Hinweis: Onlinespenden bis spätestens 28.12.2014 können rechtzeitig eingezogen werden, um Ihre Spende 2014 steuerlich absetzbar zu machen.
Danke für Ihr Verständnis! ▶ Jetzt online spenden

FAQ zur Kampagne

Häufig gestellte Fragen

Hintergrundinformationen zu unserer Kampagne zum Schutz der Arktis.

Unsere Kampagne   Rund ums Öl  
  • Wieviel Öl liegt da unter der Arktis? Brauchen wir das nicht?

    Das "US Geological Survey" schätzt, dass in der Region etwa 13 Prozent der weltweit noch unentdeckten Ölvorräte schlummern - das sind rund 90 Milliarden Barrel. Den Ölbedarf der gesamten Welt könnte diese Menge drei Jahre lang stillen - unter Inkaufnahme einer Kolonisierung der Arktis durch verschmutzende Industrien. Stattdessen sollten wir in grüne Technologien investieren, so dass unsere Autos langfristig von erneuerbaren Energien betrieben werden können und kurzfristig sehr viel weniger Öl verbrauchen.

  • Wie wahrscheinlich ist ein Ölunfall in der Arktis?

    Der Betrieb von Anlagen in den eisigen Gewässern der Polargegend ist unglaublich riskant und ein Ölunfall hier hätte katastrophale Folgen. Die Ölindustrie hat bereits zugegeben, dass sie nur sehr wenig tun kann, um ein Unglück in der Größenordnung des Deepwater Horizon-Blowout zu verhindern. Ein solches Unglück würde das einzigartige Ökosystem und die indigenen Völker, die von diesem Ökosystem abhängen, schwer schädigen.

    Und nur aufgrund des Rückgangs von arktischem Meereis sind große Ölkonzerne wie Shell überhaupt dazu in der Lage in bisher unerreichbare Gegenden vorzustoßen. Es ist Wahnsinn, dass diese Konzerne das Verschwinden der Eisschicht als Profitmöglichkeit begreifen - und nicht als eindringliches Warnzeichen.

    Die extrem tiefen Temperaturen, die Gefahren durch driftende Eisberge, die geringe Sichtweite und die Entlegenheit der Region sorgen für ein hohes Risiko eine Ölunfalls in dem Teil der Arktis, in dem Shell bohren will. Einige Eisberge werden wahrscheinlich zu groß sein, um von den Bohrschiffen ferngehalten werden zu können, was bedeutet, dass die Schiffe selbst auf kurzfristige Anweisungen hin bewegt werden müssen.

    Kommt es zu einem Blowout oder Leck, könnte ein weiteres Schiff Monate brauchen, um Entlastungsbohrungen durchzuführen (oft die einzige mögliche Rettungsmaßnahme). Wenn das Leck nicht geschlossen werden kann, bevor der arktische Winter Einzug hält und sich die Eisdecke schließt, könnte das Öl den ganzen Winter hindurch entweichen, unter dem Eis eingeschlossen werden[i], und möglicherweise bis zu zwei Jahr ungehindert ausströmen.

    Die für die Bodenschätze des Landes zuständige US-Behörde rechnet mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:5, dass es über die Dauer der nur für eine kleine Fläche ausgestellten Lizenzen zu einem größeren Unglück kommt. Ein Unglück im Ökosystem der Arktis hätte noch ernstere Folgen als in den warmen Gewässern des Golfs von Mexiko.

  • Wie würde die Tierwelt auf einen Unfall reagieren?

    Die Auswirkungen eines Ölunfalls für die arktische Tierwelt wären verheerend und beinhalten langfristige Folgen für Eisbären, denen die Heimat unter den Tatzen wegschmilzt, Narwale, Polarfüchse, Eulen, Schwertwale und Brutstätten von Papageitauchern und Tordalken. Meeressäuger wie Robben und Walrosse könnten über die Nahrungskette in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Allein in Alaska erstrecken sich über etwa 65000 Kilometer Küstenlinie - mehr als in allen übrigen US-Staaten zusammen - und ein Ölunfall hätte katastrophale Auswirkungen auf Tierwelt und Fischerei in der Gegend. Die Region ist das Habitat vieler Spezies, die es sonst nirgendwo in den USA zu finden gibt - wie den Eisbären, verschiedene Robbenarten, den Grönladwal, zahlreiche Fischarten und Vögel wie die Eiderente und den Gerfalken.

