Aktive Anti-Atom-Politik

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Österreich hat sich am 5. November 1978 bei einer Volksabstimmung gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf und damit auch gegen Atomkraft generell entschieden.

Dennoch importiert Österreich heute bereits mehr Atomstrom, als das gebaute und nie ans Netz gegangene Kraftwerk jemals produziert hätte, was auch an der mangelhaften Kennzeichnung und der zum Teil irreführenden Informationspolitik der Energieversorger liegt.

Österreich ist von zahlreichen grenznahen AKW umgeben (Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Schweiz, Deutschland), darunter besonders problematische Anlagen wie Temelin, Mochovce oder das in einem Erdbebengebiet gelegene slowenische AKW Krsko.

Greenpeace fordert eine aktive Anti-Atom Politik Österreichs, um auch über die Grenzen hinweg eine klare Botschaft gegen die Risikotechnologie abzugeben.

Österreich kann gegen AKW im be­nach­bar­ten Ausland rechtlich aktiv werden. Etwa im Euratom-Vertrag, wie Rechtsgutachten belegen. Durch Richtlinien der UNO oder im Zuge von Umwelt­ver­träglich­keits­prüfungen, denen die alten Reaktoren kaum stand halten würden. Die Regierung nutzt das aber nicht.

Letztes unrühmliches Beispiel: die um­strit­tene Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke wurde bei uns ohne größeren Widerstand hingenommen.

Energieeffizienz und saubere Energiequellen

Der Weg zur atomaren Sicherheit ist der komplette Ausstieg aus der Atomkraft. Die Mitgliedsstaaten, die in Wien durch den Sitz der IAEO vertreten sind, müssen aus der Katastrophe von Fukushima lernen und sich zu einem raschen Ende des Atomzeitalters bekennen. Es ist das Gebot der Stunde, statt in Atomenergie ab sofort sowohl in Energieeffizienzmaßnahmen als auch in sichere und saubere Energiequellen zu investieren.

Im April 2011 wurde der Reaktorunfall in Fukushima auf der höchsten INES-Stufe eingestuft und ist damit historisch nur noch mit der Katastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren zu vergleichen. Die Unfälle in Fukushima wie auch in Tschernobyl haben deutlich gemacht, dass die Stromerzeugung durch Atomenergie immer ein Sicherheitsrisiko darstellen wird. Obwohl uns die Regierungen atomfreundlicher Länder und die Atomindustrie immer etwas anderes glauben machen wollen. In Fukushima sieht man derzeit sehr deutlich, dass die Konsequenzen eines Atomunfalls Werte jenseits jeder Bemessungsskala erreichen können.

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