Fragen und Antworten zu Energiesparlampen

Mit dem am 01. September 2011 inkrafttretenden Verbot der 60 Watt Glühbirne und dem bis 2012 schrittweise gänzlich umgesetzten Verbot der ineffizienten Glühbirne hat die EU zwar einen wichtigen Schritt zum Energiesparen und somit zum Klimaschutz gesetzt. Jedoch findet sich in Energiesparlampen oft giftiges Quecksilber, das beim Bruch der Lampen freigesetzt wird und somit eine Gefährdung von Gesundheit und Umwelt darstellt.

Alle wichtigen Fragen und Antworten, warum Energiesparlampen noch nicht der Weisheits letzter Schluss sind, und auf was man als KonsumentIn selbstständig achten kann.

Header Energiesparlampen-FAQ

Fragen und Antworten zu Energiesparlampen  
  • Was sieht die EU-Richtlinie zu Energiesparlampen vor?

    Inhalt der Richtlinie ist es, den Verkauf von Glühbirnen stufenweise einzustellen. Dabei orientieren sich die Vorgaben der EU-Kommission an der Energieeffizienz und Wattzahl der Glühbirnen. Am 1. September 2009 trat die EU-Richtlinie über das Verbot von Glühbirnen ab 100 Watt in Kraft. Bis 2015/16 soll sukzessive auf Energiesparlampen umgestellt werden.

    Der genaue Zeitplan sieht folgende Phasen vor:

    • Ab September 2009 wurden alle klaren Glühbirnen mit mehr als 100 Watt sowie sämtliche ineffiziente Glühbirnen der Energieklassen F und G vom Verkauf ausgeschlossen.
    • 2010 trat das Verkaufsverbot für Glühlampen mit mehr als 75 Watt in Kraft.
    • Ab 1. September 2011 wird das Verkaufsverbot auf Glühlampen bis 60 Watt ausgeweitet.
    • Ab 2012 dürfen nur noch Glühlampen mit der Mindestenergieklasse C verkauft werden.
    • Für 2016 plant die EU-Kommission ein generelles Glühbirnenverbot für alle Glühlampen unterhalb der Energieklasse B.
    • Für matte Glühlampen unterhalb der Energieklasse A soll das Verkaufsverbot bereits Ende 2009 gelten. Vom Verkaufsverbot ausgenommen sind lediglich Glühbirnen mit Sonderformat (z.B. Glühbirnen in Backöfen oder Autos).
  • Was bringt die kontinuierliche Umstellung auf Energiesparlampen der Umwelt?

    Pro 60-Watt-Glühbirne, die durch eine gleich helle 11-Watt-Sparlampe ersetzt wird, spart man im Jahr 20,5 Kilogramm CO2.

    Was wenig klingt, hat große Wirkung. Allein in der EU kann der Wechsel zu Energiesparlampen mehr als 20 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das ist mit der Schließung von 25 mittelgroßen (Kohle-)Kraftwerken vergleichbar. Zudem hält eine Energiesparlampe mit einer Lebensdauer von bis zu über 6000 Stunden im Vergleich zur normalen Glühbirne, die maximal rund 2.000 Stunden schafft, wesentlich länger. Der Energieverbrauch beim Aktivieren der Sparlampe ist zwar kurzfristig höher als der Gesamtverbrauch, liegt aber immer noch unter der Startenergie herkömmlicher Glühbirnen. Diese setzen zudem lediglich 5% der verbrauchten Energie in Licht um. Die restlichen 95% gehen als Wärme verloren. Hingegen setzt die Energiesparlampe mindestens 25% in Licht um.

    Energieeffizienz und Reduktion von CO2-Emissionen bringen also Vorteile sowohl für die Umwelt, als auch für den Geldbeutel der Verbraucher.

  • Warum kritisiert Greenpeace die EU-Verordnung?

