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Die schleichende
Katastrophe
Das Jahr 2011 hatte die UNO zum
Jahr der Wälder
ernannt. Das war dringend geboten, denn die weltweite Waldfläche nimmt rapide ab. Alle zwei Sekunden geht Wald in der Größe eines Fußballfeldes endgültig verloren. Daher werden wir auch 2012 nicht tatenlos bleiben.
Das Problem
Kein Thema könnte eine allumfassende Bedrohung deutlicher aufzeigen, als die Rodungen in den Urwäldern unserer Erde. So erstreckt sich das weltweite Ausmaß über nahezu alle Themenbereiche, deren sich Greenpeace annimmt. Die industrielle Abholzung in sensiblen Wald-Gebieten betrifft auf den ersten Blick Themen wie Klimaschutz, Konsum, und natürlich die Wälder ansich. Allerdings decken die Auswirkungen, im Detail betrachtet, ebenso den Energiesektor (Biosprit Produktion), die Gentechnik (Soja-Anbau) und sogar unsere Ozeane (Korallenwälder) ab.
Das Ziel
Greenpeace arbeitet mit vielen Offices weltweit daran, den Raubabbau bzw. die blinde industrielle Abholzung in den letzten Urwäldern zu stoppen.
Der Weg
Durch Aktionen, politischen Druck und Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit versucht Greenpeace in den betroffenen Ländern ein Umdenken herbeizuführen. Genaue Details zu den Zielen und Maßnahmen in einzelnen Gebieten erfahren Sie auf den jeweiligen Unterseiten, die ggf. auch immer wieder mit aktuellen Informationen erweitert werden.
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Der Urwald
Kanadas
Greenpeace konnte 2010 einen dreijährigen Rodungsstopp in Teilen der kanadischen Urwäldern erreichen. Die dadurch geschützte Fläche von 28 Mio. Hektar entspricht ca. der Größe von Deutschland.
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Das Problem
Nachdem ein erbitterter Wettlauf um die letzten Ölreserven unseres Planeten begonnen hat, spielte Kanada seinen "Trumpf" aus: unter dem Borealen Regenwald, nördlich der Rocky-Mountains, liegt die zweitgrößte Ölreserve der Welt - Ölsand (engl.: Tar Sands). Vor dem "Peak Oil" eine Energieform, die schier unerschwinglich und ökonomisch wertlos schien.
Der Abbau dieser Ölsande ist Kanadas größter Treibhausgas-Produzent und verantwortlich für gigantische Kahlschläge. Das Abbaugebiet hat die Fläche Englands, die ökologischen und klimatischen Auswirkungen sind dramatisch.
Aufbereitung von Ölsand ist höchst energieintensiv
An die 200 Milliarden Barrel Rohöl – in Sand gebunden – befinden sich in diesem Gebiet. Tatsächlich benötigt die Ölgewinnung aus Ölsanden auch am meisten Energie – und heizt somit den Klimawandel doppelt an. Für ein einziges Barrel Rohöl benötigt man zwei Tonnen Ölsand, 5 Barrel Wasser und ein Drittel der Energie, die das Rohöl liefern soll.
Gigantische Schlammwüsten, zerstörte Lebensräume aus der Tier- und Pflanzenwelt, giftige Abwässer aus Cadmium, Arsen und Quecksilber, die in Grundwasser und in die umliegenden Seen sickern, sowie 40% an jährlichen Treibhausgasen in Kanada – zu welchem Preis? Zu dem, den Kanada als größter Öl-Lieferant an die USA bekommt. Aktuell werden täglich 1,2 Millionen Barrel Öl aus kanadischen Ölsanden gewonnen. Bis 2020 soll die Produktion auf 3-5 Millionen Barrel Öl steigen. Das Oberflächengebiet, welches für den Abbau von Ölsanden weichen muss, nennt die Industrie schlicht „Abraumschicht“ – wir nennen es den Borealen Regenwald!
