Heimische Speise-Öle

Ein Greenpeace-Marktcheck im März 2017

Newsartikel - 6 März, 2017
Der Greenpeace-Marktcheck hat im März das Angebot der Supermärkte an heimischen Speiseölen, also an Ölsorten, die auch in Österreich angebaut werden, unter die Lupe genommen.

Test 3-2017, Heimische Speise-Öle

Die Tabelle unten zeigt: Testsieger mit dem größten Anteil an Bio- und heimischen Ölen wird MPreis, auf Platz zwei liegen Billa und Unimarkt – alle drei erhalten von Greenpeace ein „Gut“.

 Die Ergebnisse

Test Heimsche Öle, 3-2017

Zum Vergrößern und Ausdrucken einfach auf die Tabelle oben klicken.

Hier finden sich die detaillierten Ergebnisse zum Abschneiden und die Infos zum Angebot der Supermärkte

Bewertung und Kriterien des Tests

Bewertet hat Greenpeace das Angebot an Raps-, Sonnenblumen-, Maiskeim-, Kürbis- und Misch-Ölen. Punkten konnten Öle in Bio-Qualität, aus österreichischem bzw. EU-Anbau sowie aus garantiert gentechnikfreier Produktion.

Informationen zu den Test-Kriterien

Nur ein Drittel aus Österreich

Nur ein Drittel der Speiseöle im Supermarktregal stammt tatsächlich zu 100 Prozent aus österreichischem Anbau, so ein Ergebnis des Tests. Bei vielen Produkten wird zudem durch verwirrende Banderolen eine heimische Herkunft suggeriert.

„Es ist gar nicht so einfach, ein in Österreich produziertes Speiseöl zu finden. Bei einigen Ölen wird eine rot-weiß-rote Banderole mit dem Zusatz „abgefüllt in Österreich“ aufgedruckt. Das garantiert aber noch lange nicht, dass die Öl-Pflanze in Österreich angebaut wird“, kritisiert Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons. 

Mazola: "Abgefüllt" in Österreich

Bei Mazola Maiskeimöl wird zwar auf der Flasche „Abgefüllt & geprüft in Österreich“ ausgelobt, doch der Mais stammt nicht aus Österreich. Beworben wird das Produkt mit dem Spruch „Wos von daham kummt, muas ma daham ham“, obwohl die Pflanzen für das Öl laut Information des Herstellers in Deutschland, Frankreich, Italien, Rumänien, Ungarn und sogar in der Ukraine angebaut werden.

Herkunft nicht angegeben

Greenpeace kritisiert, dass bei vielen Produkten keine klare Kennzeichnung der Herkunftsländer vorhanden ist. Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons rät daher für den nächsten Speiseöl-Einkauf: „Da es oft an der Kennzeichnung der Herkunft hapert, ist es umso wichtiger, dass sich die Konsumentin und der Konsument nicht durch verwirrende Hinweise hinters Licht führen lassen. Sonst kann es leicht sein, dass das Kürbiskernöl aus Asien stammt oder der Mais fürs Öl in der Ukraine angepflanzt wird.“

Gentechnikfrei-Siegel sind die Ausnahme

In der EU muss die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Zutatenliste angeführt werden. Das ist bei den Ölen im Test nicht erforderlich; kein Produkt listet gentechnisch veränderte Pflanzen bei den Zutaten. Ein Gentechnikfrei-Logo am Produkt bietet zusätzliche Sicherheit für garantiert gentechnikfreie Herstellung. Bei diesen Produkten wird die gentechnikfreie Herstellung durch unabhängige Institutionen streng kontrolliert und garantiert. Den KonsumentInnen bieten Logos mehr Transparenz beim Einkauf. 

Greenpeace hat hier die Produktkennzeichnung bewertet, also ob sich auf den Flaschen ein Logo für gentechnikfreie Herstellung befindet. Leider ist eine solche Kennzeichnung die Ausnahme und findet sich nur auf den folgenden zwei Produkten: 

• Rapso Rapsöl, das in den meisten Supermärkten erhältlich ist 
• Billa Rapsöl mit dem ARGE Gentechnik-frei-Logo „Ohne Gentechnik hergestellt“

Nachhaltigkeit auf dem Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt der Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Einzelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang veröffentlicht Greenpeace ein Ranking der größten Supermarktketten in Österreich. Das Ranking, die Test-Kriterien und Gewichtungen sowie Produktinformationen finden Sie unter greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test

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