2010 Jahr der Biodiversität
Wir schreiben das Jahr der Biodiversität – doch nur wenige kennen ihre Bedeutsamkeit. Tag für Tag verschwinden Dutzende von Pflanzen- und Tierarten. Für immer. Die Rote Liste 2009 der Weltnaturschutzorganisation IUCN schockiert: Von 47677 gefährdeten Tier- und Pflanzenarten sind 17291 akut vom Aussterben bedroht.
Unser Wohlergehen hängt von der Biodiversität ab.
Wer sorgt für eine ausgewogene Ernährung und sauberes Trinkwasser?
Die Biodiversität!
Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen bekämpfen den Welthunger. Sie reinigen unsere Gewässer und sorgen für die natürliche Bodenfruchtbarkeit. Für die Gewinnung von sauberem Trinkwasser und gesunden Nahrungsmitteln ist dieses biologische Wirkungsgefüge unerlässlich.
Wer erleichtert uns das Atmen?
Die Biodiversität!
Die Pflanzen an Land und im Wasser absorbieren im Rahmen der Photosynthese das Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre. Sie verwenden den Kohlenstoff zum Aufbau ihres Gewebes und binden das Gas so lange, bis sie absterben und sich zersetzen.
Wer hilft uns, wenn wir krank sind?
Die Biodiversität!
Fühlen wir uns unwohl, verabreichen uns Ärzte, Homöopathen und Apotheker Tabletten, Salben und Tinkturen. Arzneimittel, die wir zum grossen Teil den unterschiedlichsten Wirkstoffen von Heilpflanzen zu verdanken haben.
Wer schützt uns vor Naturkatastrophen?
Die Biodiversität!
Artenreiche Wurzelsysteme verankern sich in den Tiefen der Erde und sorgen dafür, dass selbst an steilen Hängen die Böden nicht abrutschen. Zudem verhindern dichte, hochstämmige Wälder verheerende Geröll- und Schneelawinen.
Wer befreit uns von lästigen Schädlingen?
Die Biodiversität!
Es sind die natürlichen Feinde, die dem Ungeziefer und Unkraut den Garaus machen. So bekämpfen Vögel, Spinnen und Wespen die Ausbreitung von Läusen, Käfern und Fruchtfliegen und schützen dadurch die Lebensmittelproduktion ganz ohne Pestizid.
Wer entsorgt für uns die natürlichen Abfälle?
Die Biodiversität!
Das Erdreich mit seinen vielfältigen Lebewesen und Mikroorganismen hilft uns, tote Pflanzen und Tiere sowie menschliche Schadstoffe und Abfälle natürlich abzubauen und dadurch neuen Nährstoff für die Pflanzen bereitzustellen.
Das fordert Greenpeace:
Greenpeace will den Verantwortlichen für die rasante Abnahme der Biodiversität das Handwerk legen. Der zerstörerischen, industriellen Ausbeutung durch die Forstwirtschaft, die Fischerei und die Landwirtschaft muss dringend Einhalt geboten werden.
im Sektor Wald:
Stopp der globalen Entwaldung und ein Moratorium auf Umwaldung von Torfland zu Plantagen bis 2015. Wir fordern ein ausreichendes Netz von Schutzgebieten zum Schutz von intakten Urwaldgebieten vor industrieller Nutzung sowie ein Verbot von Agrotreibstoff, der Nahrungsmittelanbau konkurrenziert und zur Entwaldung führt.
im Sektor Meer:
Stopp der Überfischung und des Walfangs. Greenpeace verlangt, dass 40% der Weltmeeresfläche unter Schutz gestellt wird. Bedrohte Fischbestände, wie der des Roten Thuns, müssen mit Schonzeiten und nachhaltigen Fischfang-Methoden vor dem Aussterben geschützt werden.
im Sektor Landwirtschaft:
Keine Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen in die Umwelt. Die industrielle, von Monokulturen geprägte Landwirtschaft schadet mit dem massiven Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern der Bodenfruchtbarkeit. Greenpeace setzt sich darum weltweit für eine ökologischere, lokal produzierende Landwirtschaft ein.
für den Klimaschutz:
Endgültige Verabschiedung von riskanten und zerstörerischen Energieformen wie Öl, Kohle, Gas und Atomkraft. Eine weitgehend CO2-freie Energieversorgung bis 2050 ist bereits mit den heutigen Techniken möglich und zwingend, um den globalen Temperaturanstieg unter der kritischen Grenze von 2 Grad Celsius zu halten.
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