  • In der Arktis wird doch schon länger nach Öl gebohrt, oder? Shell behauptet, sie haben schon seit Jahrzehnten Erfahrungen in der Arktis gesammelt.

    Shell hat in der Tat Erfahrungen im hohen Norden gesammelt - daran besteht kein Zweifel, aber es gibt einen Unterschied zwischen dem hohen Norden und der Arktis. Ungeachtet gängiger Definitionen der Arktis (nach den Kritierien "Temperatur", "Klimabedingungen" oder "Breitengrad"): Jegliche "Erfahrung" von Shell in der Arktis bezieht sich auf Aktivitäten, die 1000 Kilometer weiter südlich stattgefunden haben als die geplanten Bohrungen in der Beaufort- und der Tschucktschensee. Die Meereseisbedingungen - die das größte Risiko für arktische Bohrprojekte bilden - sind völlig anders geartet im Golf von Alaska und der Cook Einbuchtung, wo Shell hauptsächlich Erfahrungen gesammelt hat. In der arktischen Region, in die sie diesen Sommer vordringen wollen, hat Shell vor fast 20 Jahren vier Probebohrungen und seismische Messungen durchgeführt (in der Tschuktschensee). Auch in der Beaufortsee hat Shell in den 1980er Jahren sechs Probebohrungen gemacht.

    Befähigt sie das für Arbeiten in der Region? Nicht nach der Meinung von US-Behörden. Shells Notfallplan für Alaskas Beaufortsee erklärt, dass Öl nur über eine "relativ kleine Wasserfläche" freigesetzt werden würde. Nach Shells Notfallplan für die Tschuktschensee würden schlimmstenfalls 25.000 Barrel Öl am Tag entweichen - also 750.000 Barrel nach 30 Tagen. Nach den Berechnungen des "US Bureau of Ocean Energy Management" (BOEM) könnten nach einem Blowout in der Tschuktschensee dagegen bis zu 61.000 Barrel am Tag entweichen. Im Falle eines Unfalles in einer Gegend, in der Shell keine Erfahrungen hat, sind Schwierigkeiten vorprogrammiert: Shell veranschlagt für das Bohren eines Entlastungsloch in der Tschuktschensee 38 Tage. BP jedoch brauchte 85 Tage für Entlastungsbohrungen nach dem Deepwater Horizon-Unglück - viel mehr Zeit als dafür veranschlagt war, weil die Arbeiten wegen schlechten Wetters unterbrochen werden mussten. Es ist unwahrscheinlich, dass "schlechtes Wetter" im Golf von Mexiko so schlecht wird wie schlechtes Wetter in der Arktis. Nach dem BOEM-Worst Case-Szenario würden Entlastungsbohrungen bei einem großen Ölaustritt in der Arktis 74 Tage dauern. Und - BOEM zufolge - ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls beträchtlich.

  • Von welchen Ölkonzernen geht derzeit die größte Gefahr für die Arktis aus?

    Die größte Gefahr geht derzeit von Shell und Gazprom aus. Nach einer Pannenserie von Shell kündigen Shell und Gazprom kündigen Shell und Gazprom im April 2013 ihre Zusammenarbeit bei der Suche nach Öl und Gas in der Arktis an. Somit bündeln die weltweit mächtigsten Ölkonzerne ihre Kräfte, dementsprechend gilt es auch für uns die weltweite Bewegung zum Schutz der Arktis zu vergrößern und gemeinsam a(r)ktiv zu werden: www.schuetztdiearktis.at

    Shell will vor der Nordküste Alaskas nach Öl bohren. Bei ersten Probebohrungen im Sommer 2012 konnte Shell in der Arktis aber nur oberflächliche Bohrungen durchführen, eine Pannenserie verzögerte die Operation. Zuletzt lief im Januar 2013 die Shell-Bohrinsel „Kulluk“ vor Alaska auf Grund. Eine anschließende Überprüfung des Alaska-Projekts von Shell durch das US-Innen-ministerium offenbart das hohe Risiko für die Umwelt: Shell sei nicht in der Lage, in der Arktis „sichere“ Ölbohrungen durchzuführen. Nach den Vorfällen im Jahr 2012 und aufgrund des weltweiten Drucks, den Greenpeace aufgebaut hat, erklärt Shell seine Bohrpläne in Alaska für 2013 auf Eis zu legen. Doch Shell gibt nicht auf und sucht nun in der russischen Arktis nach neuen Wegen um an das Öl in der Arktis zu gelangen.