Das Ziel
Greenpeace kämpft in der "Tar Sands-Kampagne" für den Stopp des Ölsand-Abbaus. Die kanadische Regierung darf die Warnungen von unabhängigen Wissenschaftern nicht länger ignorieren, wonach die globale Erwärmung nicht über 2 Grad steigen darf. Das Land muss aus der Verwendung fossiler Brennstoffe kontinuierlich aussteigen. Es darf nicht länger alle internationalen Klimaabkommen wegen der stark steigenden Treibhausgasemissionen durch den Ölsand-Abbau blockieren.
Der Weg
Greenpeace übt Druck auf die Regierung aus: Die Regierungen der Bundesstaaten Alberta und Kanada ignorieren internationale Abkommen der Klimapolitik. Durch direkte Aktionen versucht Greenpeace die Aufmerksamkeit darauf zu lenken und ein Umdenken zu erreichen. Die einzelnen Schritte:
Information an Verantwortliche:
Greenpeace trifft Verantwortliche von Ölunternehmen und diskutiert über die Risiken im Ölsandabbau.
Gemeinsames Arbeiten mit betroffenen Gruppen:
Greenpeace solidarisiert sich mit Landbesitzern und indigenen Völkern Kanadas, die durch den Ölsandabbau in ihren Gebieten betroffen sind.
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Der Urwald im
Amazonas
Im Amazonas liegt, mit einer Fläche in der Größe von den USA, der größte tropische Urwald der Welt. Industrielle Interessen wie Rinderzucht oder Sojafelder bedrohen den Urwald hier so stark wie sonst fast nirgendwo.
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Das Problem
Der Regenwald am Amazonas ist der größte noch intakte Regenwald dieser Erde. Doch er ist massiv bedroht. Die weltweite Nachfrage der Industriestaaten nach Edelhölzern und Soja als Futtermittel bedroht immer größere Waldflächen. Aber auch illegal rodende Rinderzüchter bedrohen den Amazonas-Regenwald. Sie beliefern die Welt mit Fleisch und Billigleder. Schuh- und Sportschuhhersteller profitieren von günstigem Leder aus brasilianischen Regionen, in denen für die Rinderzucht der Urwald zerstört wird.
Die brasilianische Umweltbehörde kann die riesigen Gebiete mangels finanzieller Ressourcen kaum gegen international agierende Holzkonzerne und Soja-Exporteure schützen - mit dem Ergebnis, dass illegal eingeschlagen und brandgerodet wird. Die Fläche von zwei Fußballfeldern wird im Amazonas pro Minute abgeholzt!
Der positive Trend der letzten Jahre, die Entwaldung im Amazonas-Regenwald zu reduzieren, ist 2011 gebrochen. Die Debatte um das neue Brasilianische Waldgesetz hat bereits zu erhöhter Entwaldung geführt. Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen des Forest Code, insbesondere die Amnestie für Umweltstraftaten, hat im Vorfeld zu einem Freibrief für Abholzungen im Jahr 2011 geführt.
Unterstützen Sie die Kampagne
und das brasilianische Volk in ihrem Kampf für die Rettung des Amazonas-Regenwaldes und sprechen Sie sich
gegen eine Änderung
des Waldgesetzes aus.
Das Ziel
Allgemeiner Schutz und ein Abholzungsstopp im Amazonas Regenwald bis 2015.
Der Weg
Soja-Moratorium
Im Sommer 2006 gelang Greenpeace die Durchsetzung eines Soja-Moratoriums, das die Ausweitung des Soja-Anbaus im Urwaldgebiet für zunächst zwei Jahre verhinderte. Seitdem wurde das Moratorium jährlich verlängert – auch im Oktober 2011.
