Daunengewinnung

Infoseite - 23 Jänner, 2013
Daunen sind das Daunengefieder von Wasservögeln wie Enten und Gänsen. Am Land lebendes Geflügel wie etwa Hühner und Puten haben keine Daunen. Daunen wachsen unter dem äußersten Schutzgefieder und sind am Rumpf (im Brustbereich) am häufigsten und bilden eine Schutzschicht gegen Kälte.

Lebendrupf bei Gänsen

Eine Daune ist ein dreidimensionales Gebilde und sieht aus wie eine Schneeflocke. Sie hat einen kaum sichtbaren Kern mit strahlenförmigen, seidenweichen Daunenbeinchen, welche viel Luft speichern können. Sie wiegt nur etwa 0.001 – 0,002g. Das bedeutet, dass ein Kilo Daunen, schon einer Menge von etwa einer Million Stück entspricht.

Bei der Daunengewinnung gibt es den Lebendrupf und den Schlachtrupf (auch Maschinenrupf):

Schlacht- bzw. Totrupf:

Viele Mastgänse werden nach ihrer Schlachtung zum ersten Mal gerupft. Meist maschinell, jedoch hin und wieder auch noch per Hand. Aus Tierschutzsicht ist der Maschinenrupf eigentlich unproblematisch, da hier die Tiere nach der Schlachtung mit einer eigenen Maschine gerupft werden und keine Schmerzen mehr spüren.

Rupft man die Daunen mit der Hand, werden diese nicht so schlimm beschädigt wie mit der Maschine und sind daher qualitativ hochwertiger. Diese Rupfvariante, der Totrupf ist unbedenklich, da auch in diesem Fall die Tiere  nichts mehr spüren.

Lebendrupf: 

Anders verhält es sich beim Lebendrupf (oder Pusztarupf in Ungarn). Die Gänse werden dabei von Februar bis etwa Oktober oder November bis zu vier Mal gerupft, da die Daunen immer wieder nachwachsen. Zeitgleich werden sie auch gemästet, um die Gans doppelt nutzen zu können.

Beim Rupfvorgang fangen die Arbeiter die Gänse, die in Bodenhaltung gehalten werden, biegen die Flügel und den Hals nach hinten und beginnen, die Tiere am Rumpf zu rupfen. Dabei gehen sie recht brutal vor, denn Zeit ist Geld und die Arbeiter werden pro Stück bezahlt. Da bleibt für das Wohl der Tiere keine Zeit. Gebrochene Beine, Flügel und offene Fleischwunden (den Tieren werden zu viele Federn auf einmal brutal ausgerissen und Haut- bzw. Fleischteile gehen mit) sind nicht selten. Stundenlang sind die Gänse noch geschockt von dieser Prozedur, fressen nichts, begeben sich in eine Ecke des Stalls und bewegen sich nicht mehr. Manche bekommen sogar Fieber. Das ist das traurige Leben der "Lieferanten" für den weichen Polster.

Art der Herstellung nicht erkennbar

Leider gibt es jedoch kein Gütesiegel für Daunen aus Totrupf oder eine Kennzeichnungspflicht für Daunen aus Lebendrupf. Weiters kommt hinzu, dass ja viele Federn als Totrupf angepriesen werden, das Tier jedoch auch schon zu Lebzeiten diese Grausamkeit drei bis vier Mal über sich ergehen lassen musste.

Man kann also bei Daunen überhaupt nicht sagen, wie sie gewonnen wurden. Daunenrupfen bei lebenden Tieren ist und bleibt grausame Tierquälerei. Manche Produkte werden gekennzeichnet mit "Schlachtrupf": dies bedeutet jedoch nicht, dass die Gans nicht schon ihr ganzes Leben gerupft worden ist.

Für tierschutzbewusste KonsumentInnen ist es besser, ganz auf Daunenprodukte zu verzichten. Es gibt mittlerweile zahlreiche Alternativen.

Quelle: VIER PFOTEN

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