Stromerzeugung durch Kraftwerke

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Neben der Abholzung ist die Energie-Gewinnung eines der Hauptprobleme in Bezug auf den Klimawandel.

Vor allem die zahlreichen Kohlekraftwerke, die derzeit in Staaten wie China, aber auch Deutschland gebaut werden, stellen eine wahre Bedrohung dar: zum Einen, weil es tatsächlich so viele sind, und zum Anderen, weil sie als Kraftwerke äußerst ineffizient sind. Nur ein Drittel der Energie wird in Strom umgewandelt, zwei Drittel gehen dagegen als Wärme verloren. So wird also nicht nur der Klimawandel weiter angeheizt, sondern auch noch sehr viel Energie verschwendet.

Die Elektrizitätskraftwerke verursachen ca. 17 % der heimischen Treibhausgas-Emissionen und liegen damit an dritter Stelle hinter den Bereichen Verkehr und Industrie. Doch auch die Gaskraftwerke entwickeln sich zu einem ernsthaften Problem, weil auch von ihnen immer mehr gebaut werden sollen. Erdgas verursacht zwar deutlich weniger Luft­ver­schmutz­ung als Steinkohle, doch die weltweiten Vorräte werden in fünfzig bis sechzig Jahren erschöpft sein. Außerdem ist man für die Gasversorgung von wenig zuverlässigen Lieferanten wie Russland abhängig.

 

Kohlekraftwerke

Rund 17 % der Treibhausgase in Österreich stammen aus der Energieerzeugung. Einige noch immer aktive Steinkohlekraftwerke, allen voran das Kraftwerk im niederösterreichischen Dürnrohr, sind dafür verantwortlich. Aber auch in Mellach (bei Graz), Timelkam und Riedersbach (beide in Oberösterreich) gibt es Kohlekraftwerke.

Die Zukunft von Kohlekraftwerken ist eine der zentralen Fragen, wenn das Klima von schädlichen Gasen wie Kohlen­dioxid entlastet werden soll. Rund ein Drittel des weltweiten CO2-Ausstoßes stammt aus der Verbrennung von Kohle, vierzig Prozent der auf der Erde verwendeten Energie wird aus Kohle bezogen, und Hunderte neuer Kohle­kraft­werke sind für die kommenden Jahren von Seiten der Industrie geplant. Über den Klimawandel hinaus hat die Verwendung von Kohle jedoch verheerende Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Gesundheit von Mensch und Tier.

Sollten die von Seiten der Industrie derzeit geplanten Kohlekraftwerke tatsächlich entstehen, könnte das zu einem Anstieg der CO2-Emission um knapp sechzig Prozent bis 2030 führen – was vor allem am Wirtschaftswachstum in Schwellenländern wie China und Indien liegt. In China geht zum Beispiel fast jede Woche ein neues Kohlekraftwerk ans Netz.

Unter dem Begriff "CCS" (Carbon Capture and Storage) wird nach Technologien gesucht, in denen das CO2 aus der Verbrennung herausgefiltert und später im Boden (zum Beispiel in einem leeren Gasfeld) gelagert werden soll. Diese Technologie ist nicht ohne Risiken, kostet sehr viel Geld und auch Energie, und dient derzeit vor Allem als Vorwand für die Kohleindustrie, weiterhin Kohlekraftwerke bauen zu können.

In der Europäischen Union sind vor allem Länder wie Polen, Deutschland oder Großbritannien sehr stark von Kohle abhängig.

 

Gaskraftwerke

Österreich ist von der Erreichung seiner Klimaziele weit entfernt. Dennoch wird derzeit an einem Ausbau von Gaskraftwerken gearbeitet. Alleine das im steirischen Mellach geplante Gaskraftwerk soll einen jährlichen Ausstoß von rund zwei Millionen Tonnen CO2. Insgesamt sind Gaskraftwerke mit rund sechs Millionen Tonnen CO2 vom österreichischen Energiekonzern Verbund in den kommenden Jahren geplant.

In einem Gaskraftwerk wird in der Stromproduktion pro Kilowattstunde weniger CO2 erzeugt als bei Kohle, aber dennoch stehen in Österreich genügend andere Technologien zur Verfügung.

Unabhängig vom Klimawandel begibt man sich bei Gas in die Abhängigkeit Russlands oder Kasachstans. Österreich kann zwar selbst Erdgas gewinnen. Allerdings kommen lediglich 10 Prozent des Erdgases aus Österreich selbst. Der Bau von neuen Gaskraftwerken rentiert sich erst durch den Bau der umstrittenen Nabucco Gasleitung. Die Inbetriebnahme der Nabucco-Pipeline – mit einer Kapazität von etwa dreißig Milliarden Kubikmeter jährlich – würde bedeuten, dass die europäischen CO2-Emissionen jedes Jahr um sechzig Millionen Tonnen zunehmen würden.

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