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Häufig gestellte Fragen

über Cloud Computing

Cloud Computing  
  • Was ist die "Cloud" bzw. "Wolke"?

    Cloud computing ist ein Dienst, um Daten, wie etwa Fotos, Musik und Dokumente, online zu speichern und zu teilen. Die Cloud ermöglicht es BenutzerInnen, deren Informationen im Internet zu speichern - anstatt bzw. zusätzlich zu einer lokalen Speicherung am eigenen Rechner – wodurch sie weltweit jederzeit auf ihre Daten zugreifen können. Daten die in der Cloud abgespeichert werden, sind physisch über riesige Einrichtungen, sogenannten Rechenzentren, verteilt.

    Tablets wie etwa das iPad, oder aber auch Smartphones sind gute Beispiele dafür, welche Art an Geräten zur verstärkten Nutzung der Cloud beitragen.

  • Mit was wird die Cloud betrieben?

    Daten die in der Cloud gespeichert werden, existieren in Rechenzentren, die "Fabrikanlagen" der Datengesellschaft des 21. Jahrhunderts. Rechenzentren sind riesige Warenhäuser, deren Ausmaße nach und nach zunehmen und größer als etliche Supermärkte sind - groß genug, um vom Weltall aus sichtbar zu sein. Diese beherbergen tausende Computer und konsumieren unsagbar viel Elektrizität. Das von Apple vor kurzem errichtete "iDataCentre" in den USA, zum Beispiel, hat einen Maximalverbrauch der dem von 250.000 europäischen oder 80.000 US-Haushalten gleicht.

    Durch das Errichten von Rechenzentren von so enormen Ausmaßen bündeln Technologiefirmen wie u.a. Apple, Amazon und Microsoft Rechenkraft an einem Ort, die wiederum riesige Energieverbraucher darstellen. Es würde ein extrem relevanter Schritt sein, um den Energie- und CO2-Fussabdruck des Internets zu verringern, wenn diese Einrichtungen durch erneuerbare Energien betrieben werden würden. Allerdings wählen die meisten Cloud-Firmen Kohlekraft, um Ihre Datenzentren zu betreiben.

    Durch deren großen Energiebedarf haben IT-Firmen die Kraft als relevanter Verbraucher darauf zu bestehen, nur durch erneuerbare Energiequellen anstatt Kohlekraft versorgt zu werden.

  • Wie groß ist die Cloud?

    Wieviel Energie ist nötig, um die stetig wachsende Online-Welt mit Strom zu versorgen?
    Wie hoch ist der Anteil des Informations- und Kommunikationstechnologie-Sektor an den weltweiten Treibhausgasemissionen? Genaue Antworten auf diese Fragen sind sehr schwierig.

    Dies ist einerseits auf auf das schnelle Wachstum des Sektors, der Vielzahl an Geräten und Energiequellen und der rasch ändernden Technologie und Geschäftsmodelle zurück zu führen. Die im Jahr 2008 veröffentlichte Branchenstudie "SMART 2020" hat berechnet, dass der Sektor für 2% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist und im Wesentlichen drei große Bereiche umfasst: Rechenzentren, Telekommunikation und mobile Endgeräte, Computer

    Die fehlende Transparenz einiger führender IT-Unternehmen ist jedoch einer der wichtigsten Gründe für diese Ungenauigkeit. Diese Geheimtuerei ist einerseits darauf zurück zu führen, dass die Unternehmen der Ansicht sind, dass ihre Mitbewerber durch zu viel Transparenz Vorteile erlangen könnten und andererseits wollen sie den schönen Schein der Branche wahren, die sich gerne den eigenen MitarbeiterInnen gegenüber als auch in der Öffentlichkeit als "sauber" verkauft.

    Das Wachstum ist derart groß, dass ExpertInnen in den kommenden Jahren mit gigantischen Investitionen rechnen:

    ... trotz der aktuellen wirtschaftskrise rechnen Branchen-ExpertInnen damit, dass jährlich für neue Rechenzentren 450 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden.

    ... auch wenn der weltweite Stromverbrauch in den letzten drei Jahren annähernd gleich geblieben ist, rechnet man damit, dass pro Jahr 31 Gigewatt Strom für Rechenzentren benötigt werden. Allein im Jahr 2012 soll es einen Zuwachs von 19% geben.

    ... man erwartet, dass der Stromverbrauch durch mobile Internetanwendungen im Jahr 2012 um 133% steigt. Das bedeutet pro Monat einen Datenverkehr mobiler Endgeräte von 597 Petabyte (1 Petabyte sind 1.000.000 Gigabyte).

  • Welche bekannten Dienste nutzen die Cloud?

    Zu den bekanntesten Diensten gehören zum Beispiel Dropbox (nutzt Amazon Web Services), Box.net und GitHub (nutzt Rackspace Hosting). Die großen Anbieter, wie Apple (iCloud) und Google (Google Drive) betreiben ihre eigenen Cloud-Dienste.

