Die Bedrohung der Donau

Giftschlamm als reale Gefahr

Infoseite - 23 September, 2011
Wie viele andere Flüsse hat die Donau seit dem Beginn der Industrialisierung zahlreiche schwere Eingriffe durch Menschenhand erfahren. Nur 20 % der Überschwemmungsgebiete, die im 19. Jahrhundert existierten, sind heute noch vorhanden. Nur die Hälfte des Flusslaufs kann heute noch als zumindest "naturnah" bezeichnet werden.

Zum Schutz vor Überschwemmungen, zur Energiegewinnung und zur besseren Schiffbarkeit wurde in den Verlauf und Zustand der Donau massiv eingegriffen. Damit ging nicht nur Lebensraum verloren, für viele Tiere wurden auch ihre natürlichen Wanderungswege gekappt und blockiert. Dem nicht genug, existiert eine Bedrohung durch die Verschmutzung von Abfällen und Abwässern aus Industrie und Landwirtschaft.

In Deutschland und Österreich wurde schon viel zum Schutz der Gewässer erreicht. Nach der österreichischen Grenze liegen aber 1.800 km Donau, für die noch kein Schutz in ähnlichem Ausmaß gilt. Besondere Bedrohungen stellen die vielen giftigen Abfall- und Abwasserbecken entlang der Donau und ihrer Zuflüsse dar.

 

Schutz des Lebensraumes

Noch bietet die Donau vielen Tierarten den notwendigen Lebensraum. In den letzten Jahren ist es sogar gelungen, durch den Schutz von besonders vielfältigen und sensiblen Bereichen, Fortschritte zu erzielen. Zwei Beispiele sind der Naturpark Kopački rit und das Biosphärenreservat Donau-Drau-Mur.

Naturpark Kopački

Der Naturpark Kopački rit liegt am Zusammenfluss der Drau in die Donau in Kroatien. Die unberührten Sumpf, Moor- und Auengebiete sind Heimatstätte zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Unter den 260 Vogelarten ist auch der Seeadler zu finden, der noch vor nicht all zu langer Zeit vom Aussterben bedroht war.

Biosphärenreservat Donau-Drau-Mur

Das Auenschutzgebiet des Gemeinschaftsprojektes von Slowenien, Serbien, Ungarn, Kroatien und Österreich beginnt etwa 30 Kilometer nach der steirischen Grenze an der Mur und erstreckt sich bis zum Zusammenfluss der Drau mit der Donau bei Osijek. Es umfasst unter anderem auch ein Netzwerk aus etwa 20 bestehenden Schutzgebieten der Länder Ungarn und Kroatien. Alleine die streng geschützte Kernzone umfasst 240.000 Hektar – eine Fläche beinahe so groß wie alle Nationalparks Österreichs zusammen. Das Kerngebiet ist von einer Übergangs- und Pufferzone im Ausmaß von 390.000 Hektar umgeben.

Das Eindringen von Giftschlamm in Naturparks bringt fatale Folgen für die gesamte Tierpopulation und Pflanzenwelt mit sich. Wir Österreicher lieben die Donau und wissen, wie wichtig sie für unseren Lebensraum ist. Nicht umsonst wurde auch in Österreich schon in der Hainburger Au und in der Lobau für die Unberührtheit der Donau gekämpft.

 

Schmutzige Industrie

Gleich hinter der österreichischen Grenze ist die intakte Donau weitläufig durch schmutzige Industrie bedroht – und damit ist auch das einzigartige Donaudelta in Gefahr. Die Internationale Komission für den Schutz der Donau hat in einem Bericht aus dem Jahr 2001 alleine in Ungarn 246 Orte aufgezählt, von denen ein Risiko ausgeht.  73 davon, die hauptsächlich Abfälle und Abwässer der Industrie betreffen, gelten dabei als besonders gefährlich. Die Rotschlamm-Katastrophe von Kolontar in 2010 drängt sich hierbei ganz rasch wieder ins Gedächtnis ...

Gleich hinter der österreichischen Grenze ist die intakte Donau weitläufig durch schmutzige Industrie bedroht – und damit ist auch das einzigartige Donaudelta in Gefahr. Die Internationale Komission für den Schutz der Donau (INTERNATIONAL COMMISSION FOR THE PROTECTION OF THE DANUBE RIVER) hat in einem Bericht aus dem Jahr 2001 alleine in Ungarn 246 Orte aufgezählt von denen ein Risiko ausgeht (Potential Accidental Risk Spots). 73 davon, die hauptsächlich Abfälle und Abwässer der Industrie betreffen gelten dabei als besonders gefährlich.

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