Informationsseite - 22. Februar, 2012
Unser Klima und wir alle sind auf die Arktis angewiesen. Doch sie schmilzt - und zwar schnell. In den letzten 30 Jahren sind drei Viertel der Nordpol-Eisdecke verschwunden.
Öl- und Gasunternehmen, die für das Abschmelzen der Arktis selbst hauptverantwortlich sind, wollen jetzt aus dem Verschwinden der Eismassen Profit schlagen. In den neuen arktischen Bohrgebieten werden bis zu 90 Milliarden Barrel Öl vermutet: Viel Geld für die Firmen, doch gerade mal ausreichend, um den weltweiten Ölbedarf für drei Jahre abzudecken. Bis kürzlich noch unter Verschluss gehaltene Regierungsdokumente belegen, dass Aufräumarbeiten nach Ölunfällen unter arktischen Bedingungen «nahezu unmöglich» sind und technisches oder menschliches Versagen das labile Ökosystem Arktis zerstören würde. Damit die Ölfirmen in der Arktis bohren können, müssen sie Eisberge von den Plattformen fernhalten und Treibeis mit gewaltigen Wasserkanonen zum Schmelzen bringen. Ein katastrophaler Ölunfall wäre nur eine Frage der Zeit. Die Unfälle an der Exxon Valdez und der Deep Water Horizon sind uns allen noch im Gedächtnis - wir dürfen nicht zulassen, dass sich ein solches Unglück auch in der Arktis ereignet.
Die 10 Hauptgründe, warum Ölbohrungen in der Arktis eine wirklich schlechte Idee sind:
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Es ist extrem gefährlich. Das arktische Klima ist eines der rauesten in der Welt und jeder Eingriff ist komplizierter als irgendwo sonst auf der Welt.
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Unser Klima kann es sich nicht leisten. Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer sichtbarer und die Gefahr grösser. Nach Öl zu bohren und noch mehr fossile Energieträger zu verbrennen ist daher das Letzte was wir brauchen. Vor allem an einem so sensiblen und unberührten Ort wie der Arktis.
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Entlastungsbohrungen sind schwieriger durchzuführen. Im Falle eines plötzlichen Ölaustritts, wie bei «Deepwater Horizon», muss eine Entlastungsbohrung durchgeführt werden, doch das Wintereis verkürzt die Bohrsaison dramatisch. Das bedeutet, dass das Öl bis zu zwei Jahre ungehindert ausströmen könnte.
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Ölbekämpfung ist im Eis beinahe unmöglich. Übliche Technologien zur Bekämpfung der Folgen einer Ölkatastrophe wie Sprengungen werden im dicken Eis unbrauchbar. Laut einem leitenden Beamten einer kanadischen Firma, die auf Ölkatastrophen spezialisiert ist, «gibt es heute keine bekannte Lösung oder Methode, mit der es tatsächlich möglich ist, ausgelaufenes Öl aus der Arktis zu sammeln.»
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Es gibt nicht annähernd genug Kapazitäten für einen Ölkatastrophen-Einsatz Die Arktis ist abgeschieden – sie hat nur eine kleine Population und wenig technische Hilfsmittel zur Verfügung. Etwa 6000 Schiffe wurden gebraucht, um das Öl während der «Deepwater Horizon-Katastrophe» abzutransportieren. Shell hat nur neun Schiffe in ihrem «Notfallsplan» für das Chukchi Meer genannt.
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Die Natur kann noch weniger Öl aufzunehmen als in südlicheren Breiten. Das Fehlen von Sonnenlicht im Winter und das kalte Wetter bedeuten, dass es länger dauert, bis das Öl abbaut ist. Das Öl wird unter dem Eis eingeschlossen. Mehr als zwanzig Jahre nach der Exxon-Valdez-Katastrophe in Alaska, wird immer noch Öl in der Umgebung der Prinz-William-Bucht gefunden.
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Die Wildtiere würden enorm unter dem Öl leiden. Viele Vogelarten, Wale und Robben wandern im Sommer zur Arktis. Eisbären und arktische Füchse, die auf die Meeres- und Küstenressourcen angewiesen sind, werden direkt von der Industrialisierung betroffen sein.
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Es ist enorm kostspielig. An den Grenzen der letzten grossen Wildnis der Welt zu arbeiten, um nach Öl zu suchen, ist extrem teuer. Ein weiterer Ölkonzern, Cairn Energy, hat in den letzten zwei Jahren über eine Milliarde Dollar investiert um eine handvoll Bohrbrunnen zu bohren – und hat noch immer kein Öl gefunden.
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Bedarfsdeckung von nur drei Jahren. Die US Geological Survey schätzt, dass in der Arktis bis zu 90 Milliarden Barrel Öl vorhanden sind. Das klingt nach viel, würde die Nachfrage nach Öl aber nur drei Jahre lang decken. Diese riesigen, rostenden Bohrinseln mit ihren ungeeigneten «Katastrophenplänen» riskieren die Zukunft der Arktis für den Wert von drei Jahren Öl. Das ist das Risiko sicher nicht wert!
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Wir brauchen es nicht wirklich. Autohersteller sind absolut in der Lage, kraftstoffsparendere Fahrzeuge herzustellen. Wenn Unternehmen wie Volkswagen aufhören würden entscheidende Effizienzgesetze zu blockieren, würden effizientere Fahrzeuge die Regel werden. Auf diese Art würden wir unseren Bedarf an Öl reduzieren, dem Planeten helfen und den Konsumenten einiges an Treibstoffkosten ersparen.
Oil in ice
Öl und Eis - 17.2.2011.
© Jon Terje Hellgren Hansen / Greenpeace