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Urlaubstipps fürs Mittelmeer

Ferien auch für die Meere

Infoseite - 3 August, 2011
Ein ausgedehnter, erholsamer Sommerurlaub am Mittelmeer soll die schönste Zeit der Jahres werden. Hier finden Sie unsere Tipps, damit auch die Meere Erholung finden!

Urlaub am Plastikmeer

© Greenpeace / Gavin Parsons

Sind Ihnen im Urlaub auch schon einmal die Unmengen dünner Plastiksackerl aufgefallen, die typischerweise bei jeden Einkauf anfallen? Wer im Urlaub Baden geht, begegnet ihnen nicht selten auch unter Wasser wieder. Zusammen mit weiterem Plastikmüll: Drehverschlüsse, PET-Flaschen, alte Gummistiefel, Konservendosen, Styroporkisten ... unser Müll landet zu einem großen Teil im Meer.

Bis zu 18.000 Plastikteile treiben in jedem Quadratkilometer der Weltozeane. Auch im Mittelmeer ist die Situation nicht besser. Etwa 70 Prozent des gesamten Plastikabfalls sinken auf den Meeresgrund. Wissenschaftler haben errechnet, dass im Mittelmeer auf jeden Quadratkilometer durchschnittlich 1935 Plastikteile den Meeresboden im wahrsten Sinne "zumüllen". Plastik braucht jedoch bis zu 450 Jahre bis es zersetzt ist. Das Plastik-Problem muss dringend gelöst werden. Jeder kann dabei mithelfen, indem er beim Einkauf auf Plastik verzichtet und seinen Müll verantwortungsvoll entsorgt.

Unser Tipp: Für Ihren Urlaubseinkauf ein Baumwollsackerl von zuhause mitnehmen!

 

Schutz für Seegraswiesen

© Greenpeace / Gavin Parsons

Seegraswiesen sind Kinderstube und Versteck für viele Fischarten, sie produzieren Sauerstoff, regulieren die Wasserqualität und ihr Wurzelwerk trägt wesentlich zum Küstenschutz bei. Allerdings nur wenn das Seegras in dichten Wiesen wachsen kann. Doch dass ist immer seltener der Fall: Trotzdem Seegraswiesen in der EU eigentlich unter strengem Schutz stehen, fallen sie oft Hafen- und Hotelbauprojekten zum Opfer. Auch ankernde Schiffe tragen zur Zerstörung bei: Sie können beim Einholen des Ankers große Büschel herausreißen. Die langsam wachsenden Seegräser sind danach kaum in der Lage, noch vor dem nächsten Sturm die Verletzung zu überwachsen. So sind leider im Mittelmeer schon viele Seegraswiesen zerstört worden.

Unser Tipp:  Helfen Sie mit Seegraswiesen zu schützen, insbesondere wenn Sie auf einem Segelschiff unterwegs sind! Auch beim Schnorcheln und Baden bitte kein Seegras aus dem Boden lösen!

 

Quallen als Umweltindikatoren

© Greenpeace / Gavin Parsons

Das Mittelmeer gilt als „Risikogebiet“ für Qualleninvasionen und Algenblüten. Immer häufiger werden Quallen in Heerscharen an den Badeküsten angetrieben. Eine der häufigsten nesselnden Arten ist die „Feuerqualle“. Dieser nachts leuchtende Qualle, die eigentlich nur weit draußen vor den Küsten vorkommt, haben Touristen in Spanien, Italien und Kroatien immer öfter ein Badeverbot zu verdanken. Die massive Überfischung des Mittelmeeres trägt zum Quallen-Boom bei: Meeresschildkröten, Tunfische und Haie, die früher auf Quallen Jagd machten, sind beinahe völlig verschwunden. Ein Teufelskreis: Da die Larven der Quallen Fischeier fressen, tragen sie selbst direkt zur Reduzierung der Fischbestände bei. Quallen sind damit exzellente Umweltindikatoren: Die zunehmende Präsenz der Quallen zeigt, dass das biologische Gleichgewicht der Meere durch die Überfischung des Mittelmeeres zutiefst gestört ist!

Unser Tipp: Meiden Sie auch im Urlaub jene Fischarten, die aus öko­logischen Gründen besser nicht auf dem Teller liegen sollten. Mehr Infos zum Fischgenuss am Mittelmeer.

Unser Tipp: Was kann ich beachten beim Kontakt mit nesselnden Quallen?

  • Nie bei Quallenwarnung ins Wasser gehen, auch abgerissene Tentakeln können nesseln.
  • Wer im Meer schwimmt und plötzlich einen brennenden Schmerz spürt: Nicht in Panik geraten, trotzdem das Wasser verlassen.
  • Nach einem Quallenkontakt sitzen noch zahlreiche ungeplatzte Nesselkapseln auf der Haut. Auf keinen Fall den Nesselschleim mit dem Handtuch abwischen oder duschen, denn dann platzen die Nesselkapseln erst recht! Wer vorsorgen möchte, kann Essig oder Rasierschaum in die Badetasche einpacken.
  • Haut an der Luft trocknen lassen und erst dann mit trockenem Sand abreiben.
  • Als letzten Schritt empfiehlt sich das Auftragen von Brand- oder Insektenstich-Salbe. In den meisten Fällen bleibt danach nur eine Rötung und Juckreiz zurück.
  • Stark nesselnde Quallen können Verbrennungen hervorrufen und sehr seltenen auch allergische Reaktion auslösen. In diesen Fällen wie auch bei Verletzungen am Auge, sofort einen Arzt aufsuchen!

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