Besetzung der Gazprom Ölbohrplattform "Prirazlomnaya"

"Meine Kollegen und ich stehen hier stellvertretend für die über eine Million Arktisschützer", sagt Kumi Naidoo, Greenpeace-International Chef von Bord der Plattform. "Gazprom und Shell riskieren mit ihren Förderplänen ein einzigartiges Ökosystem. Früher oder später wird es in der Arktis zu einem Ölunfall kommen. Der einzige Weg, dies zu verhindern, ist ein generelles Verbot aller Bohrungen in der Arktis."

Video Details



Die ganze Welt hat hilflos und geschockt mitansehen müssen, wie BP im Jahr 2010 4.9 Millionen Barrel Öl in den Golf von Mexiko auslaufen ließ. Die russische Ölindustrie jedoch verschüttet jährlich 30 Millionen Barrel Öl – die siebenfache Menge der Deepwater Horizon Katastrophe – an Land, verschleiert durch einen Deckmantel der Geheimhaltung und Korruption. Weiters werden alle 18 Monate mehr als 4 Millionen Barrel direkt in den Arktischen Ozean ausgestoßen – dies wird zum Problem für die gesamte Menschheit.

Komi Region – Ölpeststätte

Nach der Analyse von Satellitenbildern bei welcher Ölpestgebiete identifiziert wurden,  reisten Greenpeace-Mitarbeiter in die Arktischen Regionen, um das ausgeflossene Öl zu dokumentieren und um das Ausmaß der Zerstörung zu erkunden. All diese Fotos wurden innerhalb von drei Tagen geschossen – und zwar in nur einem einzigen dieser vielen Hotspots an Ölpestgebieten in Russland.

oil spill 01
oil spill 02
oil spill 03
oil spill 0
oil spill 0
oil spill 0
oil spill 0
oil spill 0
oil spill 0
oil spill 10
oil spill 11
oil spill 12
oil spill 13
oil spill 14
 

Der Zyklus von Öl, Korruption und Verschmutzung

Intensiv durchgeführte Entwicklungsarbeit von der Öl- und Gasindustrie wird allgemein durch Groß angelegte PR-Kampagnen begleitet. Diese fokussieren sich darauf den Einheimischen glaubhaft zu machen, dass die Bohrvorgänge und die Ölproduktion absolut harmlos sind und sich positiv für die Entwicklung und die Infrastruktur der Region auswirken.

 

Wie viel Öl wird in Russland jedes Jahr verschüttet?

Extreme Wetterbedingungen zusammen mit einem Mangel an Wartungsarbeiten haben zu einer langsamen, aber stetigen Versickerung von Öl aus Rohrbrüchen geführt. Zusätzlich finden noch immer gesetzlich verbotene Verbrennungen von Gas statt (60% davon ist Methan – ein starkes Treibhausgas). Russland verbrennt jährlich cirka 40 Milliarden Kubikmeter von diesem Gas.

Ölfälle Infografik

Der Zusammenbruch der Gemeinschaft

Indigene Gruppen im Norden Russlands, in Sibirien und im Fernen Osten Russlands - insgesamt etwa 250 000 Menschen - sind eine der am meist gefährdeten Gruppen in Russland. Die Wirtschaft und die traditionellen Lebensformen dieser Einwohner sind direkt vom Fischfang, der Jagd und der Rentierzucht abhängig. Die Rohstoffindustrie, private Fischereien und die Forstindustrie wirken sich auf deren traditionelle Territorien und deren Recht, sich von diesen Territorien zu ernähren, sehr schlecht aus. Fotos: Daniel Mueller/Greenpeace

A

b dem Alter von 12 Jahren bis zu seinem Ruhestand mit 72 Jahren züchtete Kanev Vyacheslav Vasilyevich Rentiere vom Komi Dorf Ust'-Usa.

