Atommüll −
Generationen überstrahlend

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Das Problem, was mit dem Atommüll passieren soll, ist nach wie vor ungelöst.

Wer ein Endlager plant, muss Sicherheit für eine Viertelmillion Jahre oder 12.000 Generationen (!) garantieren. In Deutschland ist aber zum Beispiel das Lager Asse bereits nach 40 Jahren (und knappen zwei Generationen) vom Einsturz bedroht. Diese Renovierung alleine wird vier Milliarden Euro kosten.

Weltweit gibt es kein einziges brauchbares Endlager, in den meisten Fällen wird der hoch radioaktive Müll irgendwo am Kraftwerksgelände "zwischengelagert".

Zielstrebig zeigt sich hier die tschechische Politik: Sie will bis 2035 eine Lagerstätte gefunden haben, die schon 2065 in Betrieb gehen soll. Sehr ambitioniert, kommt es zu den üblichen Verzögerungen und Kostenexplosionen werden wir das wohl alle nicht mehr erleben.

Wiederaufbereitung – ein irreführendes Wort
Als Wiederaufarbeitung wird die physikalische und chemische Bearbeitung von abgebrannten Brennstäben in so genannten Wiederaufarbeitungsanlagen (WAA) bezeichnet. Der Name ist allerdings irreführend: Es findet fast kein Recycling von verbrauchtem Kernbrennstoff statt. Nur wenige Prozent des ursprünglichen Atommülls werden in neuen Brennstäben wieder verwendet.

In Westeuropa sind derzeit zwei kommerzielle Wiederaufarbeitungsanlagen in Betrieb (La Hague, Frankreich und Sellafield, England). Messungen durch Greenpeace an den Abwasserrohren der Wiederaufarbeitungsanlagen sowie Studien namhafter Wissenschafter brachten erschreckende Ergebnisse: Der Meeresboden rund um die Rohre enthält so viel Plutonium, dass die entnommenen Bodenproben nach deutschem Recht als Kernbrennstoff einzustufen sind. Die Verseuchung von Meerestieren wie Krebsen, Muscheln und Fischen ist vergleichbar mit der Kontamination nach nuklearen Großunfällen.

Ein Vergleich von Bodenproben belegt, dass die Umgebung um die Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield vergleichbar stark radioaktiv belastet ist wie die 30-Kilometer-Sperrzone um den Katastrophenreaktor von Tschernobyl. In der Umgebung von Sellafield liegt das Blutkrebsrisiko für Jugendliche bis zu zehnmal, in der Umgebung von La Hague dreimal höher als im jeweiligen Landesdurchschnitt.

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