Greenfreeze

Infoseite - 14 März, 2008
Viele Menschen haben das Ozonloch auch aufgrund von FCKW in Kühlschränken noch als Schockmeldung in den 1980er-Jahren in Erinnerung.

Während die Industrie ein unlösbares Problem vorgaukelte, stellte Greenpeace 1992 unter Beweis, dass ein Ausstieg aus der FCKW-Verwendung bei Kühlschränken möglich ist.

Gemeinsam mit der deutschen Firma Foron wurde der revolutionäre, doch verblüffend einfache Kühlschrank Greenfreeze entwickelt, der als Kältemittel den Kohlenwasserstoff Iso-Butan enthält. Diese Isolierung wurde mit Pentan geschäumt, und auch die Sicherheitsbedenken der Industrie gegen dieses neue Kühlsystem konnten bald widerlegt werden: Der Kühlschrank explodierte auch bei unsanfter Behandlung in keinem einzigen Fall.

Am 15. März 1993 verließ der erste Greenfreeze das Werk der Firma DKK Scharfenstein in Sachsen - und trat eine Lawine lose, die selbst kühnste Hoffnungen übertraf. Der weltweit erste FCKW- und FKW-freie Kühlschranktyp mischte die Kühlschrankindustrie auf.

Dennoch folgten viele, auch namhafte Kühlschrank-Hersteller noch weitere zehn Jahre dem Irrweg, FCKW durch Klima schädigende F-Gase zu ersetzen, bis sich die Greenfreeze-Technologie dann endlich flächendeckend durchgesetzt hat. Seit 2006 gibt es in ganz Österreich keinen Klimakiller-Kühlschrank mehr zu kaufen – man könnte also auch schreiben, dass die Greenfreeze-Technologie zum Gesetz geworden ist. 2008 gibt es nur noch ein Land, das sich hartnäckig gegen Greenfreeze sperrt: die USA. Die US-Großchemie bekämpft mit Behörden und Lobbygruppen die Technology bis heute, um ihre Marktanteile auf Kosten des Klimas weiterhin zu sichern.

Neues Problemfeld: Klimaanlagen

Auch andere Branchen wenden sich inzwischen den natürlichen Kältemitteln zu. Seit vier Jahren habe sich unter Vermittlung von Greenpeace Weltfirmen wie McDonald's, Coca Cola, Pepsi, Ikea, Carlsberg und Unilever zusammengeschlossen, um FKW schrittweise zu verbannen. Doch der Konflikt ist noch nicht ausgestanden.

Die meisten Klimaanlagen in Supermärkten und PKW werden heute weltweit noch mit FCKW betrieben. Hier steht die Umstellung bevor - auf FKW, nicht auf natürliche Kältemittel. Dafür sorgt die chemische Industrie, die massiv Druck ausübt. Wenn hier nicht gegengesteuert wird, könnten FKW einer Greenpeace-Studie zufolge bis 2050 fast 10% des globalen Treibhauseffekts verursachen. Das ist mehr als der gesamte heutige Autoverkehr weltweit. Damit wäre kein Klimaschutzziel mehr zu erreichen.

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