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Greenpeace deckt auf:
Elektroschrott vergiftet Ärmste

Infoseite - 18 Februar, 2009
Greenpeace-Recherchern haben in den vergangenen Jahren aufgezeigt: Elektroschrott wird - oft illegal - von Europa, den USA, Japan und anderen industrialisierten Ländern nach Asien oder Afrika exportiert. Dort sind die ArbeiterInnen, einige von ihnen Kinder, auf den Schrottplätzen einem Cocktail von giftigen Chemikalien ausgesetzt.

Jedes Jahr werden in Industrieländern Hunderttausende alte Computer und Mobiltelefone entsorgt. Anstelle die Produkte ordnungsgemäß zu recyceln tritt der Schrott eine lange Reise nach Nigeria, Ghana, Pakistan, Indien und China an, wo die Bevölkerung und die Umwelt den in Elektronikgeräten enthaltenen gefährlichen Substanzen ausgesetzt sind.

In Europa ist der Export von Elektronikschrott zwar verboten, doch der Export von Altgeräten ist erlaubt, daher werden Tausende defekte Geräte als vermeintlich funktionstüchtige „Altgeräte“ getarnt. In den jeweiligen Ländern werden die defekte Fernsehgeräte, Handys, Spielkonsolen und andere elektronische Geräte von den Ärmsten der Armen zerlegt, um an wertvolle Rohstoffe wie beispielsweise Metalle zu gelangen. In den meisten Fällen sind dies Kinder und Jugendliche, die ohne geeignete Arbeitsbekleidung gefährlichen Substanzen wie Quecksilber, Kadmium und Blei schutzlos ausgesetzt sind. Sie setzen ihre Gesundheit aufs Spiel und gefährden die eigene Fortpflanzung, ihr Gehirn und ihre Nieren.

Elektroschrott in Ghana

Eine Untersuchung von Greenpeace hat gezeigt, dass der mit gefährlichen Chemikalien belastete Elektroschrott in Ghana zu dramatischen Umweltfolgen geführt hat. Die Analyseergebnisse zweier Proben von Elektroschrottplätzen in Ghana zeigen eine starke Belastung mit Risiko-Chemikalien.

Die Greenpeace Ermittlungen deckten weiters illegalen Elektroschrott-Export aus Europa und den USA nach Ghana auf. Ein Team von Experten und Expertinnen war in Ghana, um die Verunreinigung an jenen Plätzen zu untersuchen, wo Elektroschrott recycelt und deponiert wird. Hier zerlegen Arbeiterinnen und Arbeiter, darunter auch viele Kinder, mit einfachem Werkzeug wie Steinen, die Computer und Fernseher. Sie sind auf der Suche nach Metallen, die sie verkaufen können, und dabei den gefährlichen Chemikalien ungeschützt ausgesetzt. Der wertlose Abfall wie Kunststoffe, Kabel und Gehäuse wird entweder verbrannt oder deponiert.

 

Elektroschrott in Nigeria

Im Jahr 2009 hat Greenpeace den illegalen Weg eines als Second-Hand-Ware gekennzeichneten defekten Fernsehgeräts (sprich: Elektronikmüll) von England nach Nigeria aufgedeckt.

Greenpeace wurde über einen Hinweis auf diese Missstände aufmerksam gemacht. Daraufhin hat ein Greenpeace-Team den Weg eines defekten Gerätes von Europa in ein Entwicklungsland verfolgt und dokumentiert: ein kaputter und irreperabler Fernsehapparat, der mit einem Rückverfolgungs- und Routen-Kontrollgerät ausgestattet war wurde zum Recyclingamt in Hampshire (England) gebracht. Anstatt dieses Gerät entsprechend der gesetzlichen Richtlinien sicher in England oder Europa zu recyclen wurde es der beauftragten Müllagentur BJ Electronics übergeben. In weiterer Folge landete es als "Second-Hand-Ware" in Nigeria.

Bevor der Fernseher mit ähnlichen anderen Fernsehgeräten in einem Container landete wurde er davor nie auf Funktionieren getestet. Laut EU-Gesetz ist es illegal, nicht funktionierende elektronische Ware zu exportieren.  Greenpeace verfolgte den gesamten "Müllweg" des Gerätes mittels GPS-Punkten des Routen-Kontrollgeräts.

Tausende alter elektronischer Produkte und Komponenten machen sich täglich auf den Weg nach Afrika. Die EU-Richtlinien für den Handel mit Elektronik-Müll werden dabei oft ignoriert. Einige Geräte werden wieder in Stand gesetzt und wiederverwendet, die Mehrzahl ist aber nicht mehr zu reparieren und wird in Länder abgeschoben, wo es keine Möglichkeiten eines sicheren und verantwortungsvollen Recyclings gibt. Europa, USA, Japan und Südkorea missbrauchen Entwicklungsländer wie Nigeria, Ghana, Pakistan, Indien und China als ihre Mülldeponien.

 

 

 

Elektroschrott in Pakistan

Auch nach Pakistan konnte Greenpeace schon Eletronikmüll verfolgen.

Im Bezirk Lyari in Karachi verdienen hunderte von Arbeitern, darunter viele Kinder, den Lebensunterhalt mit dem Abisolieren des Elektroabfalls um an wertvolle Materialien wie Kupfer heranzukommen, die sie verkaufen können. Die Bilder geben Einblick in das hohe gesundheitliche Risiko, das die Menschen damit eingehen.

 

 

Greenpeace fordert

  • Elektronikhersteller müssen Produkte herstellen, die keine gefährlichen Substanzen enthalten, leicht reparierbar sind und einfach wieder verarbeitet werden können.
  • Elektronik-Unternehmen müssen Verantwortung für ihre Altgeräte übernehmen: Sie müssen diese zurücknehmen und  recyclen.
  • Weltweit müssen Rücknahmestellen für alte Produkte müssen eingerichtet werden

In unserem aktuellen Ranking "Grüne Elektronik", finden Sie, wie internationale Hersteller von TV-Geräten, Computern, Handys und Spielekonsolen ökologisch abschneiden.

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