Greenwashing

Infoseite - 26 Mai, 2011
Greenwashing ist die Irreführung von KonsumentInnen über die ökologischen Geschäftsmethoden eines Unternehmens oder die ökologischen Vorteile eines Produktes bzw. einer Dienstleistung. Man unterscheidet zwischen mehreren Arten des Greenwashings.

Adbusting zu Verbunds Greenwashing-Kampagne 2011

 

1. Schmutzige Geschäfte („Dirty Business“)

Wenn ein Unternehmen ein ökologisches Programm oder Produkt übermäßig anpreist, solange dessen Hauptprodukte oder deren Kerngeschäft umweltschädigend oder nicht nachhaltig sind.

Beispiel: Ein Autokonzern, der hauptsächlich Fahrzeuge mit hohem Spritverbrauch herstellt und einen geringen Anteil des Forschungsetats für alternative Antriebe verwendet und sich dann in der Öffentlichkeit als nachhaltiges Unternehmen darstellt.

2. Werbegetöse („Ad Bluster“)

Es werden genau geplante Werbe- und PR-Kampagnen verwendet, um ein die Umwelt betreffende Leistung aufzubauschen/ zu übertreiben, um die Aufmerksamkeit von ökologischen Problemen abzulenken oder wenn mehr Geld für die Bewerbung einer ökologischen Verbesserung ausgegeben wird, als für die Verbesserung selbst.

Beispiel: Ein Ölkonzern gibt eine Million Euro für eine PR-Kampagne aus, um seine deutlich niedrigeren Investitionen in Forschungsprojekte für Erneuerbare Energien zu bewerben.

3. Politischer Spin („Political Spin“)

Wenn zwar über „grüne“ Selbstverpflichtung/Verantwortung gesprochen oder diese beworben wird, gleichzeitig jedoch gegen bevorstehende oder aktuelle Umweltgesetze oder –bestimmungen lobbyiert wird.

Beispiel: Ein internationaler Elektronikhersteller, der behauptet, klimafreundliche und energiesparende Produkte herzustellen und gleichzeitig in den USA Mitglied einer Interessensvertretung ist, die gegen strengere Klimaschutzgesetze lobbyiert.

4. Es ist Gesetz! („It’s the law, stupid!“)

Indem Produkte mit ökologischen Verbesserungen beworben oder gebrandet werden, die bereits von bestehenden Gesetzen verlangt oder angeordnet sind.

Beispiel: Eine deutsche Fleischerei erweckt auf seiner Website und auf zusätzlichen Aufdrucken seiner Produkte den Eindruck, als ob das Fleisch höheren Anforderungen entsprechen würde, weil es „ohne Tiermehl“ hergestellt wird. Gemäß deutschem Lebensmittel- und Futtermittelgesetz ist die Verfütterung von Tiermehl nicht mehr gestattet.

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