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Hintergrundinfos

18. Ausgabe, November 2012

Infoseite - 18 November, 2012
Immer mehr Menschen weltweit nützen Laptops, Handys und Tablets. Elektronische Geräte können unser Leben erleichtern, doch die Geschwindigkeit, mit der wir diese Produkte kaufen und wieder entsorgen, hat weit reichende Folgen auf unseren Planeten. Konsumenten und Konsumentinnen haben den Wunsch nach umweltfreundlicheren Elektronikgeräten geäußert und viele Hersteller haben gezeigt, dass Verbesserungen möglich sind. Das kann jedoch nur gelingen, wenn die führenden Elektronik-Unternehmen das Know-How und die Innovationskraft, für welche die Branche bekannt ist, auch zur Verbesserung der Nachhaltigkeit nützt.

Die 18. Ausgabe des Greenpeace-Ratgebers „Grüne Elektronik“ bewertet die Pläne und Fortschritte führender Unterhaltungselektronik-Hersteller nach folgenden drei Kriterien: „Energie und Klima“, „Grünere Produkte“ und „Nachhaltige Betriebsabläufe“.

Der Ratgeber vergibt Punkte für übergreifende Strategien und Methoden der Unternehmen, um Verbrauchern und Verbraucherinnen eine Momentaufnahme der Nachhaltigkeit führender Elektronik-Hersteller zu Verfügung zu stellen. Der Ratgeber stellt jedoch keine Kaufempfehlung für Produkte bestimmter Unternehmen dar.

Denken Sie daran: Die nachhaltigsten Geräte sind jene, die Sie gar nicht erst kaufen! Versuchen Sie die Nutzungszeit Ihrer elektronischen Geräte zu verlängern (beispielsweise durch Akkuwechsel), kaufen Sie gebrauchte Produkte bzw. legen Sie sich nur jene Geräte zu, die Sie auch tatsächlich brauchen.

Der Ratgeber „Grüne Elektronik“ vergleicht die Neuerungen der Unternehmen in den jeweiligen Bereichen und soll dadurch zum Wettbewerb anregen. Diese aktualisierte Fassung stellt überdies die neuesten Entwicklungen in Sachen „grünerer“ Elektronik vor.

ACER steigt, durch seine ehrgeizigen Ziele zur Reduktion seiner Treibhausgasemissionen im Ranking auf. Ein paar Unternehmen, wie HP, Apple und Dell, haben ihre Methoden zur Identifizierung und Reduktion von Rohstoffen aus Krisengebieten in ihrer Lieferkette verbessert. Diese Fassung enthält auch die Bewertung zweier indischer Unternehmen, HCL Infosystems und Wipro, die bisher nur in der indischen Version des Ratgebers zu finden waren. Wipro steigt sofort am ersten Platz des Ratgebers ein, was auf die führende Position von Wipro bei Klimaschutz zurückzuführen ist. Das Unternehmen zeichnet dadurch aus, dass es den Anteil Erneuerbarer Energieträger bei seinen Betriebsabläufen erhöht hat und fällt außerdem mit einer herausragenden Strategie zur Reduktion von Treibhausgasemissionen auf. Die Einflussnahme von Wipro auf politische Prozesse im Bereich Erneuerbarer Energie in Indien ist beispielgebend dafür, welches Engagement Elektronikhersteller für Klimaschutz auf politischer Ebene zeigen können, um einen Richtungswechsel hin zu umweltfreundlicherer Energieerzeugung herbei zu führen.

Obwohl die Industrie im Allgemeinen verschiedene Schritte in die richtige Richtung setzt, gibt es nach wie vor das Probleme, dass weltweit immer mehr Menschen elektronische Geräte nutzen. Obwohl mehr Rücknahmeprogramme für Altgeräte angeboten werden, können die Programme mit der Geschwindigkeit des Verbrauchs nicht mithalten. So entstehen immer größere Elektroschrott-Berge, die gefährliche Chemikalien enthalten.

Die meisten Unternehmen erwähnen überdies nicht, wie die hohen Mengen an Energie, die zur Produktion ihrer Geräte sowie während der Lieferkette nötig sind, erzeugt wird: aus Kohle- oder Atomkraftwerken oder von Erneuerbaren Energieträgern. Viele dieser Geräte werden in asiatischen Ländern hergestellt.

Elektronik-Produzenten müssen sich auch dringend auf politischer Ebene stärker engagieren. Viele Politiker und Politikerinnen hören auf Anforderungen aus der Wirtschaft. Damit können die Hersteller wesentlich dazu beitragen, dass politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um einerseits Elektronikprodukte umweltfreundlicher herstellen zu können und andererseits eine mögliche Klimakatastrophe rechtzeitig zu verhindern.

Engagierte Konsumenten und Konsumentinnen sollten daher von den Herstellern fordern, dass diese ihre Elektroschrottmengen reduzieren und von klimabelastender auf umweltfreundlich produzierte Energie umstellen sollen. Das wäre ein Ansporn für diese Unternehmen ihre Fortschritte weiter auszubauen. Diese Branche muss ihre vielgerühmte Innovationskraft noch viel stärker zur Verbesserung ihrer Umweltperformance nutzen und wäre in der Lage, Lösungen jenseits des jetzt Vorstellbaren zu entwickeln. Damit könnte eine Elektronikbranche geschaffen werden, welche die Wirtschaft in eine grünere Zukunft führt.