Atomstrom-Umfrage 2011

80 % der ÖsterreicherInnen sagen "Nein" zu Atomstrom

Infoseite - 28 Juni, 2011
Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung lehnt die Geschäfte heimischer Energiekonzerne mit Atomstrom ab. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Linzer Meinungs­forschungs­instituts „market“, die Greenpeace und Global 2000 vor dem bevorstehenden Anti-Atomgipfel in Auftrag gegeben haben.

Die Ergebnisse der Umfrage (hier eine Auswahl) sprechen eine deutliche Sprache.

80 % der 500 befragten ÖsterreicherInnen sind gegen den Handel mit Atomstrom durch heimische Energieversorger. 74 % sprechen sich sogar dezidiert für ein ent­sprech­en­des Importverbot aus.

"Mit dem aktuellen Umfrageergebnis formuliert die öster­reich­ische Bevölkerung eine deutliche Botschaft gegen das schmutzige und riskante Geschäft mit Atomstrom. Wir werden dafür sorgen, dass dieses Anliegen von der österreichischen Regierung gehört und umgesetzt wird", so Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit und GLOBAL 2000 Geschäfts­führer Klaus Kastenhofer im Hinblick auf den für 1. Juli anberaumten Anti-Atomgipfel. An diesem werden Vertreter der öster­­reich­ischen Bundes­regierung, der Energiewirtschaft und der Umweltorganisationen teilnehmen.

Knapp Dreiviertel der befragten ÖsterreicherInnen würden für ein Importverbot von Atomstrom auch eine geringfügige Erhöhung des Strompreises in Kauf nehmen. Für die Geschäftsführer der Umweltorganisationen ist dieses Meinungsbild eine deutliche Aufforderung an die Politik: "Die österreichische Bevölkerung hat einen klaren Handlungsauftrag an die Bundesregierung formuliert. Jetzt liegt es an der Politik, ein Importverbot von Atomstrom zu erwirken und damit ihre Glaubwürdigkeit in der Anti-Atompolitik unter Beweis zu stellen", so Alexander Egit, und Klaus Kastenhofer ergänzt: "Ein österreichisches Importverbot von Atomstrom würde weitgreifende Auswirkungen auch auf grenznahe AKWs haben und Österreich als europäischen Vorreiter positionieren. Der Atomindustrie kann man so einen Strich durch die Rechnung machen und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der österreichischen Bevölkerung vor Atomunfällen leisten."

Für Länder, die Atomstrom zu Exportzwecken produzieren, ist Österreich ein äußerst lukrativer Markt: Jährlich wird Atomstrom in einem Ausmaß importiert, das der produzierten Strommenge von zwei Atomreaktoren entspricht. Lediglich 14 % der ÖsterreicherInnen fühlen sich laut Umfrage sehr gut über diese Geschäftspraxis informiert. Deshalb fordern die Umwelt­organisationen zukünftig klarere Information über die Stromherkunft. "Die mangelhafte Transparenz der österreichischen Stromanbieter ist ein unhaltbarer Zustand, der es bewussten StromkundInnen erschwert ökologischen Strom zu beziehen. Eine transparente, klar verständliche Kennzeichnung muss zukünftig selbstverständlich sein, denn auch wenn in Österreich hoffentlich bald kein Atomstrom mehr durch die Leitungen fließt, so bleiben ökologische Unterschiede zwischen den einzelnen Stromanbietern doch bestehen", so die beiden Geschäftsführer.

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