Klimaschutzabkommen

Infoseite - 2 Februar, 2011
Der Klimawandel stellt die Industrienationen tatsächlich vor ein nicht einfach zu lösendes Problem. Während bei lokalen Umweltproblemen, wie etwa bei der Verschmutzung eines Flußes, das Problem rasch ausgeforscht werden kann, ist die Sache beim Klimawandel deutlich diffiziler.

Die internationale Klimaschutzpolitik wird maßgeblich in den jährlich stattfindenden UNO-­Klima­konferenzen bestimmt. Dort treffen sich die Vertreter der Staaten, welche die UNO-Klima­rahmen­konvention unterschrieben haben und seit dem Inkrafttreten des Kyoto-Abkommens auch die Mitgliedsstaaten des Kioto-Protokolls.

Der von der UNO gegründete Weltklimarat IPCC legt im Abstand von mehreren Jahren Berichte über die Entwicklungen der globalen Erwärmung vor. Die Ergebnisse des IPCC-Berichts im Jahr 2007 machten deutlich, dass die bisherigen Anstrengungen den Klimawandel in den Griff zu bekommen, nicht ausreichen würden. Der Bericht legte als notwendiges Ziel fest, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur unter zwei Grad Celsius zu halten. Nur damit könnte sichergestellt werden, dass sich der Klimawandel nicht durch zusätzliche Rückkopplungseffekte plötzlich dramatisch beschleunigt.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Ausstoß der Treibhausgase weit stärker reduziert werden als bisher im Kyoto-Protokoll festgelegt. Bei den UNO-Klimakonferenzen der letzten Jahre (Bali 2007, Posen 2008, Kopenhagen 2009, Cancun 2010, Durban 2011) konnten aufgrund der US-amerikanischen Blockadehaltung keine Fortschritte erzielt werden. Die Klimakonferenz in Cancun hat zumindest den Weg für ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen bereitet. Staaten wie die USA, Japan und Russland verhinderten aber weitere Fortschritte, die Gemeinschaft konnte sich lediglich auf einen Minimalkompromiss einigen.

Klimakonferenz in Rio - Brasilien

Heuer jährt sich der Erdgipfel in Rio zum zwanzigsten Mal. Ziel der Konferenz im Jahr 1992 war es, den drohenden Klimakollaps und das weltweite Artensterben zu verhindern. Die Bilanz nach 20 Jahren ist jedoch mehr als ernüchternd: Rio+20 findet nach zwei Jahrzehnten voller gebrochener Versprechen statt. Das Resultat sind Milliarden Menschen in bitterster Armut und ein Ökosystem, das kurz vor dem Kollaps steht. 


Auch im vermeintlichen „Ökomusterland“ Österreich sieht es um keinen Deut besser aus. Österreich hat sich in den letzten 20 Jahren vom Klimaschützer zum Klimatäter entwickelt. Im Gegensatz zu ihren vollmundigen Versprechungen hat die Bundesregierung seit damals nahezu durchgängig gemeinsame Sache mit den schmutzigsten Bereichen der Industrie gemacht. Die viel zu großzügige Zuteilung von Emissionszertifikaten an die heimische Industrie hat dazu geführt, dass Österreich das Kyoto-Ziel weit verfehlt.

In Rio – wie auch im Rest der Welt – muss daher endlich Schluss damit sein, heiße Luft zu produzieren. Eine große Chance sieht Greenpeace im Bereich Meeresschutz. Rio+20 könnte durch die Initiierung eines neuen internationalen Regelwerks der Plünderung unserer Ozeane endlich ein Ende bereiten. Ein großer Schritt, den Greenpeace seit Jahren fordert.

Alexander Egit, Greenpeace Geschäftsführer CEE, wird heuer, wie schon vor zwanzig Jahren, als Teil der österreichischen Delegation an den Verhandlungen teilnehmen. 

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