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Im Kampf gegen die Überfischung

Von den Fischern Ostafrikas lernen

Newsartikel - 23 September, 2012
Bei der ersten Expedition des Greenpeace-Flaggschiffes Rainbow Warrior in den westlichen Indischen Ozean sind auch zwei Österreicher an Bord: Pressesprecherin Melanie Aldrian und der österreichische Taucher und Aktivist Manuel Marinelli. Stationen der Expedition sind die Gewässer von Mosambik, Mauritius und den Malediven.

Pressesprecherin Melanie Aldrian und Taucher Manuel Marinelli an Bord.

Greenpeace will mit dieser „Erkundungstour“ durch ein für viele Menschen weitgehend unbekanntes Meeresgebiet vor allem eines: Entlang der Küsten lokale Fischergemeinden aufsuchen, die Probleme und Zukunftswünsche der lokalen Fischer für ihr Meer in Erfahrung bringen und von ihnen lernen.

Schon einmal hat Greenpeace für die Vision einer nachhaltigen Fischerei für eine ganze Meeresregion gekämpft – mit Erfolg: im Pazifik hat sich eine ganze Region zusammengetan, um gegen die Plünderung ihrer Fischbestände durch fremde Flotten aus Übersee anzugehen und eine nachhaltige Fischerei aufzubauen.

Fang mittels Langleinen

Überfischung der Küste Ostafrikas

Ostafrika steckt in der Krise, einer der Gründe ist die jahrzehntelange Überfischung. Während Industrie-Flotten aus Europa und Asien vor der Küste auf Tunfischfang gehen, kämpfen Ostafrikas kleine Küstenfischer um ihre tägliche Mahlzeit an Fisch. Unzulängliche Fischereiregelungen für den Indischen Ozean haben dazu geführt, dass viele Fischbestände dramatisch ausgebeutet wurden – darunter viele Tunfischarten und Haie.

Eine wichtige Rolle bei der dramatischen Ausbeutung des Indischen Ozeans spielt Europa – neben asiatischen Flotten fischen hier auch etliche Schiffe aus Spanien und Frankreich nach Weißem Tunfisch (Thunnus alalunga). Ihre über 100 Kilometer messenden Langleinen töten unzählige Meerestiere als „Beifang“: Meeresschildkröten, Rochen, Haie und Seevögel fressen die Köder und fallen so der Langleinen-Fischerei zum Opfer. Die Welternährungsorganisation FAO schätzt die Beifangrate auf rund 20% der Fangmenge. Der Fang des Tunfisches ist somit in höchstem Maße umweltfeindlich. Ein Großteil des Dosentunfisches in Europas Supermärkten wird auf diese Weise gefischt.

Delikatesse: Haifischflossen-Suppe

Illegale Fischerei ist in der Langleinenfischerei ebenfalls weit verbreitet. Obwohl der Fang von Haien und Hai-Finning inzwischen vielerorts geächtet sind - hier ist der gezielte Fang von bedrohten Hammerhaien, Blauhaien und Seidenhaien ein einträgliches Geschäft. Dabei wird dem Hai die Rückenfinne abgeschnitten und das verendende Tier zurück ins Meer geworfen. In vielen asiatischen Ländern gilt Haifischflossen- Suppe nämlich als Delikatesse.

 

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