Treibhausgase
und ihre Auswirkungen

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Bestimmte Gase in der Erdatmosphäre, die so genannten Treibhausgase, halten die Wärmestrahlung der Sonne fest. In Treibhäusern übernimmt diese Rolle etwa das Glasdach.

Die große Menge an Treibhausgasen, die durch menschliche Aktivitäten verursacht werden – zum Beispiel durch die Verbrennung von fossilen Energien wie Öl, Gas und Steinkohle oder durch die Abholzung der Urwälder – verstärken den natürlichen Treibhauseffekt jedoch massiv, und somit erwärmt sich die Erde immer stärker.

Zu den Treibhausgasen gehören etwa Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) oder auch Wasserdampf. Interessiert? Einfach weiterlesen für die wichtigsten Infos zu den einzelnen Gasen.

 

Kohlendioxid (CO2)

© Greenpeace / Henry Fair

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist als farb- und geruchloses Gas ein natürlicher Bestandteil der Luft. Das Treibhausgas entsteht sowohl bei der vollständigen Verbrennung von kohlenstoff­haltigen Substanzen unter ausreichend Sauerstoff als auch im Organismus von Lebewesen, die CO2 über den Atem abgegeben. Umgekehrt sind Pflanzen und manche Bakterien in der Lage, CO2 in Biomasse umzuwandeln.

Neben dem natürlichen Treib­haus­effekt existiert seit der Industriali­sierung der Gesellschaft zusätzlich ein vom Menschen verursachter. Dabei spielt Kohlenstoffdioxid, das unter anderem bei der Verbrennung fossiler Energieträger entsteht, die wesentlichste Rolle.

Hauptverursacher dieses Treibhausgases, das allein fast sechzig Prozent der vom Menschen verursachten Erderwärmung ausmacht, sind die Bereiche Verkehr, Industrie und Heizen. In der Atmosphäre wird CO2 im Schnitt erst nach rund 120 Jahren abgebaut.

 

Methan (CH4)

© Greenpeace / Steve Morgan

Methan stellt das bekannteste Treibhausgas nach CO2 dar und hat einen Anteil von rund zwanzig Prozent an dem vom Menschen verursachten Treibhaus­effekt. Methan ist der Haupt­bestand­teil von Erdgas, Biogas und Sumpfgas sowie ein wesentlicher Teil von Holzgas. Wie CO2 ist auch Methan ein unsichtbares und geruchloses Gas, dessen Erwärmungs­potenzial jedoch fast fünfundzwanzig mal so hoch wie jenes von CO2 ist.

Die zunehmende Haltung von Rindern, der häufige Nassreis-Anbau (eine besonders energieintensive Form des Reisanbaus im asiatischen Raum) und Emissionen von Deponiegasen führen zu einer massiven Verstärkung des Treibhaus­effekts – wobei knapp die Hälfte des Methans in der Atmosphäre allein durch Viehhaltung entsteht. Und damit wiederum gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem steigenden Fleischkonsum in den Industrie- sowie Schwellenländern und der globalen Erwärmung.

 

Sonstige Gase

© Greenpeace / Alan Hindle

Lachgas
Lachgas ist ein farbloses Treibhausgas, heißt in seiner chemischen Bezeichnung Distickstoff­monoxid und ist in seiner Treibhaus­wirksamkeit 298 mal so stark wie CO2. Anwendung findet es in der Medizin, zum Beispiel zur Narkose oder auch als Beruhigungsmittel. Häufig gebraucht wird Lachgas zudem in der Küche, so etwa zum Aufschäumen von Schlagobers.

Fluorkohlenwasserstoff
Während die klassischen Treibhausgase meist als unerwünschte Nebenprodukte entstehen, werden Fluorkohlen­wasserstoffe zum überwiegenden Teil ganz gezielt produziert und als Treibgas, Kühl- oder Feuerlöschmittel eingesetzt. Zur Reduktion dieser Stoffe ist deshalb – neben technischen Maßnahmen – vor allem die Entwicklung von Ersatzstoffen gefragt.

Schwefelhexafluorid
Schwefelhexafluorid ist das Stärkste unter den Treibhausgasen und wirkt 22.800 mal so intensiv wie CO2. Allerdings ist sein Vorkommen in der Atmosphäre auch äußerst gering, wird es doch fast ausschließlich als Isolations- oder Löschgas verwendet. Bis vor wenigen Jahren fand es aber auch noch als Füllgas für Autoreifen und als ebensolches in Schallschutz-Wänden aus Glas Verwendung.

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