    Gazprom will von der Ölplattform „Prirazlomnaya“ im Norden Russlands schon 2013 Öl fördern. Die Plattform soll ganzjährig in der abgelegenen Pechora See arbeiten. In dieser Region ist Meereis für zweidrittel des Jahres vorhanden und die Temperaturen können auf bis zu minus 50 Grad Celsius absinken. Gazprom behauptet, „genügend Ressourcen“ zu haben, um mit einem Ölunfall in dieser tückischen Region umzugehen. Doch alle verfügbaren Informationen lassen vermuten, dass der Konzern nicht in der Lage ist, schon mit kleineren Unfällen adäquat umzugehen. Zusätzlich ist der Notfallplan für Ölunfälle für die Prirazlomnaya Plattform nur als kurze Zusammenfassung öffentlich erhältlich. Selbst dieses Dokument zeigt, dass Gazprom sich auf traditionelle Aufräumarbeiten stützt, die schlichtweg unter arktischen Bedingungen nicht funktionieren. Außerdem kommt hinzu, dass ein großer Teil des benötigten Materials im 1.000 Kilometer entfernten Murmansk gelagert wird, was bedeutet, dass es Tage dauern würde bis Gazprom ernsthafte Maßnahmen durchführen könnte. Während dieser Zeit könnte das ausgetretene Öl bereits ein nahegelegenes Naturschutzgebiet erreicht haben. Selbst Gazprom räumt ein, dass Flora und Fauna und die indigene Bevölkerung nachhaltig betroffen sein könnten.

  • Warum wollen Shell und Gazprom zusammenarbeiten?

    Shell braucht Gazprom, um in der russischen Arktis die Lizenz für Ölbohrungen zu erhalten. Gazprom wiederum braucht Shell, um ihre Technologie nutzen zu können.

Rund um industrielle Fischerei  
  • Nutzen indigene Völker nicht ebenfalls industrielle Fischerei-Methoden?

    So lange sie sich an Nachhaltigkeits-Kriterien hält, ist Greenpeace nicht gegen die industrielle Fischerei wie sie derzeit von den indigenen Völkern der Arktis durchgeführt wird. Greenpeace setzt sich allerdings gegen die industrielle Ausbeutung durch große Fischerei-Flotten ein, die sich aus der USA, der EU, Asien und anderen Gegenden auf den Weg in die Arktis machen. Unser Ziel ist es, die Arktis vor zerstörerischer Fischerei zu schützen, um die marinen Lebewesen zu bewahren, die bereits durch den Klimawandel bedroht sind und um sicherzustellen, dass die Völker der Arktis nicht das Schicksal jener afrikanischer Länder teilen müssen, in denen ungebremster Fischfang durch Fischereiflotten marine Ökosystem zerstören und Fischbestände dezimieren.

Rund um etwaigen Krieg  
  • Wie real ist die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen um die Arktis?

    Niemand behauptet, dass ein Krieg um die Arktis unmittelbar ausbrechen könnte. Doch kommt es in der Arktis mit der Ausbreitung von Industrien auch zu einer verstärkten militärischen Präsenz.

    Ein Report hat davor gewarnt, dass eine Zuspitzung des Konflikts die Stabilität der Region bedroht. Dem Report ("Klimawandel und internationale Sicherheit: die Arktis als Gradmesser") zufolge, ist die steigende Anzahl militärischer Einheiten eher auf eine zunehmende Bereitschaft zu Kampfeshandlungen zurückzuführen als auf Sicherung.

    Der Report, veröffentlicht von der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation "Centre for Climate and Energy Solutions (C2ES)", warnt: "Obwohl das Bemühen um Kooperation offiziell Vorrang hat, haben die meisten arktischen Nationen damit begonnen, ihre militärischen Einsatzmöglichkeiten in der Region neu aufzubauen und zu modernisieren. Die neuen militärischen Programme sind auf Kampfeshandlungen ausgerichtet, die bloße polizeiliche Befähigungen übersteigen." Und weiter: "Staaten wie Norwegen und Russland sind dabei, neue Marineeinheiten aufzubauen, die in hochintensiven Konflikten eingesetzt werden können. Zwar könnte diese Befähigung als umsichtig aufgefasst werden. Doch wenn Rivalen mit komplexen Waffensystemen eingeschüchtert oder unterdrückt werden können, könnte das Diplomatie und Stabilität in der Region unterminieren."

