Energiesparlampen

Quecksilber-Ausstieg notwendig

Infoseite - 31 August, 2011
Greenpeace übt angesichts der anhaltenden Verwendung von giftigem Quecksilber in Energiesparlampen heftige Kritik an der Europäischen Union und den Herstellern der Energiesparlampen. Mit dem am 1. September 2011 inkrafttretenden Verbot der 60 Watt Glühbirne und dem bis 2012 schrittweise gänzlich umgesetzten Verbot der ineffizienten Glühbirne, hat die EU zwar einen wichtigen Schritt zum Energiesparen und somit zum Klimaschutz gesetzt. Jedoch findet sich in Energiesparlampen oft giftiges Quecksilber, das beim Bruch der Lampen freigesetzt wird und somit eine Gefährdung von Gesundheit und Umwelt darstellt.

Auslaufmodell: 60W-Glühbirne

© Greenpeace / Jan Kehnscherper

Beinhaltet immer noch oft giftiges Quecksilber: Energiesparlampe

© Greenpeace / Jan Kehnscherper

Ein möglichst rascher Ausstieg aus Quecksilber und anderen gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen in sämtlichen Elektro- und Elektronikgeräten ist zwingend notwendig, wie es bereits in der EU-Direktive 2002/95/EG zur Beschränkung bestimmter gefährlicher Stoffe vorgesehen war.

„Aus Sicht von Greenpeace haben die EU und die Hersteller von Energiesparlampen bisher viel zu wenig unternommen, um die Entwicklung von Alternativen zum Einsatz von Giftstoffen wie Quecksilber in Energiesparlampen voranzutreiben. Anstatt die eigenen Bemühungen zum Umweltschutz selbst zu torpedieren, muss die EU nun Nägel mit Köpfen machen und den Ausstieg aus Giftstoffen in sämtlichen Elektro- und Elektronikgeräten, darunter eben auch Energiesparlampen, beschließen“, kritisiert Niklas Schinerl, Energie-Experte von Greenpeace.

Ein weiterer Stein des Anstoßes ist das mangelnde Recycling aller Energiesparlampen durch die Hersteller. „Viele Sparlampen werden derzeit nicht ordnungsgemäß recycelt und entsorgt“,  ärgert sich Schinerl und ergänzt: “Die quecksilberhaltigen Sparbirnen sollen zwar ordnungsgemäß entsorgt werden, aber es fehlt jegliche verbindliche Umsetzung. Viele Hersteller haben bis heute keine klare Rücknahmepraxis eingeführt", die EU müsse eine entsprechende Verpflichtung für die Hersteller erlassen.

Energieeffizienz gilt als Grundvoraussetzung dafür, die globale Erwärmung unter der notwendigen Zwei-Grad-Marke halten zu können. Greenpeace hat in der energy [r]evolution-Studie für den europäischen Raum berechnet, dass mindestens 45 Prozent des Primärenergieverbrauchs bis 2050 eingespart werden müssen. Mit Energieeffizienz könnten bis zum Jahr 2020  im gesamten EU-Raum 78 Milliarden Euro eingespart werden, Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen und die europäische Energieunabhängigkeit rasch erreicht werden.

„Bis jetzt kann sich die EU nicht einmal zu verbindlichen Zielen bei der Energieeffizienz durchringen. Eine umfassende Richtlinie wird die Nagelprobe für die Kommission sein und zeigen, ob ihr Klimaschutz tatsächlich ein Anliegen ist. Ein Verbot der Stein­zeit­techno­logie Glühbirne allein ist dafür zu wenig“, so Schinerl.

„Es darf nicht sein, dass in vielen Haushalten Gifte wie Quecksilber über Energiesparlampen weiterhin Eingang erhalten. Die EU muss alles daran setzen, Klimaschutz durch Energiesparlampen mit dem Schutz der Gesundheit der Menschen unter einen Hut zu bringen. Ein erster Schritt ist der EU-weite Ausstieg aus gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen in sämtlichen Elektro- und Elektronikgeräten. Zudem muss die EU die Forschung für sparsame umwelt- und gesund­heits­freund­liche Alternativen bei der Haushaltsbeleuchtung rasch vorantreiben“, fordert Schinerl abschließend.