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Wissen über Shrimps

Ein Überblick über Systematik, Herkunft und Biologie verschiedener Krebsarten

Infoseite - 15 August, 2010
Zu den „Shrimps“ werden eine ganze Reihe von unterschiedlichen Krebsarten gezählt. Dies führt oft zu Verwirrungen, da sowohl die deutschen wie auch die englischen Namen nicht einheitlich verwendet werden. „Tiger Prawns“, „Giant Tiger Prawns“, „Tigergarnelen“, „Kaisergrante“, „Scampi“, „Garnele“ – die Trennung ist oft unscharf.

Die Tabelle der Namen und Herkunftsländer gibt eine kleine Auflistung, der in Österreich z.T. gehandelten und weiterer weltweit bedeutender Arten, deren Namen leider allzu oft falsch gebraucht werden.

Der abgeschälte Garnelenschwanz ist immer höher als breit, der Schwanz von Krebsen wie Scampi und Hummern eher rund oder sogar breiter als hoch ist.

Garnelen werden v.a. als Tiefkühlfertigware mit 6-10 Tieren pro Packung angeboten, etikettiert als Barbecue- oder Cocktail-Garnelen, Grillspieße oder als so genannte Garnelenkränze.

Name Spezies Größe Info Herkunft

Giant Tiger Prawn,
Bären-/ Schiffskielgarnele

Penaeus monodon 15-33cm Stellen 56% des Weltmarktes (meist tiefgeforen angeboten) Tropen, Asien, Indischer Ozean und Süd­ost­asiatischer Pazifik
King Size / King Prawn Penaeus monodon
6-8 Stück pro Pfund Werden manchmal fälschlicher­weise als "Scampi" bezeichnet Tropen, Asien, Indischer Ozean und Süd­ost­asiatischer Pazifik
Western White Shrimp P. vannemei   Stellen 16% des Weltmarktes Pazifik bei Süd- und Zentral­amerika, in Ecuador und überall in Südamerika aufgezogen
Japanese Kuruma Shrimp P. japonicus   Stellen unter 1% des Weltmarktes Indischer Ozean, Südwest-Pazifik, in Japan und Australien gezüchtet
Fleshy Prawn,
Hauptmannsgarnele
P. chinensis /orientalis 15-18cm Stellen 6% des Weltmarktes
Boom '88-'93, wurde weltweit vermarktet, jetzt nur noch in China
China und West-Korea
"Shrimp" P. setiferus 18cm   Amerikanische Ostküste
Western Blue Shrimp P. stylirostris      
         
Nordseegarnele, Krabbe, Nordsee-Krabbe, echte Garnele, Sandgarnele, Porre, Granat (s. Bemerkungen),
Gray oder Brown Shrimp, Common Shrimp
Crangon crangon    Sandgarnele u. Granat werden manchmal der Nordsee­garnele gegenüber gestellt;
manchmal werden Nord- u. Ostsee­garnele zusammen als Nordsee­krabben verkauft
 Nordsee
         
Pink Shrimp, Common Prawn, Tiefseegarnele, Grönlandshrimp, Sägegarnele, Gamba

große Exemplare manchmal als „Hummerkrabbe“ bezeichnet

Palaemon serratus
8-10cm  Nur marin, Teil des Fangs aus Nord­atlantik wird kurz gekocht u. als „Nordmeer-Garnelen“-Fleisch gehandelt frz. Nordküste, Mittelmeer
Ostseegarnele,
Leander adserpsus var. fabricii
P. squilla 6cm v.a. in Konserven Ostsee, u.a. Nordsee
Praun-Garnele,
angelsächsischer Prawn
P. vulgaris      
         
Pink Shrimp, Northern Shrimp, Deepsea Prawn,
Tiefseegarnele
Pandalus borealis 16cm Vermutlich nur als Frei­fang gewonnen, da es sich hierbei um eine Tiefsee­garnele handelt  
         
Languste, Stachelhummer Palinurus vulgaris (elephas) 45cm 2 lange Antennen, in 50-100m Tiefe Mittelmeer, Ostatlantik, vor amerik. Ostküste, verwandte Arten im Indischen Ozean und Pazifik
         
Hummer, amerik. Hummer Homarus gammarus, H. americanus 22-30cm, bis 80cm In mindestens 40m Tiefe Nordsee
         

Kaisergranat, Buchstabenkrebs, Norwegischer Hummer, Norway lobster, Danish lobster,

wird auch „Languste“ genannt, ital.: Scampi
Nephrops norwegicus 12-14cm, bis 22cm Es gibt keine Zucht im industriellen Maßstab, nahe verwandt mit Hummern, in 40 bis 800 m Tiefe Mittelmeer bis Island, Nordsee, Skageratt, Kattegatt
         
Flußkrebs, Edelkrebs Astacus astacus bis 16cm-25cm
Ehemals in ganz Mitteleuropa
         
Südwassergarnele,
Rosenberg Prawn, Giant River Prawn, Green Tiger Prawn
Macrobranchium rosenbergig 25-32cm nur die Larve wächst auch in salzigem Wasser USA, Israel, Vietnam, Malaysia
         
Chilegarnele,
Cameron nailon
Heterocarpus reedi 6-12cm Freifang

 

Systematik

Krabbe - Garnele – Krebse - Shrimps: Diese Namen werden ständig falsch verwendet, auch von den Händlern. Wissenschaftlich betrachtet gibt es aber klare Zuordnungen, die auch dem Verbraucher helfen könnten, eindeutig nur die Garnelen als „Shrimps“ zu erkennen.

Die Tiere, die man für gewöhnlich in einem „Krabbencocktail“ findet, sind Garnelen. Hier tritt also schon die erste und am weitesten verbreitete Namensverwechslung auf. Diese Garnelen werden von den Fischern auch oft als „Granat“ bezeichnet.

Was weithin als „Krabbe“ bezeichnet wird, ist der Krebs, der sich z.B. auf den norddeutschen Wattenflächen durch seitliches Schreiten fortbewegt.

Unterordnung: Natantia (Garnelen - ca. 2.000 versch. Arten)

  • Über-Familie Crangonoida:
    Crangon crangon
    (Nordseegarnele, Granat,...)

 

  • Über-Familie Palaemonoida:
    Palaemon squilla
    (Ostseegarnele), Palaemon serratus (Crevette, Sägegarnele), Palaemonetes vulgaris (Praun-Garnele, Angelsächsische Garnele)

    Familie Penaeidea (Geißelgarnelen, urtümlichste Garnelen):
    Penaeus setiferus
    u.a. (Shrimps in den USA), Penaeus trisulcatus (Geißelgarnele), Atlantik, 15 cm

    Familie: Atyidae (Süßwassergarnelen u. a. Familien): werden nicht erwirtschaftet

 

Unterordnung: Reptantia (Panzerkrebse)

  • Palinura: Langusten (Familiengruppe)

    Familie Palinuridae:
    Palinurus vulgaris/ elephas (Languste, Stachelhummer), ledrig, weiße Flecken auf dem Hinterleib
  • Astacura: Flusskrebse  (Familiengruppe)

    Familie Homaridae:
    Homarus gammarus/ vulgaris (Hummer), Homarus americanus (amerik. Hummer), Nephrops norvegicus (Buchstabenkrebs, Norwegischer Hummer, Kaisergranat)

    Familie Astacidae: in Eurasien und Nord- Amerika
    Gattung Astacus (4 Arten): Astacus astacus (Flusskrebs, Edelkrebs), von Algenpilz Aphanomyces astaci, Astacus torrentium (Steinkrebs)
    Gattung Cambarus: Cambarus affinins, wirtschaftlich von geringem Wert
    Gattung Orconectes: Orconectes limosus (Am. Flusskrebs), 12 cm

    Familie: Parastacidae: In Süd-Amerika, Neuseeland, Australien, Neu-Guinea
  •  Anomura: Mittelkrebse (Familiengruppe)

    Familie Paguridae:
    Gattung Pagurus (Einsiedlerkrebse)
  • Brachyura: Krabben (Familiengruppe)

    Familie Potamonidae (Flusskrabben) z. B.im südamerikanischen Urwald:
    Potamon fluviatile in italienischen Seen, frisch gehäutet werden sie in Rom als „graneci teneri“ gegessen

    Familie Canceridae:
    Carcinus maenas (Strandkrabbe), europäische Küsten und ostamerikanische Küste, Cancer pagurus (Taschenkrebs)

    Familie Ocypodidae:
    Gattung Uca (Winkerkrabben)

 

Lebenszyklus und Anzucht

Bei einer natürlichen Entwicklung der Garnelen in freier Wildbahn verbringen sie einen Teil ihrer Entwicklung in Flussmündungen, wo sie ihre Eier ablegen. Wie für viele Fische und Schnecken, so sind auch für sie die Lagunen und Buchten der Meere sowie vor allem das Wurzelgeflecht der Mangroven die Kinderstube.

Mit zunehmendem Alter ziehen die Tiere weiter die Flüsse stromaufwärts. Mit Erreichen der Geschlechtsreife kehren sie wieder an ihren Geburtsort zurück und laichen im brackigen Wasser der Lagunen und Flussdeltas. Dann verlassen sie die Küsten und ziehen auf das offene Meer hinaus. Zum Zeitpunkt der nächsten Eiablage kehren sie wieder zurück.

Bei der künstlichen Aufzucht für die industrielle Massenproduktion werden 50.000 bis 1 Million Eier in einem Becken vorbereitet. Nach einem Tag schlüpfen die so genannten Nauplii-Larven, die sich von ihren Reserven aus dem Dottersack einige Tage ernähren können. Aus ihnen entwickeln sich Larven mit dem exotischen Namen Zoea. Diese fressen ca. 3-4 Tage lang Algen und verwandeln sich zur Mysis-Larve. Wiederum sind es Algen, Diatomeen, also Kieselalgen, und Zooplankton, das ihnen als Nahrung dient. Nach 3-4 Tagen haben sie die nächste Entwicklungsstufe der so genannten Postlarve erreicht. Nun ist es ausschließlich Zooplankton und Detritus, also zersetztes organisches Material, was ihre Nahrung bildet. In diesem Stadium, wenn die Kiemen sich ausgebildet haben, kommen die Garnelenlarven in die Becken zur weiteren industriellen Aufzucht. 

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