    Mit der Verordnung setzt die Europäische Union zwar einen Schritt zum Energiesparen und somit zum Klimaschutz, lässt jedoch die Tatsache, dass Energiesparlampen gesundheits- und umweltgefährdendes Quecksilber enthalten, das beim Bruch der Lampen freigesetzt wird, ungeregelt.

    Greenpeace fordert einen möglichst raschen Ausstieg aus Quecksilber und anderen gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen in sämtlichen Elektro- und Elektronikgeräten wie es bereits in der EU-Direktive 2002/95/EG zur Beschränkung bestimmter gefährlicher Stoffe vorgesehen war.

    Ein weiterer Stein des Anstoßes ist für Greenpeace die fehlende verbindliche und vollständige Pflicht zum Recycling aller Energiesparlampen durch die Hersteller. Viele Sparlampen werden derzeit nicht ordnungsgemäß recycelt und entsorgt. Greenpeace fordert von der EU eine entsprechende Verpflichtung für die Hersteller.

    Außerdem muss die Entwicklung von alternativen Produkten rascher in Gang kommen, denn herkömmliche quecksilberhältige Energiesparlampen dürfen nur als Übergangstechnik in Frage kommen. Alternative Technologien liegen unter anderem in der Entwicklung von LEDS und OLEDs.

  • Welches Risiko ergibt sich durch das Quecksilber für mich?

    Der Quecksilbergehalt einer Energiesparlampe beträgt zwischen 2 und 5 mg je CFL (zum Vergleich quecksilberhältige Fieberthermometer: 500mg; der Verkauf ist seit April 2009 verboten). Energiesparlampen sind im Alltagsgebrauch nicht gefährlich, jedoch im Hinblick auf Erzeugung und Recycling für die Umwelt höchst bedenklich. Deshalb fordert Greenpeace die Festsetzung einer verbindlichen und vollständigen Pflicht zum Recycling aller Energiesparlampen durch die Hersteller sowie ein möglichst rasches Verbot von Quecksilber und anderen gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen in sämtlichen Elektro- und Elektronikgeräten wie es bereits in der EU-Direktive 2002/95/EG zur Beschränkung bestimmter gefährlicher Stoff vorgesehen war.

    Wenn eine Energiesparlampe zerbricht, so sollte der Scherbenhaufen sorgfältig und nicht mit dem Staubsauger entsorgt werden. Das Zimmer sollte durchgelüftet werden, damit der Quecksilberdampf verschwindet.

    Um auf Nummer sicher zu gehen, sind im Handel auch Energiesparlampen mit Splitterschutz erhältlich. Zudem werden mittlerweile auch Leuchten produziert, die aus Sicherheitsgründen festes Amalgam anstelle von flüssigem Quecksilber enthalten. Abstriche müssen bei diesen Lampen aber bei der Zeit bis zum vollständigen Erleuchten gemacht werden. Vor allem im Kinderzimmer empfiehlt sich die Verwendung von Birnen mit Amalgam, Hüllkolben und Splitterschutz.

  • Wie kann ich meine alten Energiesparlampen richtig entsorgen?

    Energiesparlampen enthalten Quecksilber, sind deshalb Sondermüll und müssen dementsprechend richtig entsorgt werden! Auf jeder Verpackung sollte dies auch entsprechend gekennzeichnet werden. Sie werden von den kommunalen Sammelstellen unentgeltlich zurückgenommen. Bei gleichzeitigem Neukauf nimmt auch der Händler die alte Lampe entgegen.

  • Was bewirkt das Quecksilber in der Energiesparlampen?

    Es fungiert als Leuchtmittel und ist bedeutsam für die lange Lebensdauer der Lampe. Weiterentwicklungen der Technologie versuchen die Quecksilbermenge zu reduzieren.

    Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass ein adäquater Umgang mit dem Quecksilbergehalt in den Energiesparlampen gefunden wird und dass alles unternommen wird, so rasch wie möglich alternative Beleuchtungsmethoden weiterzuentwickeln, die keine gesundheitsgefährdenden Stoffe beinhalten. Der Ausstieg aus der Verwendung von Quecksilber muss so rasch als möglich erzielt werden.

  • Gibt es Alternativen zu Energiesparlampen?

    Als Alternative bieten sich derzeit Niedrigvoltlampen an, also Halogen oder LED-Lampen. Greenpeace vertritt die Meinung, dass herkömmliche Energiesparlampen nur als Übergangstechnik geeignet sind bis Alternativen verfügbar werden. Solche Technologien können unter anderem in der Entwicklung von LEDS und OLEDs stecken.

  • Was sind denn LED-Lampen und warum kann man sie nicht jetzt schon bevorzugt einsetzen?

    LED steht für „lichtemittierende Diode“. Anders als Glühlampen sind Leuchtdioden keine thermischen Strahler. Sie emittieren Licht in einem begrenzten Spektralbereich. Das Licht ist nahezu monochrom. Spezielle Leuchtstoffbeschichtung soll für die gewünschte Lichtfarbe sorgen. Sie sind kälteresistent und dimmbar. LED wandeln 50% der verbrauchten Energie in Licht um, also etwa doppelt so viel wie die Energiesparlampe. Derzeit sind noch einige Anpassungen nötig, um sie breitflächig einzusetzen. LEDs werden wahrscheinlich in wenigen Jahren verstärkt mit den Energiesparlampen konkurrieren. Derzeit empfiehlt sich ein gezielter Einsatz besonders dort, wo Lampen lange brennen und im Außenbereich.

  • Wie funktioniert eine Energiesparlampe genau?

    Die sogenannte „Energiesparlampe“ wird eigentlich als Kompaktleuchtstofflampe bezeichnet und zählt zu den Quecksilberdampfniederdrucklampen. Es gibt zwei wesentliche Bestandteile: zum einen den mit Gas gefüllten Tunnel (auch Birne oder Brenner genannt) und das magnetische oder elektronische Vorschaltegerät. Der Strom beeinflusst die Elektronen in der Außenhülle der Quecksilberatome so, dass sie UV-Strahlung aussenden. Durch eine weiße Phosphorbeschichtung im Tunnel, wird erzeugtes ultraviolettes Licht in sichtbares Licht umgewandelt.

  • Sind Energiesparlampen auch kostensparend?

    Der Preis für Energiesparlampen variiert stark. Die Preise liegen etwa zwischen 2 und 12 Euro. Grundsätzlich wird aber vom Kauf von „Billigprodukten“ aus Qualitätsgründen abgeraten. Dies zeigen z.B. Testergebnisse von „Stiftung Warentest“ (2011) und „Konsument“ (2008).

    Aber selbst wenn der Einkaufspreis für eine Energiesparlampe noch über dem von herkömmlichen Glühbirnen liegt, macht sich der Kauf langfristig auf jeden Fall bezahlt. Bereits im ersten Jahr ist mit Einsparungen bei der Stromrechnung zu rechnen. Im 10- Jahresvergleich zeigt sich dann ein ganz deutliches Plus. Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt spart mit dem Umstieg rund 630 Euro an Stromkosten. Ebenfalls bemerkbar macht sich, dass die Energiesparlampe wesentlich länger hält als eine Glühbirne.

  • Wie lange hält eine Energiesparlampe?

    Bei einem Durchschnittsgebrauch von 3 Stunden pro Tag (das sind ca. 1.000 Stunden pro Jahr) hält eine gute Energiesparlampe mindestens 6.000 Stunden, das heißt 6 Jahre. Eine konventionelle Glühbirne hingegen hält meist nur ein Jahr. Manche Energiesparlampen können sogar bis zu 15 Jahre verwendet werden. Achten Sie beim Kauf am besten auf das „Österreichische Umweltzeichen“. Dieses steht für hohe Energieeffizienz und Langlebigkeit sowie für einen minimalen Quecksilbergehalt.

