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Vermeiden von Umweltgiften

Infoseite - 7 August, 2012
Es ist leider nicht immer einfach, Umweltgifte zu vermeiden. Die Plattform www.marktcheck.at liefert Infos rund um den sicheren und verantwortungsvollen Konsum. Denn für die meisten Produkte, die es zu kaufen gibt, existieren keine entsprechenden Kennzeichnungsvorschriften. Somit gibt es auch keine direkte Information, ob bedenkliche Chemikalien enthalten sind.

Trotzdem gibt es zahlreiche Tipps zur Reduktion des täglichen Chemie-Cocktails. Bio-Lebensmittel enthalten (fast) keine Pestizide, zertifizierte Naturkosmetik ist frei von bedenklichen synthetischen Inhaltsstoffen, PVC-freie Bodenbeläge enthalten keine gefährlichen Weichmacher, Waschmittel aus dem Bio-Markt enthalten keine gesundheitsschädlichen Duftstoffe, etc.

In allen Fällen ist es jedoch ratsam, sich vor einer bestimmten Anschaffung genau über mögliche Schadstoffe zu informieren. Die von Greenpeace entwickelte Internet-Plattform www.marktcheck.at bietet eine Produktdatenbank mit derzeit über 4000 Lebensmitteln und Kosmetika sowie umfassende umwelt- und gesundheitsbezogene Informationen über alle wesentlichen, Konsum- relevanten Themen.

Greenpeace veröffentlicht auch regelmäßig den Ratgeber "Grüne Eletronik" mit einem Ranking der führenden Hersteller von Mobiltelefonen, PCs, TV-Geräten und Spielkonsolen nach ihrer globalen Politik betreffend des Umgangs mit schädlichen Chemikalien, ihrem Verantwortungsbewusstsein für ihre Produkte, nachdem diese von VerbraucherInnen entsorgt wurden sowie hinsichtlich des verantwortungsvollem Umgangs mit Energie.

 

Tipps für die eigene Wohnung

  • Wenn möglich, keine Sprays verwenden. Alles, was als Spray verwendet verwendet wird, atmet man auch ein. Sprays können Phthalate und künstliche Moschusduftstoffe enthalten, manchmal auch schwer abbaubare Fluor-Verbindungen.
  • Bei Wandfarben und Lacken gibt es, außer für wenige Spezialanwendungen, nur mehr wasserlösliche Produkte. Da aber auch diese flüchtige organische Lösungsmittel enthalten, ist ein lösungsmittelarmes Produkt vorzuziehen.
  • Verlegen Sie in ihrer Wohnung keine PVC-Böden oder PVC-Tapeten. Linoleum etwa ist eine gute Alternative für die Böden. Die Phthalat-Weichmacher und die Schwermetalle der Stabilisatoren aus dem PVC finden sich in der Luft, im Hausstaub und im Blut der Benützer wieder.
  • Teppichböden, die das Österreichische Umweltzeichen tragen, dürfen keine polybromierten Flammschutzmittel, Chlorparaffine oder Pentachlorphenol (PCP) enthalten.
  • Für Formaldehyd und flüchtige organische Lösungsmittel gibt es strenge Grenzwerte. Das Pyrethroid Permethrin ist aber als Motten- und Käferschutz erlaubt.
  • Auch die Inhaltsstoffe von Wasch- und Putzmitteln gelangen in unsere Atemluft. Putzmittel, die Natriumhypochlorit ("mit Chlor") enthalten, erkennt man an dem auch lang nach dem Putzen anhaltenden, stechenden Geruch. Viele Wasch- und Putzmittel enthalten künstliche Moschusverbindungen als Duftstoffe, die wir direkt oder über die gewaschene Kleidung einatmen.
  • Ein Spezialfall ist die Chemische Reinigung. Man sollte bedenken, dass aus Kleidern, die mit PER (Perchlorethylen) gereinigt wurden, noch lange dieses wahrscheinlich auch krebserregende Lebergift ausdunstet. Chemische Reinigungen, die mit Wasser oder Kohlenwasserstoffen arbeiten, sind überdies auch weitaus umweltfreundlicher.
  • Das österreichische Umweltzeichen wird nach relativ strengen Kriterien vergeben, daher gibt es noch nicht sehr viele Produkte, die dieses Zeichen tragen.