Rinder-Moratorium
Ausgelöst durch den Greenpeace Report «Slaughtering the Amazon unterzeichneten im Oktober 2009 die größten Schlachthäuser Brasiliens - JBS, Marfrig sowie Minerva – ein Abkommen mit dem Ziel die Ausweitung von Rinderfarmen auf Kosten des Urwaldes zu stoppen. Zudem verkündeten die Supermarktketten WalMart, Carrefour und die Casino Gruppe ebenso wie die Schuhhersteller Nike, Timberland, Adidas, Geox und Clarks, dass sie ab sofort kein Fleisch oder Leder aus Urwaldzerstörung beziehen möchten. Greenpeace arbeitet daran, dass diese Unternehmen ihre Kriterien für ein erfolgreiches Abkommen erfüllen.
Amazonas-Tour
Seit 22. März 2012 bahnt sich das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior III den Weg durch den Amazonas, um die Situation vor Ort zu dokumentieren und um pünktlich zum diesjährigen Weltgipfel Rio+20 im Juni in Rio de Janeiro anzukommen. Durch die Dokumentation wollen die Aktivisten zeigen, wo und in welchem Umfang Walgebiete abgeholzt oder aber geschützt werden.
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Der Urwald in
Polen
Im Bialowieza Nationalpark an der Grenze von Polen und Weißrussland befindet sich der letzte Tiefland-Urwald Europas. Allerdings ist nur ein kleiner Teil davon geschützt, der Rest ist von komerziellen Schlägerungen bedroht.
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Das Problem
Bialowieza ist der letzte Tiefland-Urwald des europäischen Kontinents. Gelegen auf den Staatsgebieten Polens und Weißrusslands umfasst der Wald mehr als 150.000 Hektar. Hier tummeln sich die letzten freilebenden Exemplare des europäischen Bisons, dem Wisent. Außerdem gibt es unter den 20.000 Tier– und 5500 Pflanzenarten viele, die entweder nur hier vorkommen oder am restlichen Kontinent schon ausgestorben sind.
Aber das Naturparadies ist bedroht: 70% von Bialowieza sind nicht in den Naturpark eingebunden und daher nicht geschützt. Die staatlichen Forstbetriebe in Polen schlägern pro Jahr 110.000m² wertvolles Urwald-Holz – mehr als der Wald verkraften kann. Bei einigen Spezies wie dem Dreizehenspecht kann man schon einen gravierenden Rückgang der Population beobachten.
Das Ziel
Greenpeace fordert, dass der Naturpark mit strengen Umweltschutzauflagen, der bisher nur 17% der polnischen Seite von Bialowieza umfasst, auf das ganze Gebiet des Urwaldes ausgeweitet wird. Das würde eine drastische und notwendige Reduzierung des Holzeinschlags mit sich bringen. Der Wald soll für die Anwohner, die zumeist in den forstlichen Betrieben der Gegend arbeiten, nur mehr in nachhaltigem Rahmen genützt werden können.
Der Weg
Greenpeace arbeitet mit einer intensiven Kampagne an der Rettung von Bialowieza. Im Sommer lenkte der polnische Umweltminister, der auch Chef der staatlichen Forstbehörde ist, die im Wald schlägert, erstmals ein. Nachdem Greenpeace-Aktivisten die Fassade seines Büros mit Bannern verhüllten, ließ er umgehend einen temporären Abholzungsstopp bis zum Ende der aktuellen Vogelbrutsaison in Bialowieza verhängen.
Derzeit gibt es Zusagen, die Holzschlagquote im kommenden Jahr spürbar zu senken. Greenpeace wird darauf achten, dass diese Zusagen eingehalten werden und sich solange für den Wald einsetzten, bis Bialowieza strengen und umfassenden Schutz genießt.
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Der Urwald in
Rumänien
Rund ein Drittel der Fläche Rumäniens ist bewaldet. Doch Dracula’s Heimat droht der Kahlschlag, denn jede Stunde verschwinden in Rumänien 3 Hektar Wald, auch in Urwäldern und Schutzgebieten.