Allgemeines zur Arktis  
  • Warum muss die Arktis gerade jetzt geschützt werden?

    Die Arktis ist ein einzigartiges und sensibles Ökosystem. Sie ist nicht nur die Heimat vieler verschiedener Tierarten, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt, sondern auch für das Weltklima von entscheidender Bedeutung. Aber die Arktis ist in Gefahr - durch den Klimawandel, Ölbohrungen, industrielle Fischerei und Schiffahrt: Probleme, die allesamt durch das Abschmelzen des Eises verursacht werden. In nur dreißig Jahren sind gut 75 Prozent des arktischen Meereises verloren gegangen (gemessen am Volumen im Sommer). Das Eis schmilzt und Unternehmen dringen vor, um Öl, wertvolle Metalle und die Fischbestände der Arktis auszubeuten. Sie warten darauf, dass sie bald auch die Nordroute nutzen können, um Schifffahrtswege abzukürzen. Die Folge: Gefahren durch Ölunfälle, Verschmutzung und Unterwasser-Lärm, Überfischung, Zerstörung von Lebensraum und Einschleppung von fremden Tier- und Pflanzenarten.

  • Wer sagt, dass 75% des Meereises geschmolzen seien?

    Das Polar Science Center in Washington, USA hat gezeigt, dass die besagten 75 Prozent sich auf einen Vergleich der minimalen Eisvolumina der Septembermonate 1979 und 2011 beziehen. Ein weiterer, führender Wissenschaftler, Professor Peter Wadhams von der Universität Cambridge, hat diese Zahlen bestätigt. In der Praxis wird außerdem das Ausmaß bzw. das Areal des abschmelzenden Eis gemessen (im Gegensatz zur Berechnung des Volumen wird dabei die Dicke des Eis nicht einbezogen). Auch hierbei zeigt sich ein eindeutiger und besorgniserregender Rückgang des Eises über einen Zeitraum von nur wenigen Jahrzehnten. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Zahl "75 Prozent" noch nicht durch den Weltklimarats (IPCC) verifiziert wurde, was den "Goldstandard" bei der Überprüfung darstellt. Fest steht nur: Das Eis verschwindet in alarmierender Geschwindigkeit. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wirf einen Blick auf folgende Artikel:
    Polar Science Centers
    National Snow & Ice Data Center
    The Carbon Brief

  • Was bedeutet das Abschmelzen der Arktis für mich persönlich?

    Das Abschmelzen der Arktis ist ein Problem, das uns alle angeht. Die Arktis funktioniert in etwa wie ein gewaltiger Kühlschrank. Durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen schmilzt das Eis ab und damit steht die Kühlschranktür weit offen. Der Grund: Eis ist hochgradig reflektierend. Ein Großteil der Energie in Sonnenstrahlen wird vom Eis zurück ins Weltall reflektiert. Offene Gewässer dagegen reflektieren weniger Sonnenlicht und absorbieren es stattdessen. Wie ein Sonnenhut sorgt das Eis der Arktis so dafür, dass sich die Erdatmosphäre nicht aufheizt. Eine weitere Gefahr ist die Freisetzung von Methan. In der Arktis versiegeln Eis und Permafrost Methantaschen und riesige Mengen toter Vegetation. Durch das Abtauen werden somit Methan und CO2 freigesetzt. Methan ist ein hochwirksames Treibhausgas, dessen kurzfristiger Wärmeeffekt um ein Vielfaches höher liegt als der von CO2. Neuerliche Freisetzungen von Methan in der Arktis haben in der Wissenschaft große Sorgen ausgelöst, wobei mangels Daten eine Einschätzung, wie ungewöhnlich diese Geschehnisse historisch sind, schwierig ist. Wie ein Deckel über einer Suppenschüssel verhindert die Eisschicht der Arktis, dass das Meer darunter gegen die Küste klatscht. Die Schicht absorbiert die Energie großer Wellen und verhindert, dass diese gegen Strände und Klippen schlagen. Doch das Eis schmilzt und das Meer überflutet immer häufiger Küstendörfer und verursacht schwere Erosionen.