Energieeffizienz:

Der Entwurf der EU-Kommission ist ein Geschenk an die Energie-Oligarchen

Communiqués de presse - juillet 23, 2014
Luxemburg/Brüssel, 23. Juli 2014 - Greenpeace hat den heute veröffentlichten Plan der Europäischen Kommission zu den Energieeffizienzzielen für 2030 scharf kritisiert. Der Vorschlag der EU-Kommission wird zum einen den Anforderungen im Kampf gegen den Klimawandel nicht gerecht. Zum anderen versagt die EU-Kommission trotz der aktuellen Krisensituation dabei, entscheidende Schritte in die Wege zu leiten, um die Abhängigkeit Europas von Energieimporten, u.a aus Krisenregionen, zu beenden.

© Lu Guang / Greenpeace

 
Hierzu erklärte Martina Holbach, Klima-Campaignerin von Greenpeace Luxemburg: "In ihren letzten Arbeitstagen hat die scheidende EU-Kommission einen weiteren unambitionierten Vorschlag auf den Tisch gelegt, der ein Geschenk an die Oligarchen dieser Welt ist. Ein ehrgeiziges und verbindliches Effizienzziel würde die Notwendigkeit von teuren Importen fossiler Brennstoffe aus Russland und anderen Krisenregionen drastisch reduzieren und Europa dabei helfen, sich gegen Autokraten wie Putin zu wehren. Laut eigener Recherche sagt die Kommission voraus, dass allein im Bereich Energieeffizienz 3,5 Millionen nachhaltige Arbeitsplätze in Europa geschaffen werden könnten. Dies darf nicht einfach von der EU-Kommission und den EU-Regierungchefs ignoriert werden!”
 

Die EU-Kommission schlägt ein Energieeffizienzziel von 30% bis 2030 vor, allerdings macht sie keine Aussage darüber, ob dieses Ziel für die EU-Staaten verbindlich sein soll. Die EU-Staats- und Regierungschefs sollen nun beim Gipfeltreffen im Oktober über die Klima-und Energieziele der EU bis 2030 entscheiden.

 

Der zukünftige Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der nun einen Gesetzesvorschlag für die europäischen Energieeffizienzziele vorlegen muss, hatte ein verbindliches Energieeffizienzziel von mindestens 30 Prozent verlangt. Im Juni hatten Deutschland, Dänemark, Belgien, Irland, Griechenland, Portugal und Luxemburg einen Brief an die EU-Kommission gerichtet und ambitiöse verbindliche Effizienzziele gefordert.

 

Greenpeace unterstützt drei verbindliche EU-Ziele für 2030: mindestens 55 Prozent Treibhausgasreduktionen, einen Anteil der erneuerbaren Energien von 45 Prozent und ein Energieeffizienzziel von 40 Prozent.

 

Europas größte Energieunternehmen versuchen durch intensive Lobbyarbeit, ambitiöse Energieeffizienzziele zu verhindern. Die Verbesserung der Energieeffizienz und die Entwicklung erneuerbarer Energien durch verbindliche Zielvorgaben würde ihre Marktdominanz bedrohen.