EU-Kommission torpediert ambitiöse europäische Energieeffizienzziele

Communiqués de presse - juillet 17, 2014
Luxemburg / Brüssel, 17.7.2014. Die EU-Kommission will die zukünftigen Energieeffizienzziele für Europa deutlich schwächen. Einem internen Dokument zufolge soll der Energieverbrauch in Europa bis 2030 im Vergleich zu 2007 nur noch um 2x% (d.h. 26-29 Prozent) reduziert werden. Außerdem ist in dem Dokument nicht mehr die Rede von verbindlichen Zielen. Der Vorschlag soll bereits in der kommenden Woche von der EU-Kommission verabschiedet werden.

 
Das beste Mittel, um unsere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verringern, Kosten zu sparen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig einen erheblichen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten sind ambitiöse und verbindliche Energieeffizienzziele“, erklärt Martina Holbach, Campaignerin bei Greenpeace Luxemburg. „Die Energieeffizienzziele, die Energiekommissar Oettinger jetzt vorschlagen will, sind kaum besser als „Business-as-usual“. Hat Herr Oettinger nichts aus der bedrohlichen Abhängigkeit Europa’s von russischen Gasimporten gelernt ?“

 

Umweltschutzverbände in Europa verlangen, ebenso wie das Europaparlament, ein verbindliches Ziel bei der Energieeffizienz von 40 Prozent bis 2030.

 

Selbst der frisch gewählte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker  hatte sich bei seiner Antrittsrede am Dienstag vor dem Europaparlament für ein verbindliches Energieeffizienzziel von mindestens 30 Prozent ausgesprochen.

 

Greenpeace appelliert angesichts dieser inakzeptablen Entwicklung an die luxemburgischen Minister Etienne Schneider und Carole Dieschbourg, bei der EU-Kommission zu intervenieren. Beide Minister hatten in einem Brief vom 17. Juni an die EU-Kommission zusammen mit Ministerkollegen aus Deutschland, Dänemark, Belgien, Portugal, Griechenland und Irland den noch amtierenden Kommissionspräsidenten Barroso aufgefordert, ein ambitiöses und verbindliches Energieeffizienzziel für 2030 vorzulegen.

 

Ebenso hatten die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen am 27. Juni die Wichtigkeit der Energieeffizienz bei der Energieversorgungssicherheit herausgestellt und die Energieeffizienz zu einer der strategischen Prioritäten der EU für die nächsten fünf Jahre erklärt.