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Stromcheck-Untersuchungsmethode

EVUs unter der Lupe

Infoseite - 14 Dezember, 2012

Die Untersuchungsmethode

Greenpeace ist bei den Berechnungen von der Situation ausgegangen, dass der nicht deklarierte Anteil der Strombezüge über Börsen, kurzfristige Lieferverträge usw. bezogen wird, und dass die Herkunft dieses Stroms nicht bekannt ist. Für diesen nicht deklarierten Anteil wurde daher der europäische Durchschnitts-Strommix (der sogenannte UCTE-Mix: Union for the Co-ordination of Transmission of Electricity) angenommen.

Es könnte natürlich sein, dass ein Unternehmen genau weiß aus welchen Quellen dieser Stromanteil stammt, und dass es sich tatsächlich um Wasserkraftstrom handelt – was bedeuten würde, dass der Strommix in Wirklichkeit „sauberer“ ist, als hier dargestellt. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich, also dass der Strommix noch „schmutziger“ ist als hier angegeben. Da die Unternehmen keine genaueren Angaben machen wollten, ist Greenpeace vom UCTE-Mix ausgegangen. Die Berechnungen basieren auf dem Stromabsatz in Österreich.

Proaktive Investitionen in unsere Zukunft

Die Untersuchung ging über die reine Bewertung des Strommixes hinaus und legte das Augenmerk zusätzlich auf

  • die Investitionen in Erneuerbare Stromerzeugung,
  • die Transparenz bei der Beantwortung der Fragen,
  • das Betreiben von Pumpspeicherkraftwerken mit Graustrom und
  • den Handel mit nicht deklariertem Strom im Ausland.

Ökostrom AG und AAE Naturstrom sind unter den österreichischen Stromlieferanten nach wie vor das Maß aller Dinge. Beide weisen einen einwandfreien Strommix auf, der sich zu 100 Prozent aus Erneuerbarer Energie zusammensetzt, arbeiten transparent und lassen ihre Finger vom Graustrom.

Greenpeace fordert: Stromkennzeichnung verbessern!

  1. Ende des Etikettenschwindels: die EU muss den Handel mit Zertifikaten ohne den  dazugehörigen Strom unterbinden. Nur Zertifikate aus Ländern, die die EU-konforme Stromkennzeichnung umgesetzt haben, sollen anerkannt werden. Wirtschaftsminister Mitterlehner muss sich auf EU-Ebene dafür einsetzen.
  2. Nachvollziehbarkeit: Wirtschaftsminister Mitterlehner muss verfügen, dass Importe von RECS-Zertifikaten erfasst und öffentlich einsehbar werden.
  3. Transparente Stromkennzeichnung: Wirtschaftsminister Mitterlehner muss die Energieunternehmen dazu verpflichten, offenzulegen wie viele Zertifikate sie kaufen, aus welchem Land und von welchem Kraftwerk.
  4. Für Lieferungen aus Strombörsen müssen die Stromfirmen zumindest den Atom- und Fossilstromanteil ausweisen, der dem durchschnittlichen Mix der europäischen Gesamterzeugung lt. UCTE entspricht.

 

Hintergrund zur Anbieter-Auswahl

Viele Anbieter in Österreich

Auf dem österreichischen Markt gibt es viele unterschiedliche größere und kleinere Energieanbieter. Den Strommix all dieser Firmen zu berechnen würde einen sehr großen Aufwand darstellen, und daher hat sich Greenpeace auf die „klassischen“ Landesenergieversorger sowie auf zwei unabhängige Ökostromanbieter beschränkt.

Das „Öko-Mäntelchen“

Verschiedene große Energieversorger bieten neben dem konventionellen Strommix auch sogenannte „Wasserkraft“, „Naturstrom“, „Grünstrom“ etc. an. Aus Sicht von Greenpeace ist es sehr problematisch, wenn ein Teil des Stroms (zum Beispiel aus Wind- oder Sonnenenergie) an umweltbewusste Kunden und Kundinnen verkauft wird und parallel dazu der Strom aus Kohle- oder Atomkraft an zum Beispiel Industriebetriebe verkauft wird.

Was wirklich dahinter steckt

Denn damit bleibt nicht nur der Gesamtstrommix gleich, sondern durch solche Spezialprodukte wird verschleiert, das umweltbewussten Kunden und Kundinnen vielleicht ohne es zu wissen die zweifelhaften Geschäfte des Energieversorgers mit Kohle- oder Atomstrom subventionieren.

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