Zukunft statt Autobahn

Greenpeace ist Teil der Initiative zum Stopp der Lobau-Autobahn

Infoseite - 12 Oktober, 2011
Anfang Oktober öffneten die Universitäten wieder ihre Pforten. Während in der Bildung Budgetnotstand herrscht, weist die neue Plattform "Zukunft statt Autobahn" darauf hin, dass in den Autobahnausbau ungebremst Milliardenbeträge fließen sollen: Noch im Herbst soll der Startschuss für die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Lobau-Autobahn fallen, die ein Milliardenloch aufmachen würde.

Bereits im Winter 2006 haben Greenpeace-AktivistInnen sechs Wochen lang in der Lobau kampiert, um gegen den geplanten Bau der internationalen Transitautobahn zu protestieren.

"Diese Autobahn wird ca. drei Milliarden Euro kosten. Angesichts der Sparpolitik die allerorts um sich greift ist das nicht nur ein ökologischer Wahnsinn, sondern auch ein Anschlag auf die Steuerzahler. Das Geld wäre viel besser in Bildung, Soziales, erneuerbare Energien und anderen zukunftsweisenden Bereichen angelegt", so die VertreterInnen von "Zukunft statt Autobahn".

Die unkonventionelle Initiative, der u.a. auch Greenpeace neben GLOBAL 2000, WWF und zahlreichen Bürgerinitiativen sowie soziale Organisationen angehört, zeigt auf, wo diese Gelder wirklich sinnvoll angelegt wären. "Mit diesen Mitteln könnte eine große Gebäudesanierungsoffensive gestartet werden. In zehn Jahren könnten dann bis zu 40 % des gesamten Raum­wärme­bedarfs in Österreich eingespart werden. Gerade in Wien und Niederösterreich wurden die Mittel für thermische Sanierung aber dramatisch zusammengestrichen. Während Zukunfts­programme abgestellt werden, wird am Autobahnausbau weiter stur festgehalten," empört sich Johannes Wahlmüller, Klima­sprecher von GLOBAL 2000. Auch Jurrien Westerhof, Energie­sprecher von Greenpeace, sieht diese Gelder besser angelegt: "Das Geld könnte dafür verwendet werden, die Mittel für den Ökostromausbau zu verdoppeln. Damit wäre Österreich bei der Modernisierung der Stromversorgung auf der Überholspur, und wir verringern unsere Abhängigkeit von importierter Energie. Bauen wir neue Autobahnen, dann bleiben wir noch länger von Ölimporten abhängig."

"Mit drei Milliarden Euro könnten die regionalen Verkehrsprobleme durch Modernisierung und Neuerrichtung von öffentlichen Verkehrsmitteln langfristig und ökologisch gelöst werden. Aber Wien und Niederösterreich wollen auf Biegen und Brechen eine Transit-Autobahn durchdrücken. Angesichts der gravierenden Sparmaßnahmen in Bereichen wie Bildung und Pflege kann das niemand mehr verstehen", so die beiden Bürgerinitiativen-Sprecherinnen Margit Huber und Jutta Matysek.

Auch in anderen Bereichen sind die Mittel knapp. "Da werden wieder Milliarden-Gelder für Null­lösungen im Verkehrsbereich ausgegeben, dabei wäre es viel sinnvoller diese in die Aufrecht­erhaltung einer guten Gesundheits­infrastruktur zu stecken." ärgert sich Dr. Hans Peter Hutter von den "Ärztinnen und Ärzten für eine gesunde Umwelt."

Online-Petition

Da alle österreichischen SteuerzahlerInnen die durch den Bau der Lobau-Autobahn erzwungene Neuverschuldung mitzutragen hätten, startet die Plattform "Zukunft statt Autobahn" eine Unterschriften-Aktion zur Lobau-Autobahn: Unterstützungserklärungen können unter www.zukunft-statt-autobahn.at abgegeben werden.

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