Ostereier-Check 2014

Problematische Farben in Produkten zum Selberfärben

Newsartikel - 9 April, 2014
marktcheck.at hat auch heuer Ostereier und Eierfarben unter die Lupe genommen. Greenpeace kritisiert die mangelnden Kennzeichungsvorschriften und mahnt zur Vorsicht beim Selberfärben, denn die Farben enthalten mehrheitlich für die Gesundheit problematische Azofarbstoffe. Bei lose verkauften Eiern werden die KonsumentInnen überhaupt im Dunkeln gelassen, da es keine gesetzlichen Vorschriften für die Kennzeichnung gibt!

 

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Kein Warnhinweis auf Eierfarben

Seit Juli 2010 müssen Lebensmittel, die bedenkliche Farbstoffe, meist Azofarbstoffe enthalten, mit dem Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet sein, weil sie im Verdacht stehen, an der Auslösung des hyperkinetisches Syndroms ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern) beteiligt zu sein.

Von der Kennzeichnungsplicht ausgenommen sind jedoch Stempelaufdrucke und Farbverzierungen auf den Schalen von Eiern.Wer jedoch schon mal selber Eier mit den herkömmlichen Farben gefärbt hat, der weiß:

  • Speziell wenn Kinder mit diesen Farben hantieren, gelangt viel Farbe auf die Haut.
  • Häufig dringen die Farbstoffe durch die Schale und werden mitverzehrt.

„Hier bleiben die VerbraucherInnen auf der Strecke. Denn ohne entsprechende Warnhinweise lassen auch verantwortungsvolle Eltern ihre Kinder mit diesen Farben hantieren“, kritisiert die Greenpeace Konsumenten-Sprecherin Gundi Schachl.

Weitere mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit

Die häufig verwendeten Azofarbstoffe stehen im Verdacht, beim Verzehr bei entsprechend veranlagten Personen Unverträglichkeitsreaktionen wie Nesselsucht, Hautödeme und Asthma auszulösen.
Über die Haut aufgenommen können sich die wasserlöslichen Farbstoffe in vermutlich krebserregende Stoffe ("potentiell karzinogen") umwandeln.

Die Produktliste

52 Produkte zum Selberfärben hat sich Greenpeace im Hinblick auf gesundheitlich problematische Stoffe näher angeschaut und 43 Produkte mit "Rot", also "Ungenügend" bewertet, denn fast alle enthalten problematische Farbstoffe wie Azofarben.

 

Keine Infos zu lose verkauften Ostereiern

Mangelhaft, weil nicht vorhanden sind die gesetzlichen Vorschriften zur Kennzeichnung von losen Eiern, wie sie in Bäckereien erhältlich sind. An der bereits im Vorjahr kritisierte Rechtslage hat sich nichts geändert.
„Für unverpackte, gekochte und gefärbte Eier gibt es keine verpflichtenden Kennzeichnungsbestimmungen. Einzeln verkaufte Eier sind weiterhin nicht oder kaum gekennzeichnet und die Konsumentinnen und Konsumenten werden über Herkunft, Haltungsform und verwendete Farben völlig im Dunkeln gelassen“, so Schachl.

Grünes Licht für Ostereier aus dem Supermarkt

Bei den Recherchen im Supermarkt ist Greenpeace bei den verpackten und klar gekennzeichneten Produkten nur auf unbedenkliche Farbstoffe gestoßen. Die beste Wahl hier sind Bio-Ostereier, weil bei diesen sichergestellt ist, dass bei der Fütterung der Hennen kein Gentech-Futter zum Einsatz gekommen ist. Auch die Haltungsbedingungen der Tiere sind besser als bei herkömmlichen Produktion.

Fazit des Checks

„Wer sich den Spaß beim Ostereier Färben nicht verderben lassen möchte, greift am besten zu Bio-Eiern und färbt diese mit den im Check von Greenpeace empfohlenen Farben oder mit Farbstoffen aus der Natur wie etwa Zwiebelschalen oder Kurkuma“, empfiehlt Schachl abschließend.

Infos und Tipps zum Selberfärben

Wie einfach es ist, prachtvolle Ostereier mit Farben aus der Natur selber herzustellen, zeigen Expertinnen auf den folgenden Seiten:

Bilder vom Eierfärben

Quelle: Greenpeace

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