Der Energiebedarf der Cloud  
  • Was ist das Problem mit Kohlekraft?

    Kohlekraftwerke sind die größte Quelle für, von Menschen verursachten, CO2-Emissionen. Dadurch ist Kohle die allerstärkste Bedrohung für unser Klima. Ein Drittel aller CO2-Emissionen entsteht durch das Verbrennen von Kohle. Kohlekraft wird für knapp 40 Prozent des Weltenergiebedarfs eingesetzt. Hunderte von neuen Kohlekraftwerken sind für die nächsten Jahre geplant, wenn es nach den Interessen der Industrie geht. Kohle richtet jedoch unwiderruflichen Schaden an der Natur, unserer Gesundheit und Gemeinschaften rund um den Globus an.

    Duke Energy, ein US-Energieversorger, verwendet Kohle die durch den Abbau von Bergspitzen gewonnen wird, um Rechenzentren in North Carolina zu betreiben. Beim Abbau von Bergspitzen sprengen Kohlefirmen Berge, um an die Kohle innerhalb zu gelangen. Zurück bleiben giftige Ablagerungen, die die Wasserversorgung von Gemeinden vergiften und infolgedessen gesamte Ökosysteme zerstören.

    IT-Firmen müssen nicht Kohlekraft wählen. Viele Firmen, wie etwa Google, setzen sich ehrgeizige Ziele, um deren Cloud mit sauberer, erneuerbarer Energie wie Windkraft oder Solarkraft zu betreiben.

  • Was sollten IT-Unternehmen wie Amazon, Apple oder Microsoft unternehmen, um ihre "Cloud" zu säubern?

    Greenpeace ruft IT-Firmen dazu auf, den Wechsel zu erneuerbaren Energien anzuführen. Der erste Schritt wird für sie sein, ihre Cloud-Services zu säubern, indem sie von dreckiger und gefährlicher Energie wie Kohle oder Atomkraft zu erneuerbaren Energien wechseln.

    Die Unternehmen sollten:

    ... sich zu erneuerbaren Energien bekennen, indem sie ihre Standort-Strategie für neue Datenzentren insofern adaptieren, dass erneuerbare Energien klar bevorzugt werden. Ebenso müssen sie direkt in die Entwicklung der erneuerbaren Energien investieren.

    ... vollkommene Transparenz über ihren Energie- und CO2-Fussabdruck gewährleisten, sowohl bei ihren Firmenstandorten als auch Datenzentren.

    ... sich politisch für eine erneuerbare Energie-Gesetzgebung auf internationaler und nationaler Ebene einsetzen. Dadurch können sie ihre eigenen Stromversorger dazu bewegen, sich von der schmutzigen Energiegeneration zu verabschieden, und in Richtung erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu gehen.

    ... ihre Produkte grün gestalten, indem sie sicherstellen, dass ihre Produktversorger und -hersteller ähnliche Praktiken adaptieren und ihre Präferenz grünen Versorgern aussprechen.

    Einige Firmen beschreiten diesen Weg bereits: Google, Facebook und Yahoo! implementieren Standort-Strategien, entwickeln und teilen innovative Lösungen, um so den Weg zu ebnen, ihre Cloud vollständig mit sauberer Energie zu betreiben.

    Google

    Googles Bekenntnis dazu, so viel wie möglich an erneuerbarer Energie einzusetzen hat die Latte für die Industrie hochgelegt. Die Firma hat letztens sein Ziel sogar hochgeschraubt, den Anteil an erneuerbarer Energie von 25% auf 35% des Gesamtverbrauchs anzuheben. Sie hat dafür nahezu eine Milliarde US-Dollar innerhalb der letzten eineinhalb Jahre in entsprechende Projekte investiert.

    Facebook

    Facebook hat im Dezember 2011 eine Standort-Strategie angekündigt, die saubere Energie für dessen Infrastruktur bevorzugt. Facebook baut momentan ein neues Datenzentrum in Lulea, Schweden, das fast vollständig durch erneuerbare Energie betrieben wird und somit bereits ein handfestes Beispiel ihres Engagements darstellt.
  • Was können Cloud-UserInnen wie ich unternehmen, um bei dem Problem zu helfen?

    Wir verlassen uns auf die Cloud, für unsere Arbeit und unsere Unterhaltung. Aber wir wollen sicher sein, dass die Cloud durch saubere und sichere erneuerbare Energie wie Wind oder Solarkraft gespeist wird. IT-Unternehmen wollen wissen, was ihre Kunden wollen. Wir können also Unternehmen wie Apple, Amazon oder Microsoft dazu bewegen, ein Teil der Lösung zu sein, indem wir von ihnen verlangen, ihre Clouds zu säubern.

    Sie persönlich können damit anfangen, indem Sie unsere Petition unterzeichnen, und vor allem auch Ihre Freunde bitten, dasselbe zu tun. Nachdem Sie dies gemacht haben, bleiben sie einfach mit uns in Kontakt und Greenpeace wird Sie wissen lassen, was Sie sonst noch unternehmen können.