Tropenholz- und Papiereinkauf

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Wälder bedecken mehr als 30 Prozent unserer Landfläche, sie speichern riesige Mengen an Kohlenstoff. Bei der Zerstörung oder Degradation von Regenwäldern kommt es zur Freisetzung von Kohlendioxid. Weltweit stammen rund 20 Prozent der Treibhausgasemissionen aus der Zerstörung von Regenwäldern.

Weltweit sind vier Fünftel der großen Urwälder zerstört, und die Reste sind massiv durch Holzeinschlag und Brandrodung bedroht - in Afrika, Asien und Amazonien, in Kanada, Russland und Skandinavien. Wachsende Weltbevölkerung, veränderte Konsumgewohnheiten und Klimawandel gefährden den Wald zusätzlich. Diese Faktoren sind verantwortlich für eine steigende Nachfrage nach Holz, Papier und Energie.

Tropische Hölzer:

Geschlagene Tropenhölzer werden zum Großteil in China weiterverarbeitet

Sie sind sehr strapazierfähig und witterungsbeständig und werden daher gern im Außenbereich eingesetzt. So zum Beispiel Teak, Nyatoh, Bangkirai, Meranti oder Yellow Balau als Gartenmöbel, Fenster und Dielen oder Bauhölzer im Außenbereich sowie im Schiffsbau.

Aufgrund der häufig auffälligen Maserung, die oft als ansprechend empfunden wird, finden sich auch im Innenbereich verschiedene tropische Holzsorten wie Wenge, Merbau oder Jatoba, hier vor allem bei Parkett.

Oft wird illegal geschlägertes Holz in die EU exportiert. Um Konsumenten in der EU davor zu schützen kampagnisierte Greenpeace 7 Jahre lang für das sogenannten FLEGT-Gesetz - ein Holzimportgesetz. Seit 2009 muss jedes Holz, das in die EU eingeführt wird, seine genaue Herkunft nachweisen können. Die beste Wahl ist jedoch nach wie vor regionales, heimisches Holz. Der Greenpeace-Holzführer gibt detaillierte Auskunft. 

Papier:

Der weltweite Zellstoffverbrauch steigt ständig - davon betroffen: die letzten Urwälder der Erde.

Im 19. Jahrhundert betrug der Papierverbrauch in Europa pro Kopf 1kg/Jahr. Im Laufe der Jahrzehnte stieg dieser jedoch rasant an - Ende der 1980er Jahre verbrauchten die Österreicher bereits 150kg und heute stehen wir pro Kopf bei 225-250kg/Jahr. Die Industrienationen sind für  77% des weltweiten Papierkonsums verantwortlich.

Der durchschnittliche Abfall eines Haushaltes besteht zu einem Viertel aus Papier – Recycling ist sinnvoll, reicht aber alleine nicht aus. Wir müssen unseren Papierverbrauch reduzieren.

 

Hier ein paar Tipps:

  • Papiertaschentücher aus Recyclingpapier. Ideal sind Stofftaschentücher. 10 Stück waschbarer Stofftaschentücher ersetzen 3000 Papiertaschentücher pro Jahr.
  • Kaffeefilter sind am besten aus Metall oder Baumwolle. Wenn Papierfilter, dann aus Recyclingpapier.
  • Auch für Teebeutel aus Papier gibt es Alternativen: Dauerfilter aus Baumwolle oder metallische Teeeier
  • Küchenrollen ersetzen durch waschbare Küchentücher
  • Toilettenpapier aus Recyclingpapier. (gibt es in jedem Supermarkt)
  • Eine Alternative zum herkömmlichen Geschenkspapier: bemaltes Zeitungspapier!
  • Tetrapacks sollten nach Möglichkeit durch Mehrwegprodukte ersetzt werden. Zwar zum Großteil aus Papier, doch wegen des Verbundmaterials schwer zu recyceln.
  • Tageszeitungsabonnement ohne Werbeeinlagen anfordern und mit Bekannten oder Nachbarn teilen
  • Gegen die Werbeflut im Postkasten: „Bitte keine Reklame“
  • Ein Eintrag in die Robinsonliste schützt vor persönlich adressiertem Werbematerial

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