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Das Problem
Rund ein Drittel der Fläche Rumäniens ist bewaldet, die meisten Wälder liegen in den Gebirgszügen der Karpaten. Wiederum rund ein Drittel dieser Wälder, knapp 20.000 km², sind buchendominierte Laubwälder. Sogar Urwälder, die es in unseren Breiten gar nicht mehr gibt, machen noch fünf Prozent der Waldfläche Rumäniens aus. Diese Wälder sind aufgrund ihrer jahrhundertelangen, von Menschen ungestörten Entwicklung, von einzigartigem ökologischen Wert. In diesen Gebieten leben noch seltene Tiere wie Braunbär, Wolf und Wildkatze.
Doch wie die Auswertung von Satellitenbildern durch Greenpeace zeigt, sind die Wälder akut bedroht – jede Stunde verschwindet eine Waldfläche von 3 Hektar. Von 2000 bis 2011 wurden insgesamt 280.108 Hektar Wald kahlgeschlagen oder stark degradiert. Dies sind pro Jahr rund 28.000 Hektar, den Rumänien an - für den Arten- und Klimaschutz so wichtigen - Wald verliert.
Fast die Hälfte der Kahlschläge liegt in Schutzgebieten wie National- und Naturparks oder dem europäischen Natura 2000-Netzwerk. Sogar die noch existierenden Urwälder werden - trotz ihres unschätzbaren ökologischen Werts - nicht verschont.
Das Ziel
Greenpeace fordert den rumänsichen Umwelt- und Forstminister angesichts dieser dramatischen Entwicklungen auf, sofortige Maßnahmen zum Erhalt der rumänischen Wälder zu ergreifen. Besonders die letzten vorhandenen Urwälder müssen geschützt werden.
Der Weg
GP Rumänien recherchierte gemeinsam mit GP Deutschland und veröffenltichte Anfang Mai eine
Karte
über die illegale Abholzung in rumänischen Wäldern im Zeitraum von 2000 bis 2011. Das mediale Interesse war groß.
Gleichzeitig arbeitet GP Rumänien an einem Buch über die Buchenwälder Rumäniens. Mit der Veröffentlichung des Buches appelliert Greenpeace Rumänien an die rumänische Regierung, diese Wälder für das UNESCO Naturerbe zu nominieren.
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Die Korallenwälder im
Mittelmeer
Korallen sind entgegen allgemeiner Bekanntheit auch im Mittelmeer verbreitet - doch auch ihr Fortbestand ist bedroht. Gefahr droht durch Schleppnetze und Langleinen der Fischer ebenso wie durch Plastikmüll.
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Das Problem
Erst vor wenigen Jahren haben Wissenschafter in den Tiefen unserer Ozeane dichte Korallenwälder entdeckt, in denen bis zu zehn Meter hohe "Korallenbäume" wachsen. Über diese verborgenen Wälder der Tiefsee wissen wir weniger als über die Oberfläche des Mondes - sicher ist aber, dass sie zu den empfindlichsten Ökosystemen der Erde gehören. Unzählige unerforschte Tierarten werden in ihnen vermutet - und doch werden diese Tiefseekorallenriffe täglich von den Grundschleppnetzen der industriellen Fischerei zerstört. Ein weltweites Problem, dass auch im Mittelmeer existiert.
In Jahrtausenden gewachsen, werden Korallenriffe innerhalb von Sekunden gerodet. Zum Vergleich: Alle zwei Sekunden werden weltweit Riffe im Ausmaß von zehn Fußballfeldern zerstört – und damit unwiederbringlich auch alle dort vorhandenen Korallen (im Urwald: 1 Fußballfeld alle 2 Sekunden). Bitteres Detail am Rande: Der dadurch gefangene Fisch macht genau 0,5% des weltweiten Fischertrages aus.
