Die Katastrophe von Mayak

Infoseite - 8 April, 2010
Am 29. September 1957 ereignete sich im russischen Atom-Komplex Mayak eine Explosion, welche die bisher weltweit zweitgrößte Strahlenkatastrophe verursachte. Flüsse und Erde sind noch heute radioaktiv verseucht. Mit gravierenden Folgen für die Einwohner der Region. Greenpeace Russland fasst die Geschehnisse um Mayak in einem Bericht zusammen.

Ramzes Faisullin (16) im September 2001, ein Bewohner von Kurmanovo, jenes Dorf das unter der Katastrophe von Mayak am stärksten radioaktiv verseucht wurde.

© Greenpeace / Robert Knoth

Mayak ist ein riesiger Atomtechnik-Komplex im südlichen Ural, in welchem militärische und zivile Betriebe zusammengefasst sind. Im September 1957 explodierte in Mayak ein Lagertank mit hochradioaktiven flüssigen Rückständen. In 217 Städten und Dörfern wurden 270.000 Menschen chronisch mit Strahlung belastet. Bis zur Tschernobyl-Katastrophe 1986 war dies der schlimmste Strahlenunfall auf der Welt.

Der radioaktive Niederschlag verbreitete sich auf ein Gebiet von 50 km Breite und 300 km Länge. Nach einem Jahr wurden 1000 km2 zur Sperrzone erklärt und die darin lebende Bevölkerung umgesiedelt. Doch viele strahlenbelastete Menschen wurden nie evakuiert. Mehr als ein halbes Jahrhundert später ist Mayak heute eines der weltweit am meisten verseuchten Gebiete. Tausende von Menschen leben noch in den umliegenden Dörfern und Städten auf verseuchtem Land. Viele von ihnen leiden an bösartigen Krebserkrankungen und genetisch bedingten Missbildungen.

Statt aus der Mayak-Tragödie die Lehren zu ziehen, erließ die russische Regierung neue Gesetze, welche die Einfuhr von abgebrannten Brennelementen aus Drittstaaten erlauben, welche zum Atom-Komplex Mayak gebracht werden und dort für immer zurückbleiben sollen.

Mayak zeigt das wahre Gesicht der Atomindustrie. Die Atomenergie ist nicht sauber, sondern verursacht zwangsläufig radioaktive Verseuchungen mit unabsehbaren Gesundheitsschäden bei den betroffenen Menschen.

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