Gentechnik in der Landwirtschaft

Infoseite - 25 Jänner, 2011
Gelangen gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in die Natur, stellen sie eine ernste Gefahr für das biologische Gleichgewicht dar. Gentech-Pflanzen töten nicht nur Schädlinge, sondern auch nützliche Organismen wie Schmetterlinge und andere Insekten.

Weltweit sind es nur vier Länder, die fast 90% aller Gentenchnisch veränderten Pflanzen anbauen. Das sind die USA (53%), Argentinien (18%), Brasilien (11,5%) und Kanada (6,1%) Die restlichen zehn Prozent werden in zwölf anderen Ländern in kleinen Mengen gepflanzt. Global wachsen derzeit auf rund 7,5 Prozent der Gesamtackerfläche gentechnisch veränderte Pflanzen, davon nur 0,119 Prozent in Europa – vornehmlich in Spanien. In anderen EU-Ländern gibt es Testfelder. In Österreich werden derzeit keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut.

Zwei Arten von Pflanzen

Die Riesen-Gen-Tomate gibt es nicht -sie ist ein Mythos. Was es sehr wohl gibt, sind etwa Gen-Tomaten mit besonders fester Haut. Allerdings machen solche Experimente nur einen kleinen Teil der künstlichen Pflanzen-Konstrukte von Biotech-Firmen aus. Vielmehr werden Pflanzen bzw. ein Protein in deren DNA dahingehend verändert, dass sie entweder tolerant gegenüber Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) oder giftig für bestimmte Schadinsekten werden. So sind die gesäten Pflanzen entweder im Gegensatz zum unerwünschten Unkraut, gegen die vom Landwirt eingesetzten Herbizide resistent. Oder es handelt sich um so genannte Bt-Pflanzen, die gentechnisch so verändert sind, dass sie selbst permanent Giftstoffe gegen Schädlinge produzieren.

Derzeit kommt die Gentechnik hauptsächlich bei Soja, Baumwolle, Mais und Raps zur Anwendung. In den kommenden Jahren wird die gentechnische Veränderung von Reis zu einem großen Thema werden.

Auswirkungen auf die Biodiversität

Auf Feldern mit so genannten Herbizidresistenten Pflanzen kommt es zu intensivem Einsatz des entsprechenden Unkrautvernichtungsmittel. In den USA und Argentinien hat diese Praxis dazu geführt, dass auch Unkräuter Resistenzen entwickelten und wiederum verstärkt Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden. Darüber hinaus besteht im Besonderen bei Raps die Gefahr, dass er sich über Pollenflug in die Natur verbreitet, was zu Kreuzungen und Bildung von „Superunkräuter“ führen kann. Welche Folgen das für die Biodiversität hat, kann heute noch niemand abschätzen.

Aktion in einem gentechnisch-veränderten Maisfeld in Italien

© Matteo Nobili / Greenpeace

Ungeklärte Haftung

Das Problem des Nebeneinanders von gentechnisch verändertem beziehungsweise konventionellem und biologischem Anbau ist nach wie vor ungeklärt. Genauso wie die Frage der Haftung für eventuell auftretende Schäden. Fakt ist, dass eine mit Gentechnisch Veränderten Organismen (GVO) verunreinigte Ernte einen geringeren Preis erzielt, als eine konventionelle oder gar biologische. Somit stellt die Gentechnik eine ernsthafte Bedrohung für die konventionelle und biologische Landwirtschaft dar.