Rentiere benötigen ein weites, freies Land. Heute wird das Land von Komi von mehr als 3000 Bohrlöchern, tausenden Kilometern von Pipelines, zahlreichen Straßen, Wegen und Einrichtungen der Ölindustrie getrübt. Kanev sagt, dass er seine Tiere immer weiter nach Süden führen muss, um ihnen eine unberührte Weide bieten zu können. Die Rentiere weigerten sich das Moos und die Flechten aus der kontaminierten Region zu fressen. Die Ausbreitung der Ölindustrie macht das Züchten von Rentieren unmöglich, weshalb es keine brauchbare Lebensgrundlage mehr ist.
Valery Bratenkov

V

alery Bratenkov arbeitet als Vorarbeiter auf Ölfeldern außerhalb Usinsk. Nach Stunden ist er mit einer lokalen Umweltorganisation beisammen. Bratenkov hat schon öfters seine Vorgesetzten darauf aufmerksam gemacht, dass Ölaustritte oft unmittelbar vor deren Nase passieren und sie aufgefordert diese Pipelines zu reparieren. «Sie fühlten sich angegriffen und sagten, das koste zu viel Geld.»(Quelle: AP vor Ort mit Greenpeace)

Das ausgelaufene Öl im Ölfördergebiet bildet giftige Seen, erstickt die Vegetation, dringt in den Boden ein und sickert in das Grundwasser. In dem kleinen Dorf Ust'-Usa leben die Menschen jeden Tag mit den Konsequenzen.
drinking water
Village Kolva at river Kolva and inhabitants. Young unemploied men at the river.

D

ie jungen Menschen aus dem Dorf Kolva haben nur wenig Hoffnung für die Zukunft. Sie leiden unter Arbeitslosigkeit – nur wenige bekommen Jobs bei den Ölfirmen und andere Möglichkeiten gibt es kaum. Alkoholkrankheit ist ebenfalls ein Problem.

Die Selbstmordrate in Russland gilt bereits als eine nationale Krise. In der Republik Komi sind die Selbstmordraten fast doppelt so hoch wie die nationale Durchschnittsrate. Unter den indigenen Gemeinschaften sind die Selbstmordraten sogar drei Mal so hoch.

Spring melt reveals oil spilt through the winter

E

in Fischer in Kolva zeigt seinen mageren Fang. «Vor 40 Jahren kamen sie an, bohrten nach Öl und ließen es einfach in die Landschaft und Flüsse sickern, bis die Fische mit dem Bauch nach oben schwammen. Dann wussten wir wie die Zukunft aussehen würde.» Fischfang, Jagd und Landwirtschaft waren die traditionellen Berufe der Komi, aber heutzutage kann keiner mehr davon leben.
Once a good livelihood, fishing has now become a meagre existence for the the people of Kolva village

I

m langen arktischen Winter bleiben Ölaustritte von den zahlreichen unterirdischen Pipelinebrüchen unbemerkt. Mit den steigenden Temperaturen im Sommer werden riesigen Mengen Öl mit dem Schmelzwasser in die Flüsse gespült. «Im Frühling ist es am Schlimmsten.», sagen die Einwohner von Ust'-Usa. «Dann hast du das Öl im Wasser, in der Luft, im Essen, überall. Es stinkt nach Öl. Der Frühling ist die schlimmste Saison.»." Photo: Greenpeace/Staffan Julén

Russlands Anspruch auf die Arktis

Lehren ziehen

Laut einem Vertreter des russischen Ministeriums für Natürliche Ressourcen ist «die Entwicklung des russischen Kontinentalschelfs charakterisiert durch die kompliziertesten Arbeitsbedingungen und erfordert den Einsatz von neuen und einzigartigen Technologien. Die größten Hemmnisse sind: das extrem schwierige, natürliche Klima- und Ingenieurgeologische Bedingungen, fehlende Infrastruktur, große Entfernungen zwischen den Abbaugebieten und den Unterstützungsbasen an den Küsten, sowie das Fehlen von bewährten Technologien für die Entwicklung von Offshore Öl- und Gasfeldern in der Arktis.

Wenn es der russischen Öl- und Gasindustrie bisher nicht gelungen ist die Vorschriften in den bestehenden Ölfeldern aufrechtzuerhalten – obwohl alle technischen Möglichkeiten vorhanden sind – warum sollten wir glauben, dass bei der Entwicklung von Offshore in der Arktis mehr Verantwortung für Umweltaspekte gezeigt werden?

Zuvor klassifizierte Regierungsdokumente erklären, dass es «fast unmöglich» ist mit Ölaustritten in arktischen Gewässern fertig zu werden und unvermeidliche Fehler die fragile Umwelt der Arktis erschüttern würden.



Sagen Sie es weiter

Via Facebook teilen Via Twitter teilen

Schützen Sie die Arktis


Downloads


Links

 
Themen