Tonnenschwere Eisenrollen werden auf Kufen über den Meeresboden gezogen, dazwischen hängen Eisenketten, durch die am Boden lebende Fische - wie Rotbarsch oder Neuseeländischer St. Petersfisch - ins Fangnetz getrieben werden. Ein Schleppnetz kann bis zu zwölf Jumbojets in seinem "Rachen" fassen, eine Netzfüllung liefert bis zu 600 Tonnen Fisch sowie riesige Mengen an Beifang. In Summe sind es rund 10.000 Tonnen Korallen, die pro Jahr aus der Tiefe gerissen werden.
Das Ziel
Um unsere Regenwälder der Tiefsee vor der Zerstörung zu bewahren, fordert Greenpeace ein striktes Verbot von Tiefsee-Grundschleppnetzen und die Einrichtung eines weltweiten Netzwerkes von Meeresschutzgebieten.
Der Weg
Im Mittelmeer kämpft Greenpeace beispielsweise verstärkt dafür, die Straße von Sizilien und das über 2.500 Meter tiefe Meeresgebiet südlich der Balearen gegen die verheerende Ausbeutung durch die Fischerei zu schützen. In diesen beiden Meeresgebieten leben nicht nur empfindliche Korallenriffe, sondern auch vom Aussterben bedrohte Blauflossentunfische und Finnwale.
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Der Urwald im
Kongo
Der größte Teil des gesamten afrikanischen Urwalds liegt im Kongo. Massiver Holzeinschlag bis hin zu Palmöl-Plantagen bedrohen den zweitgrößten Regenwald der Welt enorm.
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Das Problem
Im Kongobecken existiert mit 950.000 km² das zweitgrößte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde, der größte Teil davon befindet sich auf dem Gebiet der Demokratischen Republik Kongo. Die Gier nach wertvollen Tropenhölzern bedroht den Regenwald massiv, der legale und illegale Holzeinschlag steigt Jahr für Jahr an. Die mit den Holzfirmen kommende Infrastruktur zerstört auch die Lebensweise der dort ansässigen indigenen Gemeinschaften. "Abzuholzen heißt zu töten" sagt die kongolesische Waldcampaignerin Iréne Wabiwas in einem
Interview
dazu.
Das Ziel
Greenpeace fordert einen Stopp der Abholzung des Kongo Regenwaldes bis 2015, sowie umfassenden Schutz für die Regenwälder des Kongobeckens und damit für 40 Millionen Menschen, die in und von dem Wald leben. Wegen seiner Größe und seiner Artenvielfalt hat der afrikanische Urwald auch eine immense globale Bedeutung für die Stabilität des Klimas.
Der Weg
In der Demokratischen Republik Kongo haben die Holzkonzerne wegen der vollkommen ausgehölten staatlichen Struktur bei Raubbau und Plünderung ein leichtes Spiel. Geht die Abholzung in diesem Tempo weiter, dann verliert der Kongo bis zum Jahr 2050 rund 40% seines Waldbestandes. Greenpeace fordert mehr Transparenz in der Vergabe der Holzschlag-Lizenzen, die Einhaltung eines 2002 beschlossenen Moratoriums zur Vergabe solcher Lizenzen und den Stopp illegaler Schlägerungen.
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Die Urwälder in
Russland
Papierfabriken und Sägewerke sind hauptverantwortlich für die Zerstörung des borealen Urwalds in Russland.
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Das Problem
Die russische Holzwirtschaft schlägt brutal zu. In etwa 80% des russischen Holzes stammt aus Kahlschlägen, die auf riesigen Flächen (größer als 50ha) erlaubt werden. Urwälder werden nach der Schlägerung durch Pappel- und Birken-Monokulturen ersetzt. Das jährlich abgeholzte Gebiet in Russland ist 20 mal größer als der Bezirk Moskaus und entspricht in etwa 150 Millionen m³ Holz. Weltweit gibt es nur sechs Länder, die mehr Holz schlägern: USA, China, Indien, Indonesien, Kanada und Brasilien.
