Greenpeace findet Agrargifte im Bienen-Pollen

Communiqués de presse - avril 16, 2014
Luxemburg/Zürich, 16. April 2014 - Über zwei Drittel des Pollens, den Honigbienen von europäischen Feldern gesammelt und in ihre Bienenstöcke gebracht haben, sind mit einem Cocktail aus bis zu 17 verschiedenen giftigen Pestiziden belastet. Dies ist das schockierende Ergebnis einer neuen Studie, die Greenpeace heute im Rahmen der europaweiten Kampagne zum Schutz der Bienen veröffentlicht hat. Bei den Chemikalien, die in den gesammelten Pollen nachgewiesen wurden, handelt es sich eine Vielzahl von Insektiziden, Akariziden, Fungiziden und Herbiziden, die z.B. von Agrochemieunternehmen wie Bayer, Syngenta und BASF hergestellt werden. Die Studie "Gift im Bienen-Gepäck der Bienen. Eine Analyse von Pestizidrückständen in Bienenbrot und Pollenhöschen von Honigbienen“ ist die größte Untersuchung ihrer Art in Europa. Es wurden mehr als 100 Proben aus 12 Ländern analysiert, insgesamt wurden 53 verschiedene Chemikalien nachgewiesen.

"Diese Studie über kontaminierte Pollen zeigt die unverantwortliche Belastung von Bienen und anderen wichtigen Bestäuberinsekten. Bienen werden einem Cocktail von toxisch wirkenden Pestiziden ausgesetzt“, erklärt Martina Holbach, Campaignerin bei Greenpeace Luxemburg. „Diese Untersuchung ist ein weiterer Beweis dafür, dass etwas grundlegend falsch läuft in dem aktuellen Landwirtschaftsmodell in Europa, welches auf dem intensiven Einsatz von giftigen Pestiziden und großflächigen Monokulturen basiert. Von diesem System profitieren vor allem Agrochemie-Unternehmen wie Bayer, Syngenta & Co. Einmal mehr wird deutlich, dass wir einen grundlegenden Richtungswechsel hin zur ökologischen Landwirtschaft brauchen."

mercredi 16 avril 2014 Close up of pollen collecting box. The pollen pellets are dislodged from the hind-legs of the returning bees as they enter the hive, and the pellets fall into this collecting tray. Nahaufnahme einer Pollenfalle.

Pollen © Fred Dott / Greenpeace

Der heute veröffentlichte Bericht ist eine Momentaufnahme über den Einsatz von Giften im aktuellen europäischen Agrarsystem. Es konnten unter anderem hohe Konzentrationen und eine große Bandbreite von Fungiziden in Pollen in der Nähe von Weinbergen in Italien nachgewiesen werden. Ebenso wurde der intensive Einsatz von bienentödlichen Insektiziden auf polnischen Feldern, das DDT-Abbauprodukt DDE sowie der gehäufte Gebrauch des Insektennervengifts Thiacloprid, einem Gift aus der berüchtigten Klasse der Neonikotinoide, in vielen Proben aus Deutschland nachgewiesen werden.

Im Rahmen der Untersuchung wurde auch eine geringe Anzahl von Pollenproben aus Luxemburg analysiert, in denen keine Pestizidrückstände nachgewiesen werden konnten. Neben den fünf Pollenproben wurde auch eine Honigprobe aus Luxemburg untersucht, in welcher das Insektennervengift Thiachloprid nachgewiesen werden konnte. Für Greenpeace ist dies ein eindeutiger Hinweis, dass auch in Luxemburg die Bienen nicht von der Pestizidbelastung verschont bleiben.

„Landwirtschaftminister Fernand Etgen muss mehr für den Bienenschutz tun ! Der aktuell vorliegende Entwurf des Nationalen Aktionsplans Pestizide ist völlig unzureichend“, erklärt Martina Holbach. “Wir brauchen sofortige, permanente und umfassende Verbote der bienengefährlichen Pestizide und einen Pestizid-Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen und Zeitplänen, um den Verbrauch von Agrargiften hierzulande zu stoppen. Minister Etgen muss die Umgestaltung der Landwirtschaftspolitik zu einer pestizidfreien und nachhaltigere Landwirtschaft zu einer Prioritäten erklären.



N.B:
Die eine Honigprobe welche in Luxemburg positiv getestet wurden, stammt direkt aus der Wabe im Bienenstock und war somit kein im Handel erhälticher Honig.  Gefunden wurden Spuren einer Substanz der Gruppe der Neonicotinoide, die als moderat Bienengefährlich eingestuft ist (0.019mg/kg Thiacloprid). Zu keiner Zeit behauptete Greenpeace Luxemburg, diese positive Probe würden ein imminentes Gesundheitsrisiko darstellen. Allerdings zeigt dies auf ein Neues, dass auch im Stock die Bienen heftigen Pestizidbelastungen hilflos ausgeliefert sind. Nur eine kohärente, pestizidfreie Landwirtschaftspolitik, kann die Bienen retten. Greenpeace Luxemburg hat diese Information unabhängig von dem Greenpeace Bericht "Bees Burden" gesammelt und veröffentlicht, im Einverständnis der betroffenen Imker.


Weitere Informationen:
Martina Holbach, Greenpeace Luxemburg, Tel. 52625224

Lesen Sie die Studie „The Bees’ Burden – An Anaylsis of Pesticide residues in Comb pollen and trapped pollen from honey bees in 12 European Countries“ sowie die deutschsprachige Zusammenfassung „Gift im Bienen-Gepäck – Eine Analyse von Pestizidrückständen in Bienenbrot und Pollenhöschen von Honigbienen in 12 europäischen Ländern“

Unterstützen Sie unsere Petition zum Schutz der Bienen:


http://bit.ly/1eIL6TR (deutsche Version)


http://bit.ly/1m4rYaC (französische Version)

Besuchen Sie unsere Webseite www.savethebees.lu