Meeresverschmutzung

Das Meer als Müllkippe

Infoseite - 14 April, 2014
Warum werden Wale oder Robben zu Sondermüll? Warum haben Inuitfrauen in der Arktis Rekordwerte an Dauergiften in der Muttermilch? Viele Alltagsprodukte wie Computer oder Autos enthalten Dauergifte, die ausgasen und schließlich über dem Meer abregnen. Die langlebigen Dauergifte reichern sich über die Nahrungskette zuerst im Plankton an und kommen dann über den Fisch auf unserem Teller zu uns zurück. Besonders betroffen sind Wale, Eisbären und Robben.

Nicht nur an den Dauergiften zeigt sich, dass die Verschmutzung unserer Meere vor allem auch deshalb ein großes Problem ist, weil sie nie lokal begrenzt bleibt: Alle Meere sind weltweit miteinander verbunden. Als 1992 ein schwerer Sturm vor Hongkong 29.000 Badetiere von Bord eines Containerschiffes spülte, konnten Meeresforscher die "freundlichen Schwimmtiere" nach wenigen Monaten in Australien, Alaska, Chile und 2 Jahre später im Packeis des Nordpolarmeeres aufsammeln.

 

Greenpeace-Freiwillige sammeln Plastikmüll in Manila Bay ein.

 

Plastikmüll

Leider schwimmt das meiste Plastik in unserem Meeren nicht in Form von relativ harmlosen gelben Quietsche-Enten umher. Jedes Jahr verenden allein über eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger qualvoll durch den Plastikmüll, der in unseren Meeren treibt: Die Tiere ersticken in Sechserpackringen, strangulieren sich mit treibenden Netzresten oder verhungern, weil ihre Mägen mit Plastik gefüllt sind. Etwa 10.000 Millionen Tonnen langlebiges Plastik gelangen jährlich in die Meere. Laut einer Studie der Vereinten Nationen treiben bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer Weltozean. Jede PET-Flasche und jede Einwegwindel braucht 450 Jahre, bevor sie im Meer "verschwunden" ist. Im Nordostpazifik kreist ein Müllteppichvon der Größe Mitteleuropas aus drei Millionen Tonnen "Wegwerf-Kultur".

 

 

Mikroplastik

Manche Produkte, darunter zahlreiche Kosmetika, bestehen zu 10% aus Plastikpellets. Das sind Kunststoffteilchen mit einer Größe von unter fünf Millimetern. Diese werden von der Werbung gern als „Wundermittel“ verkauft, z.B. als „Perlen“ in der Zahncreme oder „extra-gründliches“ Peeling. Daneben dienen sie als Füllstoff, Verdickungs-, Trübungs- oder Bindemittel.

Die winzigen Plastikteilchen können Kläranlagen überwinden und gelangen so über Abwässer in unsere Gewässer. In vielen Gegenden der Erde sind überhaupt keine oder keine modernen Kläranlagen vorhanden. Hier gelangen alle Mikroteilchen direkt in die Gewässer. Dort binden die Partikel zusätzlich Schwermetalle und schwer abbaubare Schadstoffe an sich. Zudem sind sie wasserunlöslich, schwer abbaubar und können sich in Organismen anreichern. Ein vollständiger chemischer Abbau kann einige hundert Jahre dauern. Über die Nahrungskette gelangen die Plastikteilchen und ihre Schadstoffe in den menschlichen Körper und können sich dort anreichern.

Düngemittel

Die Flüsse tragen neben unserem Müll auch Düngemittel aus der Landwirtschaft und ungeklärte Abwässer in die Ozeane. Vielerorts kommt es durch diese "Überdüngung" der Meere vor allem im Sommer zur Massenvermehrung von Algen. Manche dieser Algenblüten rufen Hautreizungen und Vergiftungen hervor und vermiesen nicht nur am Mittelmeer etlichen Menschen ihren Urlaub.

Risikotechnologien und Schadstoffe

Jahrzehntelang wurden die Ozeane sogar gezielt als Müllkippe missbraucht. Gegen die Versenkung von radioaktivem Müll oder die Verklappung von giftigem Klärschlamm in der Nordsee musste Greenpeace jahrelang ankämpfen - mit Erfolg. Aber noch immer wird die Verseuchung der Meere mit Schadstoffen leichtfertig in Kauf genommen. Am Beispiel der "Deepwater Horizon" wurde der ganzen Welt klar, das Ölbohrungen in der Tiefsee eine unkontrollierbare Risikotechnologie darstellen - mit gravierenden Folgen für Mensch und Natur. Dennoch wird weltweit weiter in der Tiefsee nach Öl gebohrt. Auch das strahlende Kühlwasser aus Fukushima wird sich - genau wie die Abwässer der Wiederaufarbeitungsanlagen im britischen Sellafield und im französischen La Hague - in den Meereslebewesen wiederfinden.

 

Schütze die Meere

Unsere Ozeane brauchen unsere Hilfe! Greenpeace fordert alle Führenden dieser Erde auf, auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen für Meeresschutzgebiete einzutreten. Werden auch Sie Teil der Bewegung zum Schutz der Meere. Fügen Sie noch heute Ihren Namen den Forderungen hinzu. Umso mehr Menschen unterschreiben, desto mehr Gehör können wir uns verschaffen.

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