  • Auf welche Angaben muss ich beim Kauf einer Energiesparlampe achten?

    Die Watt-Zahl ist nicht mehr ausschlaggebend für die Helligkeit. Moderne Sparlampen leuchten schon mit weniger als 25 Watt heller als die alten 100-Watt-Glühbirnen. Um die Helligkeiten mit den bisher verwendeten Glühbirnen vergleichen zu können, sind alle Verpackungen mit Lumen-Angaben deklariert, die zur Kaufentscheidung herangezogen werden können. Lumen ist die Einheit für den Lichtstrom.

    Zum Vergleich:
    25 Watt = 180 bis 200 Lumen
    40 Watt = 350 bis 390 Lumen
    60 Watt = 590 bis 650 Lumen
    75 Watt = 800 bis 890 Lumen
    100 Watt = 1150 bis 1270 Lumen

    Die Lichtfarbe kann mit Kelvin angegeben werden. 2.500 bis 3.000 Kelvin erzeugen ein warmweißes Licht. Zudem gibt es eine Kennzahl, die zeigt, ob der Sockel in die Fassung passt. Bei E27 handelt es sich etwa um ein Edisongewinde mit einem Durchmesser von 27 mm. Ebenfalls erhältlich sind E14, also 14 mm Durchmesser.

  • Kann ich Energiesparlampen überall einsetzen?

    Ein Nachteil der Energiesparlampe ist die temperaturabhängige Helligkeit. Ideal sind Temperaturen im Bereich von 20° bis 30° Celsius. Damit eignen sie sich besonders für den Einsatz im Haus. Über 30°C sinkt sowohl Lichtausbeute, als auch Lebensdauer. Auch darunter, vor allem bei Erreichen des Gefrierpunktes, sinkt die Lichtausbeute und die Startzeit verlängert sich. Regulierungen diesbezüglich sind aber über Spezialschaltungen möglich. Auch hier gilt bei „Sonderbeleuchtungsorten“ sollte man sich vor dem Kauf informieren.

    Auch wo die farbgetreue Wiedergabe insbesondere von Rottönen wichtig ist, sollte eventuell auf Alternativen ausgewichen werden (z.B. Halogenglühlampen).

  • Ich habe von möglichen Augenschädigungen und Gefahren durch elektromagnetische Wellen gehört. Sind diese gesundheitlichen Bedenken begründet?

    Energiesparlampen sondern lediglich geringe Mengen an ultraviolettem Licht ab. Dies stellt kein Risiko für das Auge und die Netzhaut dar. Das ultraviolette Licht in einer Energiesparlampe ist um ein vielfaches geringer als das UV-Licht, das im Tageslicht enthalten ist.

    Energiesparlampen gibt es mittlerweile standardmäßig in der Farbtemperatur „warmweiß“, welches für das Auge als angenehmer empfunden wird und so auch eine Entlastung für empfindliche Augen darstellt. Alternative Lichtquellen sind trotzdem verfügbar (beispielsweise Halogen- oder LED-Leuchten) und sollen auch weiterhin gerade für Menschen mit lichtbezogenen Hautkrankheiten und lichtempfindlicher Epilepsie verfügbar sein. Wie alle strombetriebenen Geräte haben auch Energiesparlampen ein elektromagnetisches Feld. Zum Schutz vor elektromagnetischen Feldern gibt es internationale Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Internationalen Radiation Protection Agency. Diese Grenzwerte werden von Energiesparlampen nicht überschritten. Laut einer Studie der Schweizer Bundesämter für Energie und Gesundheit bewegen sich diese Strahlungswerte im Rahmen der herkömmlichen Glühbirnen. Dennoch sollten Energiesparlampen nie im Nahbereich des Kopfes (30 Zentimeter und weniger) aufgestellt sein.