Mehr als 1,5 Millionen Russen sind in ihrer heimischen Forstwirtschaft beschäftigt. Holzexporte folgen riesigen Kahlschlägen, ein Minimum an Wiederaufforstung bedeutet einen starken Angriff auf die Natur, geringe Einkünfte für den Staat und noch weniger für die im Holzbereich Beschäftigten. Die Waldwirtschaft ist notorisch unterfinanziert, noch weniger Geld gibt es für den Waldschutz und Schutzgebiete. Waldmanagement in Russland bedeutet zudem starrste Bürokratie. Im Sommer 2010 als heftige Feuer im ganzen Land brannten, gab es aufgrund dieser Bürokratie viel zu wenig Einsatzleute und der russische Wald erlitt große Schäden. Die Situation in Russland führt dazu, dass illegal gerodet wird, Müll die Waldstraßen säumt und Geld für Aufforstungsprojekte fehlt.
Das Ziel
Es soll eine nachhaltige Waldwirtschaft geschaffen werden, die einerseits gewinnbringend für Russland ist und andererseits die wertvolle Natur und die borealen Regenwälder schützt.
Der Weg
Greenpeace Russland unterstützt eine sozial gerechtere, umweltschonende und nachhaltige Waldwirtschaft. Gemeinsam mit dem WWF fordert Greenpeace in Russland starke Richtlinien für die olympischen Winterspiel in Sochi 2014. Seit 2002 gibt es das "Kids for Forest"-Programm. Gemeinsam mit Schulkindern werden Bäume gesetzt und so sukzessive der europäische Teil von Russland wiederaufgeforstet.
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Die Urwälder in
Indonesien
Greenpeace konnte große Konzerne wie Nestlé bereits davon abbringen, Palmöl aus indonesischer Urwaldvernichtung zu beziehen. Die Papierzellstoff-Industrie gefährdet die Urwälder allerdings genauso stark.
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Das Problem
In Indonesien liegt, mit 47,2 Millionen Hektar, der größte Teil des "Paradise Forests". Das hört sich zwar viel an, leider entspricht es nur mehr der Hälfte des ursprünglichen Regenwaldgebietes. Seit 1950 wurde von ursprünglich 81 Millionen Hektar kontinuierlich und unerbittlich abgeholzt. Die Vernichtung von Indonesiens Wäldern wird von der globalen Nachfrage nach Produkten wie Papier und Palmöl angetrieben. Letzteres ist heute das weltweit meist verwendete Pflanzenöl und macht einen Drittel des globalen Pflanzenölmarktes aus. Es findet sich in Hygieneprodukten, Kosmetika, Schokolade, Keksen und kommt als Agrotreibstoff zum Einsatz.
Deshalb liegt Indonesien auf der unrühmliche Liste der Länder, die ihre Waldgebiete am schnellsten verlieren, hinter China und USA an dritter Stelle. Rund 51 km² werden täglich abgeholzt, das entspricht einer Fläche von 300 Fußballfeldern pro Stunde. Nicht zuletzt der Lebensraum des Orang-Utans wird dadurch täglich kleiner. Wälder und Torfmoore werden geplündert, trockengelegt, abgeholzt und abgefackelt, damit Palmölfirmen wie Sinar Mas Monokulturen errichten können. Die Monokulturen verseuchen Wasser und Luft und bedrohen die Einheimischen in ihrer Gesundheit und Existenz. In Indonesien leben mindestens 60 Millionen Menschen in Abhängigkeit von den Urwäldern.
