Patente, Lizenzen und Gewinn

Infoseite - 29 April, 2005
Interesse an GVOs in der Landwirtschaft haben vor allem die Hersteller von Saatgut. Fast alle gentechnisch veränderten Pflanzen gehören weltweit nur vier Firmen. Das sind Monsanto (USA), Syngenta (CH), Bayer (DE) und DuPont/Pioneer (USA).

Aktion vor dem Parlament in Brüssel

© Greenpeace / Eric De Mildt

Ginge es nach den Saatgutherstellern, hätten wir heute auf jedem Feld Gentechnik-Pflanzen. Denn sie verdienen nicht nur am Verkauf von Saatgut, sondern auch an der Vergabe von Lizenzen, die sie auf ihre patentgeschützten Pflanzen-Konstrukte an Landwirte vergeben. Über die Lizenzen werden die Landwirte dazu verpflichtet, zusätzlich zum Saatgut das dazugehörende Spritzmittel zu erwerben.

Für Monsanto & Co geht die Rechnung auf

Sie verdienen gleich doppelt. So versuchen sie den milliardenschweren Agrar-Markt zu erobern und ihn – ganz nebenbei –über Lizenzen unter Kontrolle zu halten. Monsanto ist im Besitz von 90% aller GVOs für die Landwirtschaft. Am Ende bestimmen sie, wer welches Saatgut anbauen darf.

Denn ist das Feld eines Bauern erst einmal durch GVOs kontaminiert, kann er es für die konventionelle oder gar biologische Landwirtschaft nicht mehr nutzen. Darüber hinaus verbietet die Lizenz den Bauern aus ihrer Ernte das Saatgut für das nächste Jahr zu gewinnen. So werden sie gezwungen wieder beim Hersteller einzukaufen. Monsanto verklagt jedes Jahr mehrere Hundert US-Bauern auf Basis seines Patentrechtes und erwirtschaftet so zusätzlich geschätzte 180 Millionen Dollar jährlich.

Falsche Versprechen

Ihre Pflanzen bewerben die Saatguthersteller mit falschen Versprechen: Gentechnik sei durch höhere Erträge eine Lösung für den Welthunger. Durch GVOs könne der Einsatz von Pestiziden verringert werden, womit man einen Beitrag zum Umweltschutz leiste. Gentechnik habe keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier. Gentechnik sei also sicher und vor Markteinführung selbstverständlich ausreichend getestet worden.

Hier nur ein paar wenige Beispiele:

  • Ratten zeigen nach dem Verzehr von Gentech-Mais MON863 Symptome für eine Schädigung von Leber und Niere
  • Gentech-Raps kreuzt mit Wildpflanzen aus und bildet "Superunkräuter"
  • Gentech-Bt-Mais tötet Schmetterlinge und Raupen
  • Gentechnisch veränderte Erbsen haben eine Lungenkrankheit bei Feldmäusen ausgelöst
  • Fremde Gene in Lebensmitteln können neue Allergien verursachen
  • Der UN-Agrarrat äußerte sich bereits, dass Gentechnik keine Lösung für das Hungerproblem ist