RSPO

Roundtable on sustainable palmoil

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Der Roundtable on sustainable palmoil (RSPO) wurde 2004 gegründet, mit dem Ziel, nachhaltige Palmölproduktion sicherzustellen.

Zerstörter "Paradise Forest" in Indonesien

© Greenpeace / Will Rose

Die Mitglieder werden laut RSPO in sieben unterschiedliche Gruppen geteilt und umfassen Umweltschutzorganisationen, Banken, Großhändler und Palmölproduzenten. Zu den bekanntesten RSPO-Unternehmen zählen Unilever und Nestlé aber auch österreichische Produzenten und Unternehmen wie die Manner AG und die Vereinigte Fettwarenindustrie GmbH oder die OMV sind Mitglied. Die gesamte Liste der österreichischen RSPO-Mitglieder finden Sie hier

Im November 2012 tagte der RSPO (deutsch: Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) in Singapur -  zum zehnten Mal. RSPO-zertifiziertes Palmöl sollte unter anderem garantieren, dass keine weiteren Regenwälder und Torfmoorgebiete für die Palmölproduktion zerstört werden.

So gut wie alle internationalen industriellen Lebensmittelhersteller haben sich 2015 als äußerst ambitioniertes Ziel gesetzt, bis zu welchem sie nur noch 100 % zertifiziertes Palmöl beziehen wollen. Doch heißt das für uns, dass wir ab dann Wafferl, Eis und Chips mit gutem Gewissen genießen können? Leider nein. Das RSPO-Label verharrt weiterhin als Minimalstandard, welcher ganz zentrale Nachhaltigkeitsaspekte ignoriert und zum Beispiel die Rückverfolgbarkeit von geliefertem Palmöl nicht anbieten kann -  außer für einen Aufpreis, den niemand zahlen will. Die RSPO-Kriterien können bisher nicht garantieren, dass der immense Treibhausgasausstoß eingedämmt wird, der mit der Umwandlung von Torfmoorwäldern zu Plantagen in Südostasien verbunden ist. Aus Zentral- und West-Afrika, dem neuen Wilden Westen der Palmölindustrie, hören wir wöchentlich von Konflikten zwischen RSPO-Plantagenbetreibern und der lokalen Bevölkerung.

Auswirkungen des sogenannten Landgrabbings

In vielen Fällen werden die ansässigen Gemeinschaften enteignet oder ihrer Landrechte beraubt – trotz RSPO Zertifizierung. 

Was können wir nun von den Firmen erwarten, die auf RSPO-zertifiziertes Palmöl setzen?

Als ersten Schritt müssen die RSPO-Kriterien dringend angepasst und gestärkt werden.  Die vollständige Rückverfolgbarkeit von importiertem Palmöl muss so schnell wie möglich vorangetrieben werden. Auch österreichische Unternehmen sind gefragt. Ohne Rückverfolgbarkeit tappen Abnehmer im Dunkeln und können nachhaltiges Palmöl nicht von gewöhnlichem unterscheiden, egal ob RSPO zertifiziert oder nicht. 

Hoffnungsvolle Ausnahmebeispiele

Unter den Produzenten gibt es inzwischen hoffnungsvolle Beispiele wie das von Golden Agri-Resources (GAR) in Indonesien. GAR hat sich nach einer mehrjährigen internationalen Greenpeace-Kampagne Beginn 2011 endlich zu einer griffigen Waldschutz-Policy durchgerungen und sich zu zusätzlichen Maßnahmen zum kurzgreifenden RSPO System verpflichtet. 

Unter den Abnehmern hat momentan klar Nestlé die Nase vorne - mit der Umsetzung ihrer Responsible Sourcing Guidelines. Ob diese zwei wichtigen Player ihre Aktionspläne auch effektiv durchsetzen können wird erst in ein bis zwei Jahren definitiv beurteilbar. Wir überwachen GAR’s Aktivitäten in Indonesien mittels Satellitenmonitoring und Feldbesuchen. 

Dies sind bisher leider nur Ausnahmebeispiele. Wir fordern alle Beteiligten - Produzenten, Lieferanten, Abnehmer und Regierungen - auf, den Palmölsektor endlich nachhaltig zu verändern. Solange der Branche Ambitionen und klare Leitlinien fehlen, bleibt der RSPO eher eine Greenwashing-Runde als ein glaubwürdiges Zertifizierungssystem für nachhaltiges Palmöl.

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