Das Ziel
Greenpeace fordert einen Stopp der Abholzung des indonesischen Regenwaldes bis 2015. Indonesiens Präsident Yudhoyono hat im Mai 2010 ein zweijähriges Moratorium auf die Umwandlung von Regen- und Torfwäldern angekündigt – für zukünftige Konzessionen. Dies ist ein erster Schritt Richtung Urwald- und Klimaschutz. Wir fordern, dass die schon vergebenen Konzessionen genauso in das Moratorium eingefügt werden, sowie keine Palmöl- und Papierplantagen mehr in Urwaldgebieten! Auch die Umsetzung des 1 Milliarden US-Dollar Deal zwischen Norwegen und Indonesien ist ein wichtiges Ziel, um die Regenwälder und kohlenstoffreichen Torfländer unter Schutz zu stellen.
Der Weg
Forest Defender Camps
Auf Kampar im Dorf Teluk Meranti hat Greenpeace seit 26. Oktober 2009 ein Forest Defender Camps aufgeschlagen, um gemeinsam mit der Bevölkerung gegen die zerstörerischen Machenschaften von Konzernen wie Sinar Mas (Palmöl) und April (Zellstoff) zu kämpfen, lobbyiert bei Politikern und macht mit zahlreichen Aktionen Druck auf den indonesischen Präsidenten und die Unternehmen.
Asia Pulp & Paper
Seit über einem Jahr übt Greenpeace Druck gegen den Regenwaldzerstörer Asia Pulp & Paper (APP) und seine Kunden aus. APP rodet für die Papierherstellung auch Bereiche, die als Lebensraum des bedrohten Sumatra-Tigers gelten, ebenso wie Torfgebiete mit mehr als drei Metern Tiefe, die nach indonesischem Gesetz als geschützt gelten. Auch Brandrodungen — was ebenfalls verboten ist —wurde in zwei APP Konzessionen beobachtet. Greenpeace deckte auf, dass APP systematisch gegen indonesische Gesetze verstößt, welche die bedrohte Baumart Ramin unter Schutz stellen.
Greenpeace ruft Firmen auf, ihre Lieferkette zu überprüfen und sowohl direkte als auch indirekte Lieferverträge mit APP zu kündigen. Nestlé, Mattel, Unilever, Kraft, Adidas und Danone habe bereits eingelenkt und wollen nicht mehr mit APP zusammenarbeiten.
Machen auch Sie Druck und zeigen Sie Ihren
Protest
gegen illegale Abholzung!
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mehr, wie Sie uns bei den Aktionen helfen können.
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Auf marktcheck.at kann man sich vielfältig über
weiterführende Informationen und Tipps
für KonsumentInnen im Umgang mit Holzprodukten informieren.
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Multi
Media
Material
Kanadas Urwald - die Bedrohung der Ölsande
Ein Video mit Kumi Naidoo beim Flug über die kanadischen Ölsande - Fakten und Meinungen zur Lage.
Korallenwälder in Gefahr
Eine Fotostrecke über die farbenprächtige Vielfalt der Korallenwelt.
Indonesiens Regenwaldzerstörung
Saving Sumatra - Fotovideobericht mit Kumi Naidoo.
Ein Video mit Kumi Naidoo beim Flug über die kanadischen Ölsande - Fakten und Meinungen zur Lage.
Eine Fotostrecke des Ölsand Abbaus
Eine Fotostrecke zur Amazonas-Tour der Rainbow Warrior
Eine Fotostrecke über die Rodungen des Amazonas-Urwaldes
Eine Fotostrecke über den Bialowieza Nationalpark.
Kahlschläge in Rumänien (2000 - 2011)
Eine Fotostrecke über die farbenprächtige Vielfalt der Korallenwelt.
Eine Fotostrecke über den Urwald in Kongo und dessen Einwohner.
Eine Fotostrecke über den Urwald in Russland, die zerstörerischen Waldbrände und die illegalen Rodungen.
Asia Pulp & Paper verwendet illegales Ramin-Holz
Saving Sumatra - Fotovideobericht mit Kumi Naidoo.
Eine Fotostrecke über den Raubbau und die Zerstörung des indonesischen Regenwaldes
Letztes Update:
13.12.2011
Daten-Quelle:
FRA 2010 Report
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