Müllstrudel im Pazifik

Infoseite - 6 Mai, 2011
Das Meeresparadies nordöstlich der Hawaii-Inseln ist als Naturdenkmal geschützt. Mit relativ unberührten Korallenriffen und über 7.000 Arten ist ein einmaliges Ökosystem.

Gleichzeitig aber ist es Teil einer schwimmenden Müllhalde. Ein nahezu geschlossenener Müllteppich in der Größe Mitteleuropas treibt in einer gigantischen Ringströmung im Kreis. Er besteht aus unverottbaren Plastikprodukten. Kein Einzefall: Laut einer Studie der Vereinten Nationen treiben bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer unserer Ozeane.

Etwa drei Millionen Tonnen "Wegwerf-Kultur" kreisen im Uhrzeigersinn rund um die Hawaii-Inseln, gefangen in der gigantischen Ringströmung des sogenannten Nordpazifik-Gyre. Damit weist der Müllstrudel vor Hawaii weltweit die höchste Konzentration an schwimmenden Plastikteilen auf. Müll, der von dieser Strömung erfasst wird, bleibt 16 Jahre lang in diesem Gebiet.

Ob Schiffsabfälle, Fischernetze, Leinen, Verpackungsmaterial, die Folgen des Mülls sind fatal: 267 verschiedene Tierarten fallen weltweit nachweislich dem Müll im Meer zum Opfer. Jedes Jahr verenden allein über eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger qualvoll durch den Müll, der in unseren Meeren treibt. Die Tiere ersticken in Sechserpackträgern, strangulieren sich mit treibenden Netzresten oder verhungern, weil ihre Mägen mit Plastik gefüllt sind.

 

Plastik im Magen

Mageninhalt eines Albatross: Plastik

Die Fotodokumentation eines Albatross-Kükens ist bezeichnend für das Schicksal vieler Meeresvögel: Eine Autopsie des Magens förderte Hunderte kleiner Plastikteile zu Tage. Sie wurden von der Albatross-Mutter aus dem Meer gefischt und an ihr Küken verfüttert. Weil der Magen komplett mit unverdaulichem Plastik gefüllt war, konnte der Vogel schleißlich keine Nahrung aufnehmen und verhungerte kläglich.

 

Zivilisationsmüll

Plastikmüll findet sich in allen Meeren, von den Polarregionen bis an die Strände der entlegensten Inseln, an der Meeresoberfläche treibend oder am Meeresboden. Weltweit werden jährlich 125 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Die Verschmutzung der Meere durch diesen Zivilisationsmüll kann nur gestoppt werden, wenn sich alle Nationen an einem "Zero Waste"-Plan orientieren, der durch Müllvermeidung und Recycling verhindert, dass Plastikmüll von unseren Küsten überhaupt in die Meere gelangt.

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