Giftige Blumen

Infoseite - 26 April, 2011
Wenn man/frau Schnittblumen oder Blumenstöcke kauft, erwartet man makellose, Ware.

Blattläuse, Spinnmilben, Schnecken, Pilze usw. lieben aber die meisten Blumen sehr und würden z. B. durch Fraßlöcher, braune Flecken oder Schimmelbelag ihr Aussehen schädigen. Um perfekt aussehende Zierpflanzen zu ernten werden daher große Mengen an Pestiziden eingesetzt, weit größere als in der Erzeugung von Lebensmitteln.

Ein kleiner Teil der Blumen, die bei uns am Markt sind, kommt aus heimischen Gärtnereien, aber ca. 80% der Rosen, Tulpen, Nelken usw. wächst in Glashäusern und auf Beeten in Holland, Italien, Spanien, Kolumbien, Ekuador, Südafrika, Kenia, Tansania usw.. Die meisten Blumen werden in Monokulturen gezogen, in denen sich Schädlinge besonders rasch ausbreiten. Damit möglichst kein einziger Schädling überlebt und die Blumen verunstalten kann, wird vorbeugend und in großen Mengen mit Pestiziden gearbeitet. Auf Tulpen werden z. B. bis zu 90 Kilogramm Pestizide pro Hektar eingesetzt, bei Getreide im Vergleich dazu um die zwei Kilogramm pro Hektar.

In den Ländern Südamerikas und Afrikas, aus denen Blumen bei uns eingeflogen werden, sind viel gefährliche Pestizide im Einsatz, die bei uns verboten sind. Z. B. wird das karzinogene und die Ozonschicht zerstörende Methylbromid in großen Mengen verwendet. Im Zierpflanzenbau sind aber auch in Österreich Pestizide erlaubt, die in der Landwirtschaft nicht mehr angewendet werden dürfen. Dies wird als ungefährlich betrachtet, da Blumen nicht gegessen werden. Für die Menschen, die in Gärtnereien arbeiten und auch für FloristInnen stellen die Pestizide aber eine große Gesundheitsgefahr dar. Allergien und Atemwegserkrankungen sind häufige Berufskrankheiten. Auch die Umwelt und besonders Gewässer werden durch den hohen Einsatz gefährlicher Pestizide geschädigt. Und schließlich bringen wir mit den Blumen die Gifte auch in unsere Wohnung.

Nicht nur makelloses Aussehen, auch manche Spezialeffekte werden mit Pestiziden erreicht. Kleine Weihnachtssterne, kleine Chrysanthemen usw. sind nicht von Natur aus so klein, sondern weil sie mit Wachstumsregulatoren behandelt wurden. Einer dieser Wachstumshemmer, das Alar, steht im Verdacht karzinogen zu sein. Alar darf in Österreich und vielen anderen Ländern im Obstbau, wo es z.B. verwendet wurde um Äpfel gleichzeitig reifen zu lassen, deswegen nicht mehr eingesetzt werden.

Systematische Kontrollen auf Pestizide gibt es weder bei der Einfuhr von Zierpflanzen, noch bei heimischer Ware. Es gibt auch keine gesetzlichen Regelungen für Pestizidrückstände auf Blumen.

Bioblumen sind natürlich die beste Alternative zu den mit Pestiziden behandelten Blumen, leider sind sie oft nicht leicht erhältlich. Es gibt z. B. Dahlien, Lilien, Gladiolen, Tulpen, Narzissen, Astern und Sonnenblumen.

Einige Organisationen bemühen sich seit Jahren, die Situation, vor allem der BlumenarbeiterInnen in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien, zu verbessern. Seit einiger Zeit gibt es auch „Fairtrade“ ausgezeichnete Blumen am Markt.

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