, erklärt Nunu Kaller Konsumentensprecherin von Greenpeace, „Der Handel muss gemeinsam mit der Landwirtschaft den tatsächlichen Pestizideinsatz am Feld reduzieren. Ob das Pestizid im Produkt später nachweisbar ist oder nicht, ist hier nebensächlich.“
Dazu braucht es umfassende Pestizidreduktionsprogramme, die von  externen, unabhängigen Expertenteams unterstützt werden. Hier sind vor allem Maßnahmenpakete, die zu einer Reduktion der Pestizide sowohl in den Produkten als auch auf den Feldern führen ausschlaggebend. Greenpeace fordert dabei von den Supermärkten eine enge, konstruktive Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft und anerkannten Forschungseinrichtungen.

 

Nachhaltigkeit am Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Lebensmittelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang wird im Hinblick auf die Erfüllung von nachhaltigen Kriterien ein Ranking der großen konventionellen Supermarktketten mit einheitlichem Sortiment veröffentlicht. Das Abschneiden der Supermärkte, die zugrundeliegenden Kriterien und Gewichtungen sowie Produktinformationen werden immer unter greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test veröffentlicht.

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