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Haie

Faszinierende Jäger – vom Aussterben bedroht

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Kaum ein Tier ist so gefürchtet wie der Hai. Doch auch wenn viele Haie perfekte Jäger sind – von den 800 Arten sind 99 Prozent für den Menschen harmlos. Andersherum ist die größte Gefahr für den Hai der Mensch: Jede fünfte Hai- und Rochenart steht mittlerweile auf der Roten Liste.

Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO sterben jährlich 100 Millionen Haie durch die Fischindustrie, bis zu 73 Millionen Haie allein durch das sogenannte „Finning“. Dabei schneiden Fischer den Tieren die vor allem in China begehrten Flossen ab und werfen die Körper über Bord – oft noch lebend. Zwar gilt in vielen Meeren inzwischen ein Finning-Verbot, es wird aber schlecht oder gar nicht kontrolliert. Haie verenden zudem millionenfach als ungewollter Beifang in Netzen oder an den Langleinen-Haken von Tunfischfängern.

Sanfte Riesen - perfekte Jäger

Die größte Art, der bis zu 20 Meter lange Walhai, filtriert gar nur gemächlich Plankton, während der kleinste, der in der Tiefsee lebende Zwerg-Laternenhai, gerade mal 20 Zentimeter misst. Weil Haie an oberster Stelle der Nahrungskette stehen, sind sie ungemein wichtig für das Ökosystem. Da sie oft Jagd auf kranke oder schwache Tiere machen, halten sie die Population anderer Fischarten intakt.

Nur wenige Arten wie der Weiße Hai greifen Menschen an. Solche Attacken fordern weltweit pro Jahr fünf bis zehn Todesopfer. Die Gefahr von einer Kokosnuss erschlagen zu werden, ist damit 15-mal größer.

Haie und die zoologisch zur gleichen Gruppe zählenden Rochen sind Knorpelfische: Ihr Skelett ist nicht verknöchert. Typisch ist auch die raue, von kleinen Zähnchen bedeckte Haut. Weil Haie keine Schwimmblase besitzen, müssen Hochseearten ständig in Bewegung bleiben, um nicht in die Tiefe zu sinken – selbst im Schlaf.

Haie gehören zu den ältesten Tieren der Welt - schon vor den Dinosauriern schwammen sie durch die Meere. Haie leben in nahezu allen Gewässern auf der Welt. Während sich die mei­sten Haie sowohl in Küstennähe als auch auf hoher See aufhalten, aber nicht tiefer als 300 Meter tauchen, ist zum Beispiel der Pazifische Schlafhai weit draußen in 1000 Metern Tiefe zu Hause. Manche Arten wie der Gemeine Grundhai oder Bullenhai wagen sich sogar ins Süßwasser vor.

Größter Feind: der Mensch

Aufgrund ihrer Biologie sind Haie extrem anfällig für Überfischung: Sie wachsen langsam, werden oft erst nach zehn bis 20 Jahren geschlechtsreif und produzieren wenig Nachwuchs. Viele Haie gebären – ähnlich wie Säugetiere – lebende Junge. Besonders konsequent hat auch die EU ihre Meere geplündert.

Einige Beispiele:

  • Dornhai (Squalus acanthias): Bestände in Nordsee und Nordostatlantik sind eingebrochen. Die Fangkurve der einst sehr häufigen Art zeigt den typischen Verlauf einer drastischen Überfischung. Diese Art wird allerdings auch bei uns immer noch vermarktet. Dabei wissen Konsumenten oftmals nicht, dass sich in „Schiller­locken“ die geräucherten Bauchlappen des kleinen Dorn­hais verstecken, der in der Nordsee und im Nordost-Atlantik längst gefährdet ist. Sein Rücken­filet bieten die Fischhändler als „Seeaal“ an.
  • Blauhai (Prionace glauca): Hochseeart, legt riesige Strecken zurück. Zunehmend gefährdet, weil Fischer Fanggebiete ausdehnen und es in internationalen Gewässern keine Regulierungen gibt.
  • Kurzflossen-Makohai (Isurus oxyrinchus): Mit bis zu 56 Stundenkilometern ist er der schnellste Hai der Welt. Im  Mittelmeer vom Aussterben bedroht: Dort ist er häufiges Beifangopfer in der Fischerei auf Blauflossentunfisch.

Jeder kann etwas tun!

Ein Lichtblick: Seit einer Greenpeace-Kampagne 2006 bieten Österreichs Super- und Großmärkten keine Hai-Produkte mehr an.

Jeder kann etwas tun: Nie Seeaal oder Schillerlocken kaufen und in Restaurants protestieren, in denen Haisteak auf der Speisekarte steht! Hände weg auch von ominösen Haiknorpel-Präparaten! Meiden Sie möglichst auch Tunfisch, bei dessen Fang viele Haie und andere Meerestiere als Beifang sterben!

Um die Haie zu retten, braucht es ein globales Netzwerk großflächiger Meeresschutzgebiete, in denen sich überfischte Arten erholen können, sowie Fangbeschränkungen, selektive Fangmethoden und eine strikte Durchsetzung des Finning-Verbotes. Ein besonderer Schutz ist auch für Tiefsee-Haie dringend.

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