 

Tipps für die eigene Kleidung

  • Bedarf oder Bedürfnis? Prüfen Sie, ob Sie ein neues Kleidungsstück tatsächlich
    brauchen. Verbraucher haben heute vier Mal so viel Kleidung wie noch 1980 im
    Schrank. Darunter im Schnitt 20 Teile, die nie getragen werden. Die Massenproduktion
    von Kleidung – über 800 000 Tonnen Textilien importiert allein Deutschland jedes Jahr –
    erfordert einen hohen Chemikalieneinsatz in den Produktionsländern.
  • Chemikalien meiden: Verzichten Sie auf Kleidungsstücke mit den Hinweisen „separat
    waschen" und „vor dem Tragen waschen". Die Farbstoffe dieser Textilien haften
    schlecht und können von der Haut aufgenommen werden. Auch Hinweise wie
    „bügelfrei" oder „knitterarm" sind sichere Hinweise auf chemische Substanzen.
  • Secondhand kaufen: In Secondhand-Läden, bei Flohmärkten oder im Internet gibt es
    Massen von Kleidung, die andere nicht mehr wollen. Man selbst kann aber gerade dort
    Lieblingsstücke finden, die jahrelange Wegbegleiter werden.
  • Qualität kaufen: Bevorzugen Sie Teile, die nicht nach einer Saison out sind und prüfen
    sie beim Kauf die handwerkliche Qualität der Kleidung. Wahrhaft ökologisch ist
    Kleidung, die lange getragen wird. Manchmal hilft auch einmotten und abwarten. Bis
    jetzt ist noch jeder Trend wiedergekommen.
  • Auf Textil-Label achten: Der Greenpeace Einkaufsratgeber „Textil-Label unter der Detox-Lupe“ empfiehlt die besten Zertifikate für giftfreie Mode (ab 23.11.2012 unter
    www.greenpeace.de/detox)
  • Grün kaufen: In vielen Städten gibt es sogenannte Green Concept Stores – Läden, die
    in ihrem Sortiment konsequent nur „korrekte Klamotten“ anbieten – aus ökologischer
    Produktion, aus Recyclingmaterial, sozial, fair oder gar vegan. Wo es die Läden gibt,
    lässt sich beispielsweise bei www.wearfair.at im „Shopping Guide“ nachlesen.
  • Bio-Baumwolle kaufen: Baumwolle ist eine empfindliche Pflanze, für deren Anbau viel
    Dünger und Pestizide verwendet werden. Oft kommt sie als gentechnisch veränderte
    Sorte auf den Acker. Bio-Baumwolle ist hier eine gute Alternative, die inzwischen in den
    Einkaufsmeilen großer Städte, in Concept Stores oder im Internet zu finden ist.
  • Nein zu Kinderarbeit - Ja zu fairen Preisen: Fairtrade-Produkte garantieren
    menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Preise. Gegen Kinderarbeit und
    Ausbeuterbetriebe machen sich Organisationen wie die Kampagne für Saubere
    Kleidung stark.
  • Jeans im Used-Look meiden: Das Sandstrahlen von Jeans stellt ein massives
    Gesundheitsrisiko für Fabrik- Arbeiter dar. Verursacht durch feinen Quarzstaub leiden
    viele Arbeiter an Silikose, einer oft tödlichen Lungenkrankheit. Wer auf Used-Look steht,
    sollte lieber Secondhand kaufen, da entsteht der Look auf „natürliche“ Weise.
  • Weniger und umweltfreundlicher waschen: Ein großer Teil der Ökobilanz von Kleidung
    wird beim Waschen verursacht. Wird die Waschmaschine angestellt, sollte die
    Füllmenge immer ausgelastet sein. Der meiste Strom wird beim Aufheizen der Maschine
    gebraucht. Also runter mit den Temperaturen, für normal verschmutzte Wäsche sind 30
    Grad ausreichend.
  • Kleiderschrank befreien: Sind bei ihnen Klamotten im Kleiderschrank eingesperrt und
    werden nicht getragen? Befreien Sie sie! Geben Sie die Kleider an Freunde weiter,
    spenden Sie sie an karitative Einrichtungen, verkaufen oder versteigern sie, oder
    organisieren Sie eine Kleidertausch-Party.
  • Aktiv werden: Lüften Sie das schmutzige Geheimnis Ihrer Modemarke. Fragen Sie bei
    Ihrem Lieblingshersteller oder ihrer bevorzugten Ladenkette nach, ob dort ökologische
    oder sozialverträgliche Strategien umgesetzt werden, und wie der Chemikalieneinsatz
    gehandhabt wird.
  • Bei Kampagnen mitmachen: Berichten Sie Familie, Freunden und Kollegen von den
    Problemen der Textilindustrie. Damit helfen Sie Greenpeace, die Öffentlichkeit für das
    Thema zu sensibilisieren und Druck auf die Textilindustrie auszuüben.

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