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Atomstrom Check 2011

KELAG, Verbund und TIWAG haben höchsten Atomstrom-Anteil der heimischen EVUs

Infoseite - 26 September, 2011
Greenpeace und GLOBAL 2000 haben den Strom-Mix der österreichischen Energieversorgungsunternehmen einem Atomstrom-Check unterzogen. Das Ergebnis: Trotz der Reaktorkatastrophe in Fukushima und der breiten Ablehnung der österreichischen Bevölkerung gegenüber Atomstrom-Importen, halten einzelne Energieunternehmen am Import von Atomstrom fest.

Die Untersuchung zeigt, dass Unternehmen wie die Kärntner KELAG, die Tiroler TIWAG oder die Verbund AG keine Ambitionen zeigen, aus dem Geschäft mit dem Atomstrom auszusteigen. Es gibt aber auch Unternehmen, die aufzeigen, dass der Verzicht auf Atomstrom auch für konventionelle Stromanbieter möglich ist. Die BEWAG, die EVN, die Wien Energie, die Salzburg AG und die Energie Steiermark konnten glaubhaft nachweisen, keinen Atomstrom in ihrem Angebot zu haben.

 

Der Strommix 2011 der österreichischen Energieversorgungsunternehmen.

Import entspricht Jahres­strom­produktion von AKW Mochovce

Die Atomstrom-Importe der KELAG oder der TIWAG führen dazu, dass das Geschäft mit dem Atomstrom rund um Österreich weiter blüht. Der Atomstrom, der an die österreichischen Endkunden fließt, entspricht etwa der Jahresstromproduktion des AKW Mochovce. Im Juni wurde von Greenpeace und GLOBAL 2000 eine Umfrage in Auftrag gegeben, die ergab, dass 80 Prozent der 500 befragten ÖsterreicherInnen gegen den Handel mit Atomstrom durch heimische Energieversorger sind. 74 Prozent sprachen sich sogar dezidiert für ein entsprechendes Importverbot aus.

 

Atomstrom im Mix

Im Zuge des Atomstrom-Checks wurde bei folgenden Energieunternehmen Atomstrom im Mix gefunden:

  • KELAG (23 Prozent),
  • Verbund AG (16 Prozent),
  • TIWAG (12 Prozent),
  • VKW (11,2 Prozent) und
  • Energie AG (10,5 Prozent).

Dieses Ergebnis zeigt, dass es in Österreich eine Kennzeichnungspflicht für Stromversorger gibt, die leider diverse Schlupflöcher zur Verschleierung des Atomstromanteils offen lässt.

Der Strommix der Anbieter im Detail

KELAG
Verbund
TIWAG
VKW
Energie AG
Wien Energie
EVN
STEWEAG
Salzburg AG
BEWAG
Ökostrom AG
AAE Naturstrom
Stand 09.2011

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Es geht auch ohne

Einige Energieunternehmen setzen jedoch ein Zeichen, indem sie ganz auf Atomstrom verzichten. Neben den Ökostromanbietern Ökostrom AG und AAE Naturstrom haben die BEWAG, die Wien Energie, die Energie Steiermark, die EVN und die Salzburg AG nachweisen können, an ihre Kunden keinen Atomstrom mehr abzugeben. Die Investoren in Temelín, Mochovce und Krsko hoffen auf den Importmarkt Österreich und scharren bereits in den Startlöchern. Es ist ein wichtiges Signal, dass diese Energieunternehmen ernst machen und dem Atomstrom den Rücken kehren.

Die Bewertung der österreichischen Energieversorgungsunternehmen.

 

Sieger: Ökostrom AG und AAE Naturstrom

Die Untersuchung ging über die reine Bewertung des Strommixes hinaus und legte das Augenmerk zusätzlich auf

  • die Investitionen in Erneuerbare Stromerzeugung,
  • die Transparenz bei der Beantwortung der Fragen,
  • das Betreiben von Pumpspeicherkraftwerken mit Graustrom und
  • den Handel mit nicht deklariertem Strom im Ausland.

Ökostrom AG und AAE Naturstrom sind unter den österreichischen Stromlieferanten nach wie vor das Maß aller Dinge. Beide weisen einen einwandfreien Strommix auf, der sich zu 100 Prozent aus Erneuerbarer Energie zusammensetzt, arbeiten transparent und lassen ihre Finger vom Graustrom.

Von den konventionellen Energieanbietern schneiden hier die BEWAG, die EVN und die Salzburg AG gemeinsam mit der Wien Energie und der Energie Steiermark gut ab, während Energie AG und Verbund deutlich abfallen.

Weit abgeschlagen im Ranking findet sich noch hinter der TIWAG das eindeutige Schlusslicht, die KELAG.

 

Forderungen

Um sicherzustellen, dass in keinem österreichischen Haushalt mehr Atomstrom aus der Steckdose kommt, gibt es nur einen Weg. Der Gesetzgeber muss den Import von Atomstrom verbieten.

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