Rainbow Warrior III - Im Detail

Infoseite - 27 Dezember, 2010
Ein "Grüner Pass" für einen modernen Regenbogenkrieger

Die Rainbow Warrior III wird in erster Linie als Segelschiff gebaut, damit vor allem die Windenergie für den Antrieb genutzt werden kann - anstelle von fossilen Treibstoffen. Bei ungünstigen Wetterbedingungen kann jedoch auf einen Antrieb mit Diesel-Elektro-Motor umgeschaltet werden. Die A-förmige Konstruktion des Mastes und die Position der Segel wurden im Hinblick auf ihre Effizienz optimiert. Auch die Form des Schiffsrumpfes soll helfen so viel Treibstoff wie möglich einzusparen.

Das zukünftige Greenpeace-Schiff wird in den Niederlanden als Jacht registriert. Sie soll nach den höchsten Schiffsstandards vom Germanischen Lloyd (GL) zertifiziert und klassifiziert werden, einer der weltweit führenden Klassifizierungsgesellschaften. Außerdem wird sie freiwillig unter der Klassifizierung Green Ship mit Green Passport registriert, was bedeutet, dass sie den höchsten Umweltstandards entspricht.

Die neue Rainbow Warrior bietet mehr Effizienz, höhere Zuverlässigkeit und weist die folgenden ökologischen Merkmale auf:

  • Sehr geringer Treibstoffverbrauch aufgrund der Rumpfform
  • Sehr gute Segel-Eigenschaften, um Treibstoff zu sparen
  • 90 Prozent der Umweltbelastung stammt von den Verbrennungsmotoren
  • Elektrisches Antriebssystem (10 Knoten mit nur 300 kW) und 100 kW bei
  • Motorsegeln (dabei läuft nur ein Generator)
  • Klassifizierung als "Green Ship" mit Green Passport und freiwilliger Umweltschutz-Klassifizierung
  • Umweltfreundlicher Anstrich mit Silikonlack
  • Biologische Behandlung von Schwarz- und Grauwasser
  • Abscheider für öliges Schlagwasser (<5 p.p.m Durchflussleistung)
  • Grauwasser und behandeltes Schwarzwasser können in Gebieten, wo ein Ablassen verboten ist, an Bord gelagert werden (bis zu 59 m³)
  • Zentrales Füll- und Belüftungssystem für Treibstoff und Öle, um ein Auslaufen zu verhindern
  • Wiederverwendung der Motorenwärme für Warmwasserbereitung und Vorglühen des Motors
  • Novec-Brandbekämpfungssystem

 

Segeln hat Priorität

In einer umfassenden Umweltstudie wurden viele ökologische Faktoren berücksichtigt, um die Umweltbelastung der neue Rainbow Warrior durch den Schiffsbetrieb zu testen und damit möglicherweise die Bauplanung zu beeinflussen. Priorität hat dabei vor allem die Fähigkeit, über weite Strecken segeln zu können. Mit 1290 m2 Segelfläche ist das Segel der Rainbow Warrior III fast dreimal so groß wie das der Rainbow Warrior II (471,09 m2). Die Schiffslänge wird 57,92 m betragen.

Viele Überlegungen galt der Wahl des Rumpfmaterials:

Stahl oder Aluminium? Letztendlich entschied man sich für Stahl, denn Aluminium bietet keine nennenswerten ökologischen Vorteile. Es ist zudem weniger robust, anfälliger für Beschädigungen und in abgelegenen Gegenden schwerer zu reparieren.

Es wurde folgende Tests durchgeführt:

  • Die Ausführung des A-Mast-Segels wurde optimiert
  • Modellversuch des Rumpfs in der Schlepprinne (Universität Delft)
  • Fernsteuerung der wichtigsten Segelfunktionen
  • Automatische Propellersteigung und Drehzahlsteuerung im Motorbetrieb

 

Ein optimales Kampagnen-Schiff

Die Rainbow Warrior III wird in der Zukunft das wichtigste Kampagnen-Schiff von Greenpeace sein. Die folgenden Merkmale werden für die extremen Anforderungen der Greenpeace-Arbeit maßgeschneidert sein:

Großes Kampagnenbüro (23,4 m2): Hervorragende Arbeitsbedingungen mit breiter Präsentationswand, in der Nähe des Ruderhauses als Zentraler Punkt des Schiffes, mit Arbeitsplatz für Video-/Foto-Bearbeitung.

67 m² großer Konferenzraum mit im Halbkreis angeordneten Sitzreihen für Multimediapräsentationen für große Gruppen mit bis zu 50 Personen.

Auch auf spezielle Kommunikationserfordernisse wurde Rücksicht genommen: schneller Breitband-Internetzugang, ein 12,8 m² großer sicherer Funkraum mit Stahltrennwänden und Stahltür sowie Arbeitsplatz für zwei Kommunikationstechniker auf dem Hauptdeck. Neueste Version von SATCOM und Video- und Fotoausrüstung an Bord.

Hubschrauberdeck und -hangar (D12-Hubschrauberlandeplattform)

Nassraum zur Aufbewahrung von nasser Ausrüstung mit großem Umkleidebereich und Handwaschbecken. Direkter Zugang vom Deck zum Nassraum.

Festrumpf-Schlauchboote (RIBS): Zwei 7-Meter-RIBS mit Inbord-Dieselmotor, (Zuwasserlassen über den A-Rahmen), 1 Boot mit Wasserstrahlantrieb und 1 Boot mit Propellerantrieb. Ein kleineres RIB wird mit Bootskran mit Knickausleger zuwassergelassen. Lotsentüren für einfachen Zugang zu den RIBS.

Die weitere allgemeine Einrichtung bietet ausreichend Platz für:

  • Funkraum
  • Kampagnenbüro
  • Salon
  • Mannschaftsmesse
  • Fotolabor
  • Konferenzraum
  • Notgenerator
  • Kombüse
  • Begehbaren Tiefkühler und Kühlschrank
  • Trockenlager
  • Wäscherei
  • Raum für medizinische Versorgung
  • Nassraum/Taucherausrüstung


Ein geschützter Zugang in die RIBS über eine Winkeltreppe vom Deck ermöglicht den fast barrierefreien Einstieg in die Boote, damit unerfahrene Personen leichter einsteigen können.

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