Mittelmeer in Gefahr

Urlaubsparadies mit großen Problemen

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Das Mittelmeer, genauer das Europäische Mittelmeer, ist etwas ganz Besonderes. Die Küsten des Drei-Kontinente-Meeres sind schön und in ihrer kulturellen und biologischen Vielfalt sehenswert. Die Region gilt als die Wiege der abend­länd­ischen Zivilisation und Hüterin einer jahr­tausende­langen, spannenden europäischen Geschichte. Doch heute muss die Mittelmeer-Region mit rund 200 Millionen Touristen im Jahr – einem Viertel des weltweiten Tourismus - zurechtkommen.

Rund 80 Flüsse in 19 Anrainerstaaten bringen Wasser und allerlei sonst ins Mittelmeer, aber die engste Stelle an der Verbindung zum Atlantik, die Straße von Gibraltar, misst nur 13 Kilometer. Das ist nicht viel für ein Meer von 2,5 Millionen Quadratkilometern, jedenfalls verlangsamt es den Wasseraustausch enorm: Bis zu 100 Jahre sind nötig, bis das gesamte Wasser erneuert wurde. Ungeklärte Abwässer, Öltransporte, Tourismus und Schiffsverkehr belasten das Meer und seien Bewohner, genauso wie eine intensive Fischerei. Nur die immense Selbstreinigungskraft dieses Meeres konnte bisher eine ökologische Katastrophe verhindern.

Artenreichtum wie in der Südsee

Umgekehrt hat aber genau diese Abgeschiedenheit das Mittelmeer zu einem „Brutkasten der Evolution“ werden lassen. Hier zwischen Seegraswiesen und felsigen Riffen, Tiefseebergen und bis zu 5.000 Meter tiefen Gräben finden die unterschiedlichsten Arten ein Zuhause. Nicht einmal ein Prozent der globalen Wasserfläche ist Heimat für fast neun Prozent allen marinen Lebens - mit mehr als 10.000 bislang identifizierten Arten!

Wer das Mittelmeer für langweilig hält und Exotik nur in der Südsee erwartet, irrt: Mehr als 20 Wal- und Delfinarten tummeln sich hier, darunter Finnwale, Pottwale, Pilotwale, manchmal Zwergwale und selten auch Buckelwale. Auch Grüne Meeresschildkröten und leider immer seltener Leder- und Karettschildkröten fliegen durchs Wasser. Zu den bedrohtesten Tierarten im Mittelmeer gehört die Mittelmeer-Mönchsrobbe – dabei steht sie schon seit 1966 unter Schutz.

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