Billigholz aus Rumänien

Kahlschlag in Dracula’s Heimat –3 Hektar Wald jede Stunde für Billigholz

Infoseite - 23 Mai, 2012
Rund ein Drittel der Fläche Rumäniens ist bewaldet, die meisten Wälder liegen in den Gebirgszügen der Karpaten. Wiederum rund ein Drittel dieser Wälder, knapp 20.000 km², sind buchendominierte Laubwälder. Sogar Urwälder, die es in unseren Breiten gar nicht mehr gibt, machen noch fünf Prozent der Waldfläche Rumäniens aus.

Die Abholzung der Wälder Rumäniens ist zwischen 2000 und 2011 dramatisch vorangeschritten. Dies zeigt diese  Karte, die im  Mai 2012 von Greenpeace Rumänien veröffentlicht wurde. 
Die Wälder Rumäniens sind aufgrund ihrer jahrhundertelangen, von Menschen ungestörten Entwicklung, von einzigartigem ökologischen Wert. In diesen Gebieten leben noch seltene Tiere wie Braunbär, Wolf und Wildkatze.

Kahlschläge auch in Urwäldern und Schutzgebieten

Doch wie die Auswertung von Satellitenbildern durch Greenpeace zeigt, sind die Wälder akut bedroht – jede Stunde verschwindet eine Waldfläche von 3 Hektar. Von 2000 bis 2011 wurden insgesamt 280.108 Hektar Wald kahlgeschlagen oder stark degradiert.  Dies sind pro Jahr rund 28.000 Hektar, den Rumänien an - für den Arten- und Klimaschutz so wichtigen - Wald verliert.

Fast die Hälfte der Kahlschläge liegt in Schutzgebieten wie National- und Naturparks oder dem europäischen Natura 2000-Netzwerk. Sogar die noch existierenden Urwälder werden - trotz ihres unschätzbaren ökologischen Werts - nicht verschont.

Über 30.000 Fälle von illegalem Holzeinschlag von Behörden registriert

Illegale Holzeinschläge sind besonders in waldreichen Gebieten im Gebirge ein weitverbreitetes Problem. Greenpeace-Recherchen dokumentieren, dass zwischen 2009 und 2011 bereits über 30.000 Fälle von illegalem Holzeinschlag von Behörden registriert wurden. Es liegt in der Verantwortung der Behörden, das Maß der Holznutzung festzulegen, zu überwachen und Verstößen wie illegalen Holzeinschlägen nachzugehen. Doch obwohl die registrierten illegalen Einschläge auch durch Strafzahlungen oder Anzeigen sanktioniert wurden, ändert sich nichts am fortdauernden Schwinden der rumänischen Wälder.

Greenpeace fordert den rumänischen Umwelt- und Forstminister angesichts dieser dramatischen Entwicklungen auf, sofortige Maßnahmen zum Erhalt der rumänischen Wälder zu ergreifen. Besonders die letzten vorhandenen Urwälder müssen geschützt werden. 

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