Hinweis: Onlinespenden bis spätestens 28.12.2014 können rechtzeitig eingezogen werden, um Ihre Spende 2014 steuerlich absetzbar zu machen.
Danke für Ihr Verständnis! ▶ Jetzt online spenden

Langleinen

Infoseite - 27 Dezember, 2010

Langleinen messen über 100 km Länge

Zielarten: vor allem Tunfisch, Hai, Schwertfisch, Schwarzer Seehecht, Heilbutt

Bei dieser industriell betriebenen Hochsee-Fischerei werden an einer aus Kunststoff gefertigten Hauptleine mit unzähligen Köderhaken versehene Nebenleinen ausgelegt.

Pelagische Langleinen (engl. pelagic longline) sind eine verbreitete Methode für den Tunfischfang. Hierzu wird die Leine nahe der Meeresoberfläche ausgebracht und treibt mit der Strömung. Die Haken an den einzelnen Angelschnüren sind mit Ködern - z.B. Makrelen oder Tintenfisch - versehen. In der industriellen Fischerei werden Langleinen von über 100 Kilometern Länge  mit bis zu 3.000 Haken ausgebracht. Langleinen-Flotten legen weltweit jährlich etwa 1,4 Milliarden Haken zum Tunfischfang aus – 4 Millionen Haken täglich. Viele Tunfisch-Bestände gelten als überfischt.

Bei der Fischerei mit Grund-Langleinen (engl. bottom long-line) zum Fang von Schwarzen Seehecht mit die Leine in ihrer gesamten Länge am Meeresgrund in Tiefen von 500 bis 2.500 Metern verankert.


Umweltschädlich durch Beifang, Hai-Finning und illegale Fischerei

Problematisch ist die Fangmethode vor allem durch die hohen Beifänge: Die Welternährungsorganisation FAO schätzte 2005 die Beifangrate auf rund 20 Prozent der Fangmenge. Im Westpazifik macht der Beifang sogar 35% des Fangs aus. Unzählige Meeresschildkröten, Rochen, Haie und Seevögel fressen die Köder und fallen so der Langleinen-Fischerei zum Opfer. Pro Jahr sterben in Langleinen geschätzte 100.000 Seevögel, darunter in der Antarktis bei der Fischerei auf Schwarzen Seehecht einige vom Aussterben bedrohte Albatros-Arten.

Viele Langleinen-Schiffe betreiben außerdem Hai-Finning und sind zudem in illegale Fischerei verwickelt, ein Grund warum Greenpeace immer wieder auf See gegen Langleinen-Fischer vorgeht. Geschätzte 21-46% des Tunfisches wird im Pazifik illegal gefangen – oftmals von Langleinen-Fischern.

Auf Haie wartet ein besonders grausames Schicksal: Ihnen wird die Rückenfinne abgeschnitten, bevor sie sterbend zurück ins Meer geworfen werden. In vielen asiatischen Ländern gilt Haifischflossen-Suppe als Delikatesse, so dass illegales Hai-Finning weit verbreitet ist. Haie werden nicht nur als Beifang mitgefangen, sondern mit Langleinen auch gezielt befischt. Besonders große Haiarten wie der Blauhai wurden als Langleinenopfer im Zentralpazifik eklatant dezimiert.

Was Greenpeace fordert:

Langleinen-Fischer müssen dafür sorgen, dass ihre Langleinen mit alle verfügbaren Mechanismen zur Beifangvermeidung ausgestattet sind (Absenkung der Leinen bei Nacht und durch Rohre gegen Vogelbeifang, Rundhaken etc.); kein Fang  von gefährdeten Haiarten  und Hai-Finning; Beachtung von Meeresschutzgebieten und zeitlichen Fischereiverboten; Langleinen- Schiffe sollten ihren Fang nicht auf See umladen, sondern selbst im Hafen anlanden, so dass illegaler Fischerei ein Riegel vorgeschoben wird.

In deutlichem Gegensatz zur industriellen Langleinenfischerei steht der seit Jahrzehnten von den Fischern auf den Azoren-Inseln praktizierte Langleinen-Fang: Ihre Langleinen tragen nur 4 bis